Apple testet chinesische CXMT-Chips: Flucht aus Samsung-Abhängigkeit
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:57 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Hintergrund sind massiv steigende Preise für DRAM-Komponenten und der wachsende Wettbewerbsdruck in Asien.
Tests mit ChangXin Memory Technologies
Die Erprobung der CXMT-Chips könnte Apples Beschaffungsstrategie grundlegend verändern. Der chinesische Hersteller hat sich zum viertgrößten DRAM-Produzenten weltweit entwickelt. Im vergangenen Jahr hielt er rund 11 Prozent der globalen Wafer-Kapazitäten. Analysten zufolge strebt CXMT bis 2028 einen Marktanteil von 15 Prozent an.
Eine verbindliche kommerzielle Zusage gibt es noch nicht. Branchenkenner werten die Testläufe jedoch als strategisches Manöver. Apple will offenbar die Abhängigkeit von den etablierten Marktführern Samsung, SK Hynix und Micron verringern. Gleichzeitig könnte das Unternehmen so in Preisverhandlungen eine stärkere Position einnehmen.
Parallel zu den technischen Prüfungen soll Apple in Washington Lobbyarbeit leisten. Ziel ist eine breitere Nutzung der chinesischen Komponenten. In Fachkreisen wird spekuliert: Die CXMT-Chips könnten primär für günstigere Modelle wie ein potenzielles iPhone 18e infrage kommen. Bei High-End-Spezifikationen bestehen noch technologische Lücken und Patentrisiken.
Marktdynamik und steigende Komponentenkosten
Der Schritt erfolgt in einer Phase extremer Preissteigerungen. Die DRAM-Preise stiegen im ersten Quartal 2026 um fast 100 Prozent. Weitere deutliche Zuwächse folgten im zweiten Quartal. Das belastet die Margen der Hardware-Hersteller erheblich. Prognosen zufolge könnten die Speicherkosten für kommende Smartphone-Generationen von etwa 39 Euro auf bis zu 145 Euro pro Gerät steigen.
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Die großen Speicherproduzenten profitieren derzeit massiv. Samsung Electronics meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Rekordgewinn von 89,4 Billionen Won – rund 51 Milliarden Euro. Das entspricht dem Neunzehnfachen des Vorjahresergebnisses.
Trotz dieser Zahlen gab der Aktienkurs von Samsung zuletzt deutlich nach. Anleger sorgen sich vor einer Überinvestition im Bereich Künstliche Intelligenz. Auch der US-Konkurrent Micron verzeichnete Kurskorrekturen, nachdem die Aktie Ende Juni ein Rekordhoch erreicht hatte.
Stabile Nachfrage trotz Preiserhöhungen
Trotz gestiegener Produktionskosten und bereits umgesetzter Preiserhöhungen – etwa beim MacBook Air oder iPad – zeigen sich Analysten für die Apple-Aktie optimistisch. Ein führendes Bankhaus hob das Kursziel am 7. Juli auf 345 US-Dollar an. Die Begründung: Die höheren Verkaufspreise dämpfen die Nachfrage kaum.
Im wichtigen chinesischen Markt konnte Apple zuletzt Boden gutmachen. Während eines großen Shopping-Festivals von Ende Mai bis Ende Juni sicherte sich der Konzern mit 18 Prozent Marktanteil den zweiten Platz hinter Huawei. Apple setzte dabei auf deutliche Rabatte von bis zu 2.000 Yuan, um den Absatz in einem insgesamt rückläufigen Gesamtmarkt zu stützen.
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Detaillierte Einblicke in die finanzielle Verfassung des Konzerns werden für den 30. Juli erwartet. Dann legt Apple seine offiziellen Quartalszahlen vor.
Die Nachricht über das Interesse von Apple beflügelte zudem die Kurse zahlreicher chinesischer Chip-Werte. Unternehmen aus Halbleiterfertigung und Testsystemen verzeichneten zweistellige Kursgewinne an den asiatischen Börsen. CXMT selbst bereitet derzeit einen Börsengang am STAR Market vor – bewertet mit mehreren Billionen Yuan.
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