Apple, MacBook-Neo-Produktion

Apple verdoppelt MacBook-Neo-Produktion trotz Chipkrise

11.05.2026 - 14:51:27 | boerse-global.de

Apple steigert MacBook-Neo-Produktion trotz Chipkrise massiv und passt Preise aufgrund steigender Speicherkosten an.

Apple verdoppelt MacBook-Neo-Produktion trotz Chipkrise - Foto: über boerse-global.de
Apple verdoppelt MacBook-Neo-Produktion trotz Chipkrise - Foto: über boerse-global.de

Der Konzern hat seine Fertigungsziele für das MacBook Neo von sechs auf zehn Millionen Einheiten hochgeschraubt – und das mitten in einer schweren Chipkrise.

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Produktionsschub mit angepasster Technik

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, greift Apple zu einem ungewöhnlichen Schritt. Statt der ursprünglich geplanten A18-Pro-Chips mit fünf aktiven GPU-Kernen setzt der Hersteller nun auf vollwertige Sechs-Kern-Varianten – ein Kern wird dabei per Software deaktiviert. Diese Taktik maximiert die Ausbeute der verfügbaren Silizium-Wafer.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwingen Apple jedoch zu Preisanpassungen. Die Speicherpreise sind im zweiten Quartal 2026 um rund 40 Prozent gestiegen, angetrieben durch den weltweiten KI-Boom. Branchenbeobachter rechnen daher mit dem Auslaufen des günstigen Einstiegsmodells mit 256 Gigabyte Speicher, das bisher bei rund 599 Euro lag. Der neue Einstiegspreis dürfte bei etwa 799 Euro für die 512-Gigabyte-Version liegen.

M4 Max erreicht neue KI-Bestwerte

Während das MacBook Neo den Massenmarkt bedient, zeigen die High-End-Chips M4 Max und Ultra, was lokal wirklich möglich ist. Am 10. Mai veröffentlichte der Entwickler Salvatore Sanfilippo die Engine DwarfStar 4 – speziell optimiert für das DeepSeek V4 Flash Modell mit 284 Milliarden Parametern.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: Auf einem M4 Max MacBook Pro mit 128 Gigabyte Arbeitsspeicher erreicht das System 31 Tokens pro Sekunde. Der integrierte KV-Cache arbeitet bei wiederholten Anfragen 18-mal schneller als herkömmliche Methoden. Für Entwickler bedeutet das: KI-Leistung auf Cloud-Niveau ohne laufende Abonnementkosten.

Zum Vergleich: Der M3 Max mit 96 Gigabyte RAM schafft rund 14 Tokens pro Sekunde bei Modellen wie Qwen 2.5 32B. Die Ultra-Serie bleibt mit 800 GB/s Speicherbandbreite klar überlegen – der Max kommt auf 400 GB/s.

Lieferengpässe zwingen zum Portfolio-Umbau

Die Folgen der KI-Nachfrage sind in Apples Desktop-Sparte besonders deutlich spürbar. CEO Tim Cook führt die aktuellen Hardware-Engpässe direkt auf das unerwartet hohe Interesse an KI-Anwendungen zurück.

Die Lieferzeiten für den Mac mini mit M4 Pro liegen derzeit zwischen 70 und 84 Tagen. Beim Mac Studio mit M4 Max oder M3 Ultra müssen Kunden neun bis zehn Wochen warten. Apple reagiert mit einer Bereinigung des Angebots: Die 32- und 64-Gigabyte-Varianten des M4 Mac mini sowie die 48- und 128-Gigabyte-Konfigurationen des Mac Studio wurden aus dem Programm genommen.

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Auch das günstigste Mac-mini-Modell mit 256 Gigabyte ist Geschichte. Der neue Einstiegspreis liegt bei 799 Euro für die 16/512-Gigabyte-Konfiguration. Das MacBook Neo bleibt mit Wartezeiten von 15 bis 23 Tagen vergleichsweise gut verfügbar.

macOS 27: Abschied von Intel und neues Siri

Auf der WWDC am 8. Juni will Apple das Betriebssystem macOS 27 mit dem Codenamen „Tahoe“ vorstellen. Die wichtigste Neuerung: Der Support für Intel-Prozessoren endet komplett. Apple optimiert das System exklusiv für den Neural Engine und die einheitliche Speicherarchitektur seiner Silizium-Chips.

Siri erhält ein fundamentales Update auf Basis von Google Gemini. Der Sprachassistent wird mit der Spotlight-Suche verschmelzen und als vollwertiger Chatbot fungieren. Safari bekommt eine KI-gestützte Tab-Organisation, die offene Fenster automatisch nach Themen gruppiert.

Die aktuelle Version macOS 26.4 bringt unterdessen einen Terminal-Kopierschutz gegen schädliche Befehle und synchronisiert FileVault-Wiederherstellungsschlüssel über die Passwort-App.

Ausblick: M5-Chips und neue Fertigungspartner

Die Branche blickt gespannt auf die WWDC. Während das MacBook Neo die aktuelle Nachfrage bedienen soll, richtet sich der Blick der Profi-Anwender bereits auf Ende 2026. Die erwarteten M5 Max und Ultra Chips sollen native FP8-Tensor-Kerne und Speicherbandbreiten von über 1,0 TB/s bieten.

Apple bereitet zudem eine strategische Neuausrichtung vor: Erste Vereinbarungen mit Intel deuten darauf hin, dass der Chipriese ab 2027 M-Serie-Prozessoren und ab 2028 iPhone-Chips fertigen könnte. Das wäre eine deutliche Abkehr von der bisherigen Abhängigkeit von einem einzigen Auftragsfertiger.

Bis dahin müssen sich Profis auf dem Zweitmarkt umsehen. Ein kürzlich für 1.501 Euro versteigerter M4 Max MacBook Pro mit 64 Gigabyte RAM zeigt: Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.

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