Apple, Liu

Apple vs. Liu: Geheimnisdiebstahl für OpenAI-KI-Agent nachgewiesen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple legt im Verfahren gegen Chang Liu weitere forensische Belege vor und beantragt eine beschleunigte Beweisaufnahme für den Rechtsstreit.

Apple reicht neue Beweise gegen Ex-Mitarbeiter im OpenAI-Streit ein
Ein geschlossener Laptop auf einem dunklen Konferenztisch in einem modern eingerichteten Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Apple hat am 31. August 2026 im Rechtsstreit um mutmaßlichen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen neue Beweise nachgereicht. Der Konzern wirft dem ehemaligen Mitarbeiter Chang Liu vor, ein vertrauliches Apple-Schaltplanschema für einen Power-Converter-Schaltkreis bei OpenAI verwendet zu haben. Liu habe zudem einen KI-Agenten trainiert, um die Schaltkreis-Simulationssoftware LTspice auszuführen.

Forensische Analyse belastet Ex-Mitarbeiter

Eine forensische Untersuchung des von Apple ausgegebenen MacBooks von Chang Liu zeige laut Apple, dass Liu das vertrauliche Schaltplanschema im März 2026 herunterlud – zwei Monate nachdem er das Unternehmen verlassen hatte.

Nach Angaben von cryptobriefing.com behielt Liu das Apple-Gerät nach seinem Ausscheiden im Januar 2026 und habe eine Authentifizierungsschwachstelle genutzt, um an sensible technische Dokumente zu gelangen. Die forensischen Beweise vom MacBook wurden laut techstartups.com am 21. August 2026 übergeben und enthalten unter anderem eine Datei im „.asc“-Format.

Apple erweitert die Klage zudem um den Vorwurf, Liu habe die heruntergeladenen vertraulichen Dateien inklusive des Schaltplans für Simulationen bei OpenAI genutzt. Beweise vom Laptop zeigten außerdem Zugriffe auf Cloud-Speicher.

Vorwurf der Beweisvernichtung

Apple wirft OpenAI zusätzlich vor, im laufenden Verfahren Beweise vernichtet zu haben. Die forensische Analyse des MacBooks belege laut dem Bericht von straitstimes.com, dass Liu Anweisungen zur Beweisvernichtung versendet habe. OpenAI weist die Vorwürfe der Beweisvernichtung nach einem Bericht von macdailynews.com zurück.

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Nach Angaben von engadget.com soll Liu zudem Apple-Geräte „wiederhergestellt“ haben, nachdem eine interne Untersuchung eingesetzt hatte. Insgesamt wirft Apple elf ehemaligen Mitarbeitern Geheimnisverrat vor.

Beschleunigte Beweisaufnahme beantragt

Apple beantragt eine beschleunigte Beweisaufnahme und hat für den 1. Oktober eine Anhörung vor Richter Edward J. Davila angesetzt. Im Rahmen dieses Antrags verlangt der Konzern laut lavx.hu auch Zugriff auf einen Mac mini. Nach Einschätzung von newsquawk.com ist ein solcher Antrag in Verfahren um Geschäftsgeheimnisse ein Standardschritt, dem Gerichte eher zustimmen, wenn eine einstweilige Verfügung angestrebt wird.

Die Klage mit dem Aktenzeichen Apple v. Liu et al., Fall 26-07078, beim Bundesgericht im nördlichen Bezirk Kaliforniens richtet sich neben Chang Liu auch gegen die Unternehmen io Products und gegen Tang Yew Tan. OpenAI hatte io Products laut cryptobriefing.com im Jahr 2025 für 6,5 Milliarden US-Dollar übernommen. Die Beklagten müssen laut techstartups.com bis zum 4. September antworten; OpenAI beantragt die Abweisung der Klage.

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Wechselbewegungen zwischen den Unternehmen

Der Fall fällt in eine Phase intensiver personeller Verschiebungen zwischen den beiden Unternehmen: Nach Angaben von cryptobriefing.com sind inzwischen über 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI tätig. Der Rechtsstreit um Chang Liu wirft damit ein Schlaglicht auf die Frage, wie Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte mit dem Schutz vertraulicher technischer Informationen umgehen, wenn Mitarbeiter zwischen Konkurrenten wechseln.

Mehr zum Thema bei MacRumors: „Apple Says Former Engineer Used Stolen Trade Secrets at OpenAI, Taught AI Agent to Run Them“

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