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Apple warnt in 110 Ländern: Auch zwölf Personen in Serbien betroffen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple meldete Warnungen in 110 Ländern; in Serbien sind 16 Spyware-Ziele öffentlich verifiziert, darunter ein bestätigter Pegasus-Fall.
Abstrakte, modernistische Architektur eines Bürogebäudes in der Dämmerung, die ein Gefühl von Wachsamkeit und Sicherheit vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der Technologiekonzern Apple hat den serbischen Staatsanwalt für Organisierte Kriminalität, Rade Baji?, vor einem gezielten Ausspähversuch auf seinem iPhone gewarnt. Nach einer ersten offiziellen Bedrohungsmeldung am 13. August 2026 übermittelte das Unternehmen am 27. August 2026 eine erneute Erinnerung bezüglich einer Attacke durch sogenannte Mercenary Spyware an den Juristen.

Apple meldet Angriffe in über 100 Ländern

Die an Baji? übermittelte Mitteilung war Teil einer umfassenderen Sicherheitsmaßnahme: Am 13. August 2026 hatte Apple Nutzer in 110 Ländern vor Angriffen mit professioneller Spionagesoftware gewarnt. In Serbien richtete sich dieser Hinweis an mindestens zwölf Personen aus Hochrisikogruppen.

Die kanadische Forschungsgruppe Citizen Lab stufte die Apple-Warnung an Baji? als deutlichen Beleg dafür ein, dass der Ermittler sehr wahrscheinlich ins Visier von Söldner-Spyware wie Pegasus geraten war.

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Die Experten betonten jedoch zugleich, dass die forensische Überprüfung der Gerätedaten zum Berichtszeitpunkt noch andauerte und eine tatsächliche Infektion des Mobiltelefons nicht bestätigt werden konnte, wenngleich Medienberichte wie jener des Senders BBC von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Kompromittierung sprachen.

Baji? selbst brachte den Ausspähversuch direkt mit seiner beruflichen Arbeit in Verbindung und erklärte, die juristische Aufarbeitung des sogenannten Generalstab-Falls sei der einzige Grund für den Angriff gewesen.

Pegasus-Infektion an Universität Belgrad nachgewiesen

Neben den Warnungen an Baji? dokumentierten Citizen Lab und die serbische Bürgerrechtsorganisation SHARE Foundation einen weiteren Fall im Land. Bei Vladan ?oki?, dem Rektor der Universität Belgrad, konnte eine erfolgreiche Infektion seines iPhones im Jahr 2026 forensisch nachgewiesen werden. Dabei kam die Pegasus-Software des israelischen Anbieters NSO Group über einen sogenannten Zero-Click-Angriff zum Einsatz, der ohne Interaktion des Nutzers funktioniert. Berichten zufolge sahen sich sowohl ?oki? als auch Baji? politischem Druck aus dem Umfeld der Regierungspartei ausgesetzt.

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Zunehmende Überwachung im Vorfeld der Parlamentswahlen

Die Vorfälle reihen sich in eine Reihe digitaler Ausspähversuche in Serbien ein. Bereits am 2. September 2026 hatte die SHARE Foundation gemeldet, dass Anfang 2026 mindestens 14 Personen im Land mit Spyware attackiert worden waren.

Unter den Betroffenen befanden sich Studierende, Aktivisten sowie je ein Abgeordneter und ein Gemeinderat. Durch die neu bekannt gewordenen Fälle erhöhte sich die Gesamtzahl der für das Jahr 2026 öffentlich verifizierten Spyware-Ziele in Serbien laut Citizen Lab auf mindestens 16.

Die SHARE Foundation stufte die Überwachung von Vertretern aus Justiz und Hochschulwesen als ernste Gefahr für die Unabhängigkeit staatlicher Institutionen ein. Die Organisation bezeichnete die Entwicklung als besonders besorgniserregend mit Blick auf die anstehenden Parlamentswahlen in Serbien, die für den 25. Oktober 2026 terminiert sind.

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