Apple, Millionen

Apple zahlt 250 Millionen Euro wegen irreführender KI-Werbung

10.05.2026 - 04:16:44 | boerse-global.de

Apple zahlt 250 Millionen Euro wegen irreführender Siri-KI-Werbung. Betroffene US-Käufer erhalten bis zu 95 Euro pro Gerät.

Apple zahlt 250 Millionen Euro wegen irreführender KI-Werbung - Foto: über boerse-global.de
Apple zahlt 250 Millionen Euro wegen irreführender KI-Werbung - Foto: über boerse-global.de

Der iPhone-Konzern beendet einen Rechtsstreit um überzogene Versprechen zur künstlichen Intelligenz mit einem milliardenschweren Vergleich.

Apple hat sich in einer Sammelklage zu einem Vergleich in Höhe von 250 Millionen Euro bereit erklärt. Der Vorwurf: Der Konzern habe Kunden mit Werbeversprechen zur KI-gestützten Sprachassistentin Siri und der „Apple Intelligence“-Suite in die Irre geführt. Die Einigung wurde am Dienstag, dem 5. Mai 2026, vor einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht.

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Die Klage, die Anfang 2025 eingereicht wurde, wirft Apple vor, für High-End-Smartphones mit Funktionen geworben zu haben, die zum Zeitpunkt des Kaufs noch gar nicht verfügbar waren. Konkret geht es um die iPhone-16-Serie sowie bestimmte iPhone-15-Pro-Modelle. Apple bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten, erklärte aber, den Vergleich zu akzeptieren, um sich auf die Produktentwicklung konzentrieren zu können.

Was genau wird Apple vorgeworfen?

Im Zentrum des Streits steht Apples Marketingkampagne für ein „persönlicheres“ und „intelligenteres“ Siri, die im Sommer 2024 anlief. In TV-Spots – unter anderem mit Schauspielerin Bella Ramsey – wurde Siri als hochsophistizierter, fast menschlicher Assistent dargestellt. Die Assistentin sollte persönlichen Kontext verstehen, Bildschirminhalte erkennen und komplexe Aktionen in Drittanbieter-Apps ausführen.

Die Kläger argumentieren, diese Werbung habe bei Verbrauchern die berechtigte Erwartung geweckt, die Funktionen seien ab Markteinführung des iPhone 16 im Herbst 2024 nutzbar. Tatsächlich blieben viele der beworbenen Features über 19 Monate nach dem Verkaufsstart unerreichbar.

Die US-Werbeaufsichtsbehörde National Advertising Division hatte bereits zuvor festgestellt, dass Apples Werbung fälschlicherweise den Eindruck erweckt habe, die neuen KI-Funktionen seien sofort verfügbar. Die Sammelklage, die unter dem Namen Landsheft v. Apple Inc. geführt wurde, wirft dem Konzern Verstöße gegen Verbraucherschutz- und Wettbewerbsgesetze vor.

Wer bekommt wie viel Geld?

Der Vergleichsfonds in Höhe von 250 Millionen Euro ist für betroffene iPhone-Besitzer in den USA bestimmt. Nach Schätzungen der Gerichtsunterlagen sind rund 37 Millionen Geräte von der Regelung erfasst.

Jeder berechtigte Kläger soll eine voraussichtliche Zahlung von 25 Euro pro Gerät erhalten. Dieser Betrag kann jedoch schwanken: Gehen weniger Ansprüche ein als erwartet, könnten die Zahlungen auf bis zu 95 Euro pro Gerät steigen. Bei einer höheren Anzahl von Anträgen würde der Betrag entsprechend sinken.

Aus dem Fonds werden auch Verwaltungskosten, Benachrichtigungsgebühren und Anwaltshonorare beglichen. Apple wird nach einer Anhörung zur vorläufigen Genehmigung, die für den 17. Juni 2026 vor Richterin Noël Wise in San Jose angesetzt ist, eine Liste der berechtigten Kunden an einen externen Abwickler übergeben.

Wer ist anspruchsberechtigt?

Der Vergleich gilt für US-Einwohner, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 eines der folgenden Modelle gekauft haben:
- iPhone 16, iPhone 16 Plus, iPhone 16 Pro, iPhone 16 Pro Max, iPhone 16e
- iPhone 15 Pro oder iPhone 15 Pro Max

Der Zeitraum deckt die Spanne zwischen der ersten Ankündigung von Apple Intelligence auf der WWDC 2024 und dem Zeitpunkt ab, an dem Apple offiziell erhebliche Verzögerungen bei der Siri-Einführung einräumte.

