Arteriosklerose: Vitamin K2 verlangsamt Plaques um 25 Prozent
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fast 500.000 Herzinfarkte und Schlaganfälle verzeichnet Deutschland jährlich. Hauptursache: verkalkte Arterien. Kann Vitamin K2 helfen?
Studie aus Maastricht: 25 Prozent weniger neue Plaques
Forschende der Universität Maastricht untersuchten zwei Jahre lang 180 Teilnehmer. Das Ergebnis: Vitamin K2 in der Form MK-7 verlangsamte die Verkalkung neu entstehender Plaques um etwa 25 Prozent.
Prof. Leon Schurgers und Prof. Peter de Leeuw betonen jedoch eine wichtige Einschränkung: Bestehende, gefestigte Verkalkungen bildeten sich durch die Einnahme nicht zurück. Der Nährstoff wirkt also präventiv, nicht heilend. Sein größtes Potenzial liegt in der frühen Phase der Gefäßpflege.
Wo steckt Vitamin K2 drin?
Ein klinischer Vitamin-K-Mangel ist in Europa selten. Besonders viel K2 steckt in fermentierten Lebensmitteln wie Natto, Tempeh, Sauerkraut und Eigelb. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf in der Regel problemlos ab.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte Anfang August 2026 allerdings vor dem Hype um Drip-Spa-Infusionen. Für gesunde Menschen sei der Nutzen intravenöser Vitamin-Gaben nicht belegt. Stattdessen drohen Überdosierungen, Elektrolytstörungen oder Infektionen. Sinnvoll ist eine Supplementierung nur bei ärztlich diagnostiziertem Mangel.
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Wechselwirkung mit Blutverdünnern
Wer Blutverdünner wie Warfarin oder Coumadin einnimmt, sollte bei Vitamin-K-Präparaten vorsichtig sein. Diese Medikamente wirken als Vitamin-K-Antagonisten – eine unkontrollierte Zufuhr kann das Gerinnungsgleichgewicht stören.
Paradoxerweise deuten Beobachtungen darauf hin, dass genau diese Blutverdünner Gefäßverkalkung unter Umständen beschleunigen können. Ob Vitamin K2 hier als Gegenmaßnahme taugt, ist noch unklar. Neuere Gerinnungshemmer wie Apixaban oder Rivaroxaban zeigen dieses Interaktionsrisiko laut aktuellen Einschätzungen nicht.
Neuer Forschungsansatz aus Düsseldorf
Einen völlig anderen Weg verfolgt eine Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Ende Juli 2026 in „Science Advances“ publiziert. Der sogenannte S1P-Rezeptor-1-Signalweg aktiviert das Protein Thrombomodulin in den Gefäßwänden und kann so arterielle Thrombosen hemmen.
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Bei 74 Patienten korrelierten höhere S1P-Spiegel mit geringerer Gerinnungsaktivität. Das Besondere: Im Mausmodell gelang die Hemmung von Blutgerinnseln ohne erhöhtes Blutungsrisiko. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, könnten daraus völlig neue Medikamente zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall entstehen.
Auch das venöse System bleibt ein Thema: Die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie schätzt, dass 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland behandlungsbedürftige Krampfadern haben. Neben Operationen empfehlen Fachleute weiterhin Kompressionstherapie, ausreichend Flüssigkeit und gezielte Venengymnastik.
