Apple Q3: 109,4 Milliarden Euro und Cooks Abschied als CEO
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple meldet die besten Juni-Zahlen der Firmengeschichte – doch die Anleger reagieren mit Panik. Der Ausblick trübt den Jubel.
Der Technologieriese hat im dritten Geschäftsquartal 2026 (Ende 27. Juni) einen Umsatz von 109,4 Milliarden Euro erzielt – ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wurde das Wachstum vor allem von starken iPhone- und Mac-Verkäufen sowie rekordhohen Service-Erlösen. Doch die Euphorie währte nur kurz: Nachbörslich stürzte die Aktie am 31. Juli um acht bis zehn Prozent ab. Grund dafür sind ein schwächer als erwarteter Ausblick auf das vierte Quartal und Warnungen vor steigenden Produktionskosten.
Rekordzahlen mit Schönheitsfehlern
Der Nettogewinn erreichte 29,8 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie stieg um 29 Prozent auf 2,02 Euro. Die Bruttomarge lag bei beachtlichen 50,1 Prozent – begünstigt durch Zollrückerstattungen, die zwei Prozentpunkte beisteuerten. Die Dividende von 0,27 Euro je Aktie wird am 13. August ausgezahlt.
Besonders beeindruckend entwickelte sich das iPhone-Geschäft: Mit 54,3 Milliarden Euro Umsatz legte die Kernsparte um 22 Prozent zu. In China wuchsen die Verkäufe ebenfalls um 22 Prozent. Auch die Mac-Sparte feierte mit 10,4 Milliarden Euro ein Rekordquartal und steigerte sich um 29 Prozent. Die Services-Sparte erzielte mit 30,7 Milliarden Euro ein Plus von zwölf Prozent – verfehlte damit allerdings knapp die Analystenprognosen von 31,2 Milliarden Euro. Während Wearables um 6,5 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro zulegten, musste das iPad-Geschäft einen Rückgang von rund sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro hinnehmen.
Weltweit nutzen inzwischen mehr als 2,5 Milliarden Menschen ein Apple-Gerät. In Indien verzeichnete das Unternehmen ebenfalls Rekordumsätze.
Abschied mit Warnung: Cooks letzte Bilanz
Die Vorlage der Zahlen war zugleich die letzte Telefonkonferenz von Tim Cook als CEO. Am 1. September übergibt er die Führung an John Ternus. Cook betonte in seiner Abschiedsrunde den pragmatischen Ansatz des Konzerns bei Künstlicher Intelligenz und die Offenheit gegenüber Open-Source-Modellen.
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Doch der scheidende Chef warnte auch vor erheblichen Belastungen in der globalen Lieferkette. Den jüngsten Anstieg der Speicher- und Chipkosten bezeichnete er als „Jahrhundertflut“, die die künftigen Margen belasten werde. Erste Konsequenzen sind bereits spürbar: Bei bestimmten Produkten erhöhte Apple die Preise um bis zu 300 Euro.
Für das vierte Geschäftsquartal stellt der Konzern ein Umsatzwachstum von neun bis elf Prozent in Aussicht – die Analysten hatten mit rund zwölf Prozent gerechnet. Die Bruttomarge dürfte sich angesichts der anhaltenden Lieferkettenprobleme auf 47 bis 48 Prozent abschwächen.
Blick nach vorn: KI, Brillen und ein Jubiläums-iPhone
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Unter neuer Führung richtet sich der Blick auf die Produktstrategie der kommenden Jahre. Branchenbeobachter erwarten, dass iOS 27 einen starken Fokus auf Künstliche Intelligenz und verbesserte Siri-Funktionen legt.
Für 2027 werden mehrere Hardware-Neuheiten erwartet: Apples erste Smart Glasses könnten auf der WWDC im Juni 2027 vorgestellt werden. Das Gerät soll auf On-Device-KI und Datenschutz setzen – bemerkenswerterweise ohne Gesichtserkennung. Die Designsprache des MacBook Ultra mit OLED-Panels und schlankerem Gehäuse soll zudem auf das 14-Zoll-MacBook Pro übertragen werden. Und zum 20. Geburtstag des iPhone wird ein Jubiläumsmodell mit Glasdesign, 2-nm-A21-Chip und Hochleistungsakku kolportiert.
Während Apple nach vorn schaut, droht juristischer Gegenwind: Drei Kunden haben Klage eingereicht, nachdem sie durch eine betrügerische Krypto-Wallet-App finanzielle Verluste erlitten hatten. Der Fall wirft Fragen zu den Sicherheitsprotokollen für Finanz-Apps im App Store auf.
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