Apple, Siri-Features

Apple stoppt Siri-Features in der EU: Streit um DMA-Regeln

10.06.2026 - 15:47:54 | boerse-global.de

Apple setzt neue KI-Funktionen für iPhone und iPad in der EU aus. Grund ist ein Konflikt mit dem Digital Markets Act über Datenschutz und Interoperabilität.

Apple stoppt KI-Update für Siri in der EU wegen DMA-Streit
Apple - Abstract digital brain intertwined with circuit board and faint EU map outline, symbolizing AI regulation and delay in Europe. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Apple hat bestätigt, dass die geplanten KI-Features für iPhone und iPad, darunter eine grundlegend überarbeitete Siri, in der EU vorerst nicht erscheinen werden. Grund ist ein regulatorischer Konflikt mit dem Digital Markets Act (DMA). Betroffen sind die neuen Betriebssysteme iOS 27, iPadOS 27 und watchOS 27.

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Streit um Interoperabilität

Im Zentrum des Disputs stehen die Interoperabilitätsvorgaben des DMA. Apple argumentiert, dass eine Umsetzung dieser Regeln Drittanbietern „uneingeschränkten Zugriff" auf Nutzerdaten gewähren würde – ein Schritt, der die eigenen Privatsphäre- und Sicherheitsstandards unterlaufe. Greg Joswiak, Vice President bei Apple, erklärte, es gebe derzeit keine technische Lösung für dieses Problem.

Apple schlug als Ausweg einen technischen Vermittler namens „Trusted System Agent" vor. Die Umsetzung, so das Unternehmen, würde eine 18-monatige Übergangsphase erfordern. Doch die EU-Kommission lehnte den Vorschlag ab. Kommissionssprecher Thomas Regnier stellte klar: Die Entscheidung, die Funktionen vom europäischen Markt fernzuhalten, liege allein bei Apple. Nichts im DMA verbiete den Start der KI-Technologie.

Ausnahmen abgelehnt

Nach Angaben der EU-Kommission beantragte Apple eine 18-monatige Ausnahme von den DMA-Interoperabilitätspflichten – statt einen konformen Integrationsplan vorzulegen. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Begründung: Eine Ausnahme würde anderen KI-Assistenten die faire Chance auf Apples Plattformen nehmen. Die EU-Regeln seien nicht verhandelbar und dienten der Wahlfreiheit der Nutzer – etwa zwischen Siri und Google Gemini.

Die Verzögerung betrifft ausschließlich mobile Geräte. Während iPhone- und iPad-Nutzer auf die neue Siri, Visual Intelligence und erweiterte Schreibwerkzeuge verzichten müssen, sollen die KI-Features auf dem Mac und der Vision Pro über macOS 27 und visionOS 27 in der EU verfügbar sein.

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Marktauswirkungen und weitere Hürden

Der Aufschub trifft einen bedeutenden Teil der Apple-Kundenbasis: Die Europäische Union macht rund 27 Prozent des Gesamtumsatzes aus, der 2025 bei 111 Milliarden Dollar lag. Neben der EU gibt es auch in China Verzögerungen – dort aufgrund lokaler Regulierungsanforderungen. Für den chinesischen Markt prüft Apple Partnerschaften mit heimischen Firmen wie Baidu und Alibaba.

Die neue Siri, die auf Google-Gemini-Modellen basiert, soll noch in diesem Jahr in eine Beta-Phase auf Englisch gehen. Craig Federighi, Apples Software-Chef, betonte jedoch: Einen Zeitplan für die Verfügbarkeit auf mobilen Geräten in der EU gebe es derzeit nicht.

Der regulatorische Konflikt fällt in eine Phase des Führungswechsels bei Apple. Tim Cook wird seinen Posten als CEO voraussichtlich im Spätsommer räumen, John Ternus soll die Position am 1. September 2026 übernehmen.

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