Apple unter Druck: Mac mini gestrichen, iPhone 18 Pro wird 250 Euro teurer
22.06.2026 - 06:35:17 | boerse-global.de
Tim Cook spricht von einem „Jahrhundertereignis", das die gesamte Branche erschüttert.
Erinnerungslücken im Produktportfolio
Die Auswirkungen des Chip-Booms sind bereits sichtbar. Apples professionelle Hardware wird schrittweise beschnitten: Die 256-GB-Arbeitsspeicher-Option für den M3 Ultra Mac Studio wurde gestrichen – nur noch die 96-GB-Version ist verfügbar. Grund dafür sind Lieferengpässe, die Apple auf die enorme Nachfrage aus der KI-Branche und begrenzte Kapazitäten beim Partner TSMC zurückführt.
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Noch deutlicher wird der Trend beim Einstiegssegment. Der Mac mini für 599 Euro (US-Preis: 599 Dollar) wurde ersatzlos gestrichen. Das günstigste Modell startet nun bei umgerechnet rund 730 Euro – ein Preissprung von über 30 Prozent. Auch bestimmte 32-GB- und 64-GB-Konfigurationen anderer Mac-Modelle verschwinden nach und nach aus dem Angebot. Branchenkenner sehen darin den Versuch, die Gewinnmargen trotz explodierender Komponentenkosten zu halten.
Speicherpreise explodieren
Der Treiber dieser Entwicklung: KI-Rechenzentren verschlingen einen immer größeren Anteil der weltweiten DRAM- und NAND-Flash-Produktion. Die Preise für Speicherchips haben sich binnen eines Jahres vervierfacht. Seit Ende 2025 steigen sie jedes Quartal um mindestens 50 Prozent.
Die Folgen treffen auch das iPhone. Für das kommende iPhone 18 Pro erwarten Analysten einen nötigen Preisaufschlag von umgerechnet rund 250 Euro, um die Margen zu halten. Die Kosten für den Arbeitsspeicher könnten von 36 auf 135 Euro steigen, die für den Flash-Speicher von 12 auf 47 Euro. Insgesamt verteuern sich die Komponenten des Geräts um etwa ein Viertel.
Branche unter Druck
Die gesamte Tech-Branche leidet unter dem, was Experten einen „Speicher-Superzyklus" nennen. Goldman Sachs senkte seine Prognosen für weltweite Smartphone-Auslieferungen auf 1,14 Milliarden Geräte für 2026 – ein deutlicher Rückgang. Gartner warnt vor einem Einbruch der PC-Verkäufe um 10,4 Prozent und der Smartphone-Verkäufe um 8,4 Prozent im laufenden Jahr.
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Während die Hersteller kämpfen, boomen die Speicherproduzenten. Micron Technology verzeichnet einen Kursanstieg von fast 300 Prozent seit Jahresbeginn. Apple selbst sucht derweil nach Alternativen: Ein Bericht vom Juni deutet auf eine mögliche Partnerschaft mit Intel für die Chip-Produktion von Einstiegsgeräten ab 2027 hin – allerdings soll TSMC weiterhin über 90 Prozent der Apple-Silizium-Chips liefern.
Führungswechsel in turbulenten Zeiten
Die Entwicklung trifft Apple in einer Phase des Umbruchs. Tim Cook wird das Unternehmen am 1. September 2026 verlassen, John Ternus übernimmt. Der neue CEO erbt ein Marktumfeld, das von hoher Komponenten-Volatilität und einer Verschiebung hin zu Premium-Preisen geprägt ist – die Kosten des KI-Booms müssen irgendwo landen.