Betroffene müssen einen Antrag über eine spezielle Vergleichswebsite stellen, die in den nächsten Monaten freigeschaltet werden soll. Erforderlich sind ein Kaufnachweis oder die Geräte-Identifikationsnummer sowie die Apple-ID. Berechtigte Nutzer werden etwa 45 Tage nach der vorläufigen Genehmigung per E-Mail oder Post benachrichtigt.

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Apple betont, dass während des Vergleichszeitraums bereits Dutzende anderer Apple-Intelligence-Funktionen ausgeliefert wurden – darunter Schreibwerkzeuge, Live-Übersetzung und Bildbearbeitung wie „Clean Up“. Das Unternehmen hält daran fest, dass die Werbung die schrittweise Einführung der Software offengelegt habe. Das Gericht stellte jedoch fest, dass die Betonung des „neuen Siri“ in großen Werbekampagnen ein zentraler Punkt der Verbraucherverwirrung gewesen sei.

Technische Hürden und Branchenfolgen

Branchenbeobachter sehen in diesem Vergleich ein wachsendes rechtliches Risiko für Technologieunternehmen, die im Wettlauf um generative KI auf Verbraucherhardware setzen. Apples Probleme mit der versprochenen Siri-Überholung fielen in eine Phase intensiven Wettbewerbs mit Rivalen, die ebenfalls fortschrittliche KI-Modelle in mobile Betriebssysteme integrierten.

Interne Berichte und Gerichtsdokumente deuten darauf hin, dass die Verzögerungen auf technische Herausforderungen zurückzuführen waren – insbesondere bei der Umsetzung des versprochenen kontextuellen Bewusstseins und der datenschutzzentrierten Verarbeitung. Während Apple Ende 2024 und im Laufe des Jahres 2025 mehrere erste Komponenten von Apple Intelligence erfolgreich einführte, gerieten die Kernfunktionen des „personalisierten Siri“ – von einigen als „Siri 2.0“ bezeichnet – immer wieder ins Stocken. Anfang des Jahres gab es Berichte, wonach Apple Partnerschaften mit externen KI-Anbietern wie Google Gemini geprüft habe, um Siris Fähigkeiten zu stärken.

Dieser 250-Millionen-Euro-Vergleich ist von einem früheren 95-Millionen-Euro-Vergleich zu unterscheiden, den Apple 2025 wegen Siri-Datenschutz- und „Lauschangriff“-Vorwürfen geschlossen hatte. Zusammen belaufen sich die rechtlichen Belastungen für die Sprachassistenten-Sparte des Konzerns innerhalb von zwei Jahren auf fast 350 Millionen Euro.

Wie geht es weiter mit Apple Intelligence?

Trotz der rechtlichen Hürden hält Apple an seiner KI-Roadmap fest. In einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des zweiten Quartals 2026 bekräftigte CEO Tim Cook, dass das Unternehmen weiterhin plane, die vollständig realisierte, personalisierte Version von Siri noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen.

Die Technologiebranche blickt auf die bevorstehende WWDC 2026 im Juni, auf der Apple voraussichtlich die nächste Generation seiner Betriebssysteme vorstellen wird. Analysten erwarten, dass die fehlenden Siri-Funktionen – darunter Bildschirmbewusstsein und tiefere App-Steuerung – ein Schwerpunkt der Keynote am 8. Juni sein werden. Für viele Verbraucher wäre die erfolgreiche Veröffentlichung dieser Funktionen die ultimative Lösung der langjährigen Beschwerden über das Apple-Intelligence-Marketing.

Während der Vergleich den aktuellen Nutzern finanzielle Entlastung bringt, sind separate Aktionärsklagen gegen Apple noch vor dem Bundesgericht anhängig. Diese werfen dem Unternehmen vor, Investoren über den Fortschritt der KI-Einführung getäuscht zu haben. Die Klagen behaupten, dass die Aussagen der Unternehmensführung zur Aktienkursvolatilität beigetragen hätten, als das Ausmaß der Softwareverzögerungen 2025 bekannt wurde.

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