Apple warnt vor Pegasus-Spyware: 14 Aktivisten in Serbien ausgespäht
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Technologiekonzern Apple hat eine neue Warnwelle vor dem Einsatz hochkomplexer Söldner-Spyware gestartet. Diese Form der digitalen Überwachung wird aufgrund des außerordentlich hohen technischen Aufwands und der damit verbundenen Kosten primär mit staatlichen Akteuren in Verbindung gebracht.
Das Unternehmen nutzt solche gezielten Warnhinweise bereits seit dem Jahr 2021, um Nutzer vor Angriffen zu schützen, die über herkömmliche Cyberkriminalität hinausgehen.
Gezielte Überwachung im Vorfeld politischer Wahlen
Aktuelle Berichte zeigen, dass sich die jüngsten Angriffe insbesondere gegen Personen in Serbien richteten. Dort erhielten mindestens 14 Personen offizielle Warnungen vor Spionageversuchen. Zu den Zielpersonen gehörten demnach Mitglieder von Studentenprotesten, Bürgerrechtler sowie Politiker der Opposition. Apple registrierte die entsprechenden Zugriffsversuche bereits Mitte August 2026.
Die Vorfälle stehen in einem sensiblen politischen Kontext, da für Ende Oktober 2026 Neuwahlen in Serbien angesetzt sind. Betroffene und Beobachter sehen in der zeitlichen Nähe der Überwachungsaktivitäten zu den bevorstehenden Wahlen einen Versuch, den politischen Diskurs und zivilgesellschaftliche Aktivitäten zu beeinflussen.
Einsatz von Pegasus und Zero-Click-Exploits
Die technischen Hintergründe der Angriffe wurden durch unabhängige Organisationen untersucht. Citizen Lab und Amnesty International bestätigten, dass für die Ausspähung die Software Pegasus der NSO Group eingesetzt worden sei.
Angesichts hochkomplexer Spionage-Software wird der Schutz der Privatsphäre auf Mobilgeräten immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, welche Einstellungen Sie sofort überprüfen sollten, um Ihre Daten und Ihre Privatsphäre wirksam zu schützen. iPhone-Sicherheits-Check jetzt kostenlos herunterladen
Die Infektion der Mobilgeräte erfolgte dabei über einen sogenannten Zero-Click-Exploit innerhalb des Dienstes iMessage. Diese Methode gilt als besonders effektiv, da sie keine Interaktion des Nutzers erfordert, um die Spyware auf dem Endgerät zu installieren.
Zusätzlich zu den Angriffen auf iOS-Nutzer wurde ein Fall bekannt, der ein Android-Gerät betrifft. Auf dem Smartphone eines Studenten sei die Software NoviSpy installiert worden. Dies soll zu einem Zeitpunkt geschehen sein, als sich der Betroffene in polizeilichem Gewahrsam befand.
Politische Forderungen nach Konsequenzen
Die Vorfälle haben bereits Reaktionen auf europäischer Ebene ausgelöst. Vertreter der EU-Grünen äußerten scharfe Kritik an der Überwachung von Aktivisten und Oppositionspolitikern. Angesichts der dokumentierten Fälle fordern sie eine Überprüfung der finanziellen Zusammenarbeit mit Serbien.
Wer sich mit der Sicherheit mobiler Betriebssysteme befasst, sollte die grundlegenden Schutzmechanismen gegen unbefugte Zugriffe kennen. Ein verständlicher Leitfaden erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Sicherheitslücken schließen und Ihr Gerät gegen externe Bedrohungen absichern. Kostenlose Schritt-für-Schritt-Anleitung für mehr Smartphone-Sicherheit
Konkret verlangen die Abgeordneten, die Zahlungen der Europäischen Union an das Land vorerst einzufrieren, bis die Hintergründe der Überwachungsmaßnahmen vollständig aufgeklärt sind.
Die Warnungen verdeutlichen die anhaltende Gefahr durch professionell entwickelte Spionagesoftware, die gezielt zur Überwachung der Zivilgesellschaft eingesetzt wird. Apple betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung regelmäßiger Sicherheitsupdates und spezieller Schutzmodi für gefährdete Nutzergruppen.
