Arterienverkalkung: Vitamin K2 bremst Fortschreiten um 29 Prozent
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 22:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Doppelblindstudie belegt: Vitamin K2 kann das Fortschreiten von Arterienverkalkung deutlich verlangsamen. Die im Fachblatt JAMA Cardiology veröffentlichte Untersuchung gibt Hoffnung für Millionen Herzpatienten.
29 Prozent weniger Kalzifikation
Über 24 Monate hinweg erhielten Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) täglich 360 Mikrogramm Vitamin K2 (als MenaQ7®). Das Ergebnis: Der Fortschritt der Koronararterienkalzifikation (CAC) sank in der Interventionsgruppe um 29 Prozent. Noch deutlicher fiel die Reduktion der Calciummasse aus – hier betrug der Rückgang 42 Prozent im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Die Ergebnisse passen zu früheren, größer angelegten Studien. Bereits 2021 zeigte eine Langzeituntersuchung mit über 50.000 Teilnehmern im Journal of the American Heart Association: Eine hohe Zufuhr von Vitamin K1 senkte das Risiko für Atherosklerose-bedingte Krankenhausaufenthalte um 21 Prozent, Vitamin K2 um 14 Prozent. Besonders stark war der Effekt bei peripherer Arterienerkrankung – hier lag das Risiko um 34 Prozent niedriger.
Wie Vitamin K2 im Körper wirkt
Der Schlüssel liegt in der Aktivierung spezifischer Proteine. Vitamin K2 fungiert als Kofaktor für das Matrix-Gla-Protein (MGP) – ein natürlicher Hemmstoff der Gefäßverkalkung. Das aktivierte MGP bindet Calcium in der Gefäßwand und verhindert dessen Ablagerung in den Arterien.
Parallel dazu aktiviert Vitamin K2 das Protein Osteocalcin, das Calcium in die Knochenmatrix einlagert. Forscher sehen hier eine Synergie mit Vitamin D: Während Vitamin D die Produktion dieser Proteine ankurbelt und die Calciumaufnahme im Darm steigert, sorgt Vitamin K2 für die korrekte Lenkung des Minerals.
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Wichtig: Vitamin K2 wirkt primär präventiv. Eine Auflösung bereits bestehender, verkalkter Plaques konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Was Herzpatienten jetzt wissen sollten
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine Gesamtzufuhr von 60 bis 80 Mikrogramm Vitamin K pro Tag. In der therapeutischen Anwendung zur Gefäßgesundheit werden jedoch oft höhere Dosen diskutiert.
Die besten Quellen für die beiden Vitamin-K-Formen:
- Vitamin K1 (Phyllochinon): Steckt vor allem in grünem Blattgemüse. Spitzenreiter ist Grünkohl (817 µg/100g), gefolgt von Spinat (305 µg) und Brokkoli (270 µg).
- Vitamin K2 (Menachinon): Entsteht durch bakterielle Fermentation. Reichhaltige Quellen sind Natto (fermentierte Sojabohnen), bestimmte Käsesorten wie Gouda, Eigelb und Leber.
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Zusätzlich deuten medizinische Berichte aus dem ersten Halbjahr 2026 darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von fünf bis sechs Trockenpflaumen pro Tag die Gefäß- und Knochengesundheit unterstützen kann.
Die Forschung steht noch am Anfang. Der Aufbau detaillierter Datenbanken zum Vitamin-K2-Gehalt in verarbeiteten Lebensmitteln soll künftig präzisere Ernährungsempfehlungen für Herzpatienten ermöglichen.
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