Apple Watch Series 12: Herzfrequenzmessung jetzt alle fünf Sekunden
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deApple hat die Sensorik der neuen Apple Watch Series 12 grundlegend überarbeitet. Hellere Leuchtdioden und ein verändertes Messsystem erlauben eine kontinuierliche Überwachung der Herzfrequenz, ohne dass die Akkulaufzeit der Smartwatch dadurch wesentlich beeinträchtigt wird. Das neue Messverfahren erfasst Vitaldaten in deutlich kürzeren Abständen als die Vorgängergeneration.
Neues Sensorsystem und Materialarchitektur
Die optische Sensoreinheit der Apple Watch Series 12 besteht aus vier grünen LEDs, vier roten sowie infraroten LEDs und einem Ring aus acht trapezförmigen Photodioden. Diese breitere Fläche bildet zusammen mit dem Diodenring das zentrale element des neuen Systems zur Gesundheitserfassung.
Um Streulicht zu minimieren und Messfehler zu reduzieren, setzt der Hersteller auf ein Zirkonia-Gehäuse in opaker beziehungsweise schwarzer sowie klarer Ausführung. Die Keramikstruktur wird im sogenannten Double-Shot-Verfahren aus einem Stück gefertigt, um das Licht gezielt zu isolieren. Das Display basiert auf einem Always-On-LTPO3-OLED mit einer Helligkeit von bis zu 2.000 nits.
Nach Messungen im Rahmen eines Tests durch CHIP misst der Bildschirm 1,96 Zoll bei einer Auflösung von 416 x 496 Pixeln (323 ppi) unter Saphirglas. Das Gehäuse kommt auf Abmessungen von 40 x 46 x 12,3 mm bei einem Gewicht von 66 Gramm und ist bis 50 Meter wasserdicht (Freitauchen bis 6 Meter).watchOS 27 und 64 GB Speicherplatz runden die Ausstattung ab.
Kürzere Messintervalle und energieeffiziente Datenverarbeitung
Mit der überarbeiteten Hardware misst die Smartwatch die Herzfrequenz nun rund um die Uhr alle fünf Sekunden. Das entspricht einer 60-mal höheren Frequenz als beim direkten Vorgängermodell. Die Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) erfolgt im Abstand von fünf Minuten und damit 24-mal häufiger als bisher. Aus diesen HRV-Werten, Schlafanalysen und erfassten Aktivitäten berechnet das System einen Bereitschaftswert auf einer Skala von 0 bis 10.
Für die Energieeffizienz ist neben dem S11-Chip auch der Einsatz von Algorithmen für maschinelles Lernen verantwortlich, die ursprünglich für die AirPods entwickelt wurden.
Die Modellrechnungen reduzieren den Rechenaufwand und damit den Stromverbrauch der kontinuierlichen Messungen. In einem Praxistest verbrauchte ein 75-minütiger Trainingslauf über zehn Meilen mit fünf Intervallen sechs Prozent der Akkukapazität.
Der Hersteller stützt die Entwicklung des Sensorsystems auf eine eigene Studie mit über 1.000 Teilnehmern, in der die Werte unter anderem mit Modellen wie Garmin Forerunner 970, Pixel Watch 4, Huawei Watch 5, Galaxy Watch 8, Whoop 5 und Oura Ring 5 verglichen wurden.
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Erste Testergebnisse zur Messgenauigkeit und Laufzeit
Unabhängige Tests zeichnen ein detailliertes Bild der Praxisleistung. Eine Überprüfung durch das Fachportal ExpertReviews ergab im Vergleich zu einem Brustgurt des Typs Polar H10 eine durchschnittliche Abweichung der Herzfrequenz von 0,18 Prozent; bei Belastungsspitzen lag die Abweichung bei 0,56 Prozent.
Bei der Distanzmessung via GPS wich die Uhr um 1,09 Prozent vom Referenzgerät Stryd Gen 3 ab. In Tests wurde jedoch vereinzelt auf ein stellenweise ungenaues GPS sowie Fehlalarme bei der Geräuscherkennung hingewiesen.
Trotz der Optimierungen bleibt die Gesamtlaufzeit der Series 12 im typischen Rahmen kompakter Smartwatches. Der Hersteller nennt bis zu 24 Stunden Alltagsnutzung; im Test von TechRadar kam es nach zwei Nächten zu einem leeren Akku.
CHIP ermittelte für die LTE-Version mit 46 Millimetern eine Nutzungsdauer von 2:04 Tagen im Normalbetrieb sowie 15:54 Stunden bei kontinuierlichem Outdoor-Training, bei einer Ladezeit von 1:33 Stunden. Das Testurteil fiel mit der Note „Sehr gut (1,5)“ aus (Platz 4 von 26).
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Verfügbarkeit und regionale Unterschiede
Die Preisgestaltung variiert je nach Material und Region. Auf dem britischen Markt starten die Aluminium-Modelle bei 369 Pfund (42 mm) und 419 Pfund (46 mm). Die Titan-Ausführung wird ab 649 Pfund geführt, während die Keramik-Variante ab 849 Pfund kostet.
In Schweden liegen die Preise zwischen 4.995 Schwedischen Kronen für das 42-mm-Modell mit GPS und 11.495 Schwedischen Kronen für das Keramikgehäuse. In Singapur beginnen die Modelle bei 599 Singapur-Dollar, in den USA bei 389 US-Dollar. Für den deutschen Markt lag der Preis der getesteten LTE-Variante bei 619 Euro.
Einzelne Gesundheitsfunktionen stehen derweil nicht global zur Verfügung. So sind Warnungen vor Bluthochdruck in Singapur vorerst nicht freigeschaltet, da entsprechende behördliche Zulassungen erst im kommenden Jahr erwartet werden. In aggregierten Rezensionen verzeichnet die Uhr auf TechSpot einen Metascore von 90 Punkten aus sieben Expertenberichten sowie eine Nutzerwertung von 9,4 Punkten bei 265 abgegebenen Stimmen.
Mehr zum Thema bei CHIP: „Erhält starke Verbesserungen: Apple Watch Series 12 im Test“
