Apple verschlankt Wearables: KI-Brille für 200–500 Euro ab Ende 2027
04.06.2026 - 09:04:24 | boerse-global.deDer iPhone-Konzern konzentriert sich künftig auf nur noch zwei Produkte im Bereich smarter Brillen – und stellt die Vision-Pro-Reihe auf Eis.
Apple verschlankt seine Wearable-Sparte drastisch. Statt sieben verschiedenen Produkten setzt der Konzern künftig nur noch auf zwei Kernentwicklungen. Das geht aus Analystenberichten vom 3. und 4. Juni hervor. Der Schritt ist Teil einer Neuausrichtung unter dem designierten CEO John Ternus, der Tim Cook am 1. September 2026 offiziell ablösen wird. Ternus hat die Projekte in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich vorangetrieben.
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KI-Brille als Massenprodukt
Das erste Produkt auf der neuen Roadmap ist eine KI-gesteuerte Smart-Brille ohne Display. Unter dem Codenamen N50 entwickelt, zielt sie auf den Massenmarkt ab. Der Preis soll zwischen 200 und 500 Euro liegen. Ursprünglich für Ende 2026 geplant, verschiebt sich der Marktstart nun auf Ende 2027.
Die Brille wird mit ovalen Kameras, Mikrofonen und Lautsprechern ausgestattet sein. Die Integration von Siri ermöglicht multimodale KI-Interaktionen. Apple hat eigenen Angaben zufolge vier verschiedene Rahmenmodelle in Farben wie Schwarz, Navy und Hellbraun getestet.
Das zweite Produkt ist eine AR- und XR-Brille mit optischer Wellenleiter-Technologie. Sie soll jedoch frühestens 2029 auf den Markt kommen.
Vision Pro vor dem Aus?
Die Neuausrichtung hat weitreichende Folgen für Apples bisheriges Flaggschiff. Analyst Ming-Chi Kuo zufolge wurden Pläne für einen Vision-Pro-Nachfolger sowie eine günstigere Version namens „Vision Air" von der Roadmap gestrichen.
Bloomberg-Reporter Mark Gurman berichtet von einem etwas anderen internen Status: Demnach befinde sich die gesamte Headset-Kategorie derzeit „auf Eis". Zwar teste Apple weiterhin einen Vision-Pro-2-Prototypen, ein Nachfolger werde aber frühestens 2028 oder 2029 erwartet.
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Das Vision-Air-Projekt, das ein um 40 Prozent leichteres und 50 Prozent günstigeres Gerät als die ursprüngliche Vision Pro (3.499 Euro) werden sollte, wurde bereits im Oktober 2025 pausiert. Die aktuelle M5-Vision Pro, die im Oktober 2025 ein Refresh erhielt, bleibt zwar im Handel – doch Apples Engagement schwindet: Die Marketingausgaben für die Headset-Reihe wurden um mehr als 95 Prozent gekürzt.
Marktdruck und neue Konkurrenz
Der Strategiewechsel kommt nicht überraschend. Das Interesse an hochpreisiger Mixed-Reality-Hardware hat spürbar nachgelassen. Die ursprüngliche Vision Pro verkaufte sich 2024 rund 390.000 Mal – im vierten Quartal 2025 waren es nur noch etwa 45.000 Einheiten.
Ganz anders der Markt für Smart Glasses: Laut Counterpoint Research legten die weltweiten Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte 2025 um 139 Prozent im Jahresvergleich zu. Meta dominiert diesen Sektor mit einem Marktanteil von 82 Prozent.
Apple reagiert auf diesen Trend mit einer klaren Priorität: Die KI-Brille für Ende 2027 soll die Probleme von Gewicht und Preis lösen, an denen die Vision Pro gescheitert ist. Frühere Projekte – darunter eine Display-Brille für den Mac – wurden bereits im Januar 2025 eingestellt, um Ressourcen auf die neue Zwei-Produkt-Strategie zu konzentrieren.
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