Apple warnt: Speicherchip-Preise explodieren, iPhone wird teurer
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 17:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple meldet für das abgelaufene Quartal Rekordzahlen – doch der Konzern warnt vor massiven Lieferengpässen. Steigende Komponentenpreise und Produktionsprobleme könnten die Verfügbarkeit von iPhone, Mac und iPad in den kommenden Monaten erheblich einschränken.
Der iPhone-Hersteller hat die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Gleichzeitig dämpfte das Management die Euphorie: Die Kosten für Speicherchips explodieren, und die Nachfrage könnte bald das Angebot übersteigen. Für deutsche Verbraucher bedeutet das womöglich längere Wartezeiten und höhere Preise bei Apple-Produkten.
Rekordumsatz dank starker Hardware-Nachfrage
Am 30. Juli präsentierte Apple die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal, das am 27. Juni endete. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 109,4 Milliarden Dollar – umgerechnet rund 100 Milliarden Euro. Der Nettogewinn legte sogar um 27 Prozent auf etwa 29,8 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie erreichte 2,02 Dollar, wobei Zollrückerstattungen in Höhe von rund 1,1 Milliarden Dollar das Ergebnis um elf Cent pro Aktie aufbesserten.
Haupttreiber war das iPhone: Mit einem Umsatzplus von fast 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar verbuchte die Produktlinie ihr stärkstes drittes Quartal der Unternehmensgeschichte. Auch die Mac-Sparte wuchs kräftig um knapp 29 Prozent auf 10,35 Milliarden Dollar. Weniger erfreulich entwickelte sich das iPad-Geschäft, das um sechs Prozent auf 6,19 Milliarden Dollar schrumpfte. Die Wearables-Sparte legte immerhin um 6,5 Prozent zu.
Besonders dynamisch zeigte sich der chinesische Markt: In Großchina stiegen die Erlöse um 22,4 Prozent auf 18,82 Milliarden Dollar. Auch in Indien und anderen Schwellenländern verzeichnete Apple Rekordumsätze mit zweistelligen Wachswerten.
Speicherpreise: „Ein Jahreshundert-Hochwasser“
Trotz der glänzenden Zahlen gab sich Konzernchef Tim Cook in der Telefonkonferenz mit Analysten betont vorsichtig. Die Lage auf dem Markt für Speicherchips beschrieb er drastisch: „Das ist ein Jahreshundert-Hochwasser bei den Preisen.“ Cook erwartet, dass die Kosten für Speicherbausteine in den kommenden Monaten weiter steigen werden.
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Die Probleme konzentrieren sich auf zwei Bereiche: Zum einen fehlen moderne Fertigungskapazitäten für die hochintegrierten System-Chips, zum anderen explodieren die Preise für DRAM-Speicher. Cook verwies darauf, dass der DRAM-Markt von nur drei großen Anbietern dominiert wird – Micron, SK Hynix und Samsung. Mehr Wettbewerb in diesem Sektor wäre aus seiner Sicht wünschenswert. Der Konzern prüft eigenen Angaben zufolge verschiedene Optionen, darunter mögliche Partnerschaften mit weiteren Herstellern.
Die Folgen zeigen sich bereits im Ausblick: Für das September-Quartal erwartet Apple ein Umsatzwachstum zwischen neun und elf Prozent. Analysten hatten mit zwölf Prozent gerechnet. Die Anleger reagierten enttäuscht – die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent.
Höhere Preise bei Mac und iPad – auch das iPhone wird teurer?
Die angespannte Versorgungslage hat bereits erste Spuren in der Preisgestaltung hinterlassen. Bereits im Frühsommer hatte Apple die Preise für mehrere Mac- und iPad-Modelle angehoben. Der Einstiegspreis des MacBook Neo stieg Ende Juni von 599 auf 699 Dollar.
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Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich der Kostendruck auch auf kommende Produkte auswirken dürfte. Schätzungen zufolge könnte das erwartete iPhone 18 um bis zu 200 Dollar teurer werden. Finanzchef Kevan Parekh bestätigte, dass die Lieferengpässe im nächsten Quartal deutlich zunehmen dürften. Das schränke die Flexibilität des Konzerns ein, die hohe Nachfrage nach iPhone, iPad und Mac zu bedienen.
Die Bruttomarge lag im dritten Quartal dank der Zollrückerstattungen bei beachtlichen 50,1 Prozent. Für das Schlussquartal des Geschäftsjahres rechnet Parekh jedoch mit einem Rückgang auf 47 bis 48 Prozent, wenn die höheren Komponentenkosten voll durchschlagen.
Ära-Wechsel an der Konzernspitze
Die Telefonkonferenz am 30. Juli war zugleich die letzte unter der Leitung von Tim Cook als Chief Executive Officer. Cook wird am 1. September 2026 in die Rolle des Executive Chairman wechseln. Sein Nachfolger wird John Ternus, der bislang als Hardware-Chef galt.
Neben dem Führungswechsel gab das Unternehmen auch Neuigkeiten zu seinen Software- und Service-Initiativen bekannt. Die KI-Plattform Siri befindet sich derzeit in der öffentlichen Beta-Phase. Parallel laufen Verhandlungen über einen Einsatz in der Europäischen Union. Zudem prüft Apple die Einführung einer kostenpflichtigen Stufe für seine KI-Funktionen – möglicherweise als Erweiterung des bestehenden iCloud-Plus-Abonnements.
Für die Aktionäre gibt es ebenfalls eine erfreuliche Nachricht: Apple zahlt eine Dividende von 0,27 Dollar je Aktie, die am 13. August 2026 ausgezahlt werden soll.
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