Apple Watch for Kids: Telstra startet Dienst mit Schulzeit-Modus
08.06.2026 - 00:00:28 | boerse-global.de
iOS Guided Access, Apple Watch für Kinder und verschärfte Gesetze – der Schutz Minderjähriger rückt in den Fokus.
Technologieexperten und Aufsichtsbehörden verstärken ihre Bemühungen um mehr Sicherheit für Kinder am Smartphone. Im Mittelpunkt stehen dabei technische Sperrfunktionen von Apple sowie neue Gesetzesinitiativen in Europa. Die Maßnahmen sollen Kinder vor ungeeigneten Inhalten schützen und die Nutzung digitaler Geräte besser kontrollierbar machen.
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iOS Guided Access: Die versteckte Kindersicherung
Eine Funktion, die Sicherheitsexperten als „Geheimtipp" für Eltern bezeichnen, ist der Guided Access auf iPhones. Die Einstellung, die über die Bedienungshilfen erreichbar ist, sperrt das Gerät auf eine einzige App. Einmal aktiviert, können Kinder die App nicht verlassen oder durch Gesten auf andere Bereiche des Systems zugreifen.
Die Kontrollmöglichkeiten sind dabei äußerst detailliert. Eltern können den Seitenknopf, die Lautstärkeregler, Bewegungssensoren und sogar die Tastatur deaktivieren. Auch bestimmte Bereiche des Bildschirms lassen sich berührungsunempfindlich machen. Das Beenden einer Guided-Access-Sitzung erfordert eine Authentifizierung per Face ID oder einen zuvor festgelegten Code. So bleibt das Gerät zuverlässig in der gewünschten Anwendung gefangen.
Apple Watch für Kinder: Telstra startet in Australien
Der Markt für spezielle Kinderangebote wächst. Am 5. Juni 2026 startete der australische Mobilfunkanbieter Telstra als erster Carrier des Landes den Dienst „Apple Watch for Kids". Kinder erhalten dabei eine eigene Telefonnummer, 2 GB Datenvolumen und können unabhängig vom iPhone der Eltern Nachrichten verschicken und telefonieren.
Der Dienst kostet umgerechnet etwa 12 Euro pro Monat und Kind. Voraussetzung ist eine Apple Watch mit Mobilfunkfunktion und eSIM. Ein zentrales Feature ist der Schulzeit-Modus: Er zeigt ein markantes Zifferblatt und sperrt den Zugriff auf Apps während der Unterrichtszeit. Die Aktivitätsverfolgung wurde ebenfalls angepasst – statt Kalorien zählen bei Kindern die „Bewegungsminuten".
Großbritannien plant schärfere Gesetze
Während Hersteller freiwillige Einstellungen anbieten, schreiten Regierungen zu verpflichtenden Maßnahmen. Im Vereinigten Königreich liegt ein Gesetzesentwurf vor, der Technologieunternehmen zur clientseitigen Überwachung von Nachrichten und Fotos auf Kinder-Geräten verpflichten würde. Ziel ist es, die Verbreitung von Nacktbildern zu unterbinden. Bei Verstößen drohen Führungskräften bis zu fünf Jahre Haft.
Bereits im Frühjahr 2026 hatte die britische Regulierungsbehörde Ofcom die Children's Codes unter dem Online Safety Act finalisiert. Diese schreiben vor, dass Plattformen ihre Algorithmen für Minderjährige anpassen und zuverlässige Altersverifikationen einführen müssen. Parallel dazu empfahl das schwedische Gesundheitsamt am 7. Juni 2026, dass Eltern die eigene Smartphone-Nutzung in Gegenwart von Kindern einschränken sollten – insbesondere in Schlafzimmern und am Esstisch.
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Digitale Identität und Datenschutz
Die Kinderschutz-Bestrebungen überschneiden sich zunehmend mit Initiativen zur digitalen Identität. Die britische Regierung prüft, ob für den vollen Smartphone-Zugriff künftig ein digitaler Identitätsnachweis erforderlich sein soll. Google hat bereits damit begonnen, digitale Ausweise in seinen Wallet-Dienst zu integrieren – mittels Scan des Personalausweises und Video-Selfie.
Datenschützer zeigen sich alarmiert. Sie befürchten, dass verpflichtende Alterskontrollen und Nachrichten-Scans die anonyme Nutzung des Internets faktisch unmöglich machen. Zwar sei der Kinderschutz ein wichtiges Anliegen, doch die flächendeckende Einführung von ID-Prüfungen und Client-Scans komme einer staatlich verordneten Überwachung gleich.
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