Apple öffnet Siri und Co. für KI-Modelle von Drittanbietern
06.05.2026 - 19:57:51 | boerse-global.deMit iOS 27 und macOS 27 plant Apple einen radikalen Kurswechsel: Künftig können Nutzer selbst entscheiden, welche KI-Modelle ihre Geräte antreiben.
Der iPhone-Konzern bereitet einen tiefgreifenden Wandel seiner KI-Strategie vor. Wie aus Analystenkreisen bekannt wurde, sollen mit den Betriebssystem-Updates im Herbst 2026 erstmals externe KI-Modelle in Apples Ökosystem integriert werden. Bisher vertraute der Konzern bei seinen „Apple Intelligence"-Funktionen auf exklusive Partnerschaften – allen voran mit OpenAI und dessen ChatGPT.
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„Extensions"-Framework erlaubt freie Modellwahl
Das neue System trägt den internen Namen „Extensions“. Es ermöglicht Nutzern, zwischen verschiedenen KI-Anbietern für Aufgaben wie Textgenerierung, Bildbearbeitung oder Sprachassistenz zu wählen. In Tests waren Berichten zufolge Modelle von Google und Anthropic im Einsatz. Siri, die Schreibwerkzeuge und die Bildfunktion „Image Playground“ sollen so flexibler werden.
ChatGPT verliert damit seine exklusive Stellung in Apples Software-Suite. Branchenbeobachter vermuten, dass die Nutzungszahlen der bisherigen KI-Angebote hinter den Erwartungen zurückblieben. Unter dem neuen System könnte Siri sogar verschiedene Stimmen oder Spezialfähigkeiten erhalten – je nachdem, welches Drittanbieter-Modell der Nutzer wählt.
Apple plant zudem einen eigenen Bereich im App Store für kompatible KI-Anwendungen. Die Einstellung des bevorzugten „Gehirns“ für Siri erfolgt über die Geräteeinstellungen. An den Abonnement-Einnahmen aus diesen Integrationen will sich Apple offenbar beteiligen. Die offizielle Vorstellung der neuen Funktionen wird für die WWDC am 8. Juni 2026 erwartet.
iOS 26.5: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS
Bevor iOS 27 erscheint, steht zunächst das Update auf iOS 26.5 an – und das hat es in sich. Seit dem 4. Mai testet Apple die finale Version (Release Candidate) und bestätigt darin die lang erwartete Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten. Bisher waren Chats zwischen iPhone und Android unverschlüsselt – ein Sicherheitsrisiko, das nun der Vergangenheit angehört.
Die Verschlüsselung basiert auf dem RCS Universal Profile 3.0 und dem MLS-Protokoll (Messaging Layer Security). Verschlüsselte Unterhaltungen werden in der Nachrichten-App durch ein Vorhängeschloss-Symbol gekennzeichnet. Die Maßnahme erfolgte in Abstimmung mit der GSMA, dem Branchenverband der Mobilfunkanbieter.
Weitere Neuerungen in iOS 26.5:
- „Suggested Places“ in Apple Maps: Standortbasierte Empfehlungen, die später in den USA und Kanada auch gesponserte Inhalte enthalten sollen
- „Pride Luminance“-Hintergrundbild
- Monatliche Zahlungsoptionen für jährliche App-Store-Abonnements
- Erweiterte Live-Activities-Unterstützung für Drittanbieter-Zubehör in der EU
Die stabile Version von iOS 26.5 wird voraussichtlich um den 11. oder 12. Mai für alle Nutzer freigegeben.
Sicherheitslücken bei WhatsApp geschlossen
Auch bei Meta gab es Bewegung in Sachen Sicherheit. Am 5. und 6. Mai schloss der Konzern zwei Sicherheitslücken in WhatsApp. Die erste Schwachstelle (CVE-2026-23866) betraf eine unvollständige Validierung KI-generierter Antworten für Instagram Reels auf Android und iOS. Angreifer hätten darüber Medien von nicht autorisierten URLs laden oder Betriebssystem-Funktionen anstoßen können.
Die zweite Lücke (CVE-2026-23863) betraf die Windows-Version von WhatsApp. Hier ermöglichte eine NUL-Byte-Injection das Überschreiben von Dateiendungen – schädliche Anhänge konnten so als harmlose Dokumente getarnt werden.
Bislang gibt es keine Hinweise auf eine aktive Ausnutzung der Schwachstellen. Die indische Sicherheitsbehörde CERT-In empfiehlt dennoch ein zügiges Update auf die aktuellen Versionen (Android 2.26.7.10, iOS 2.26.15.72, Windows 2.3000.1032164386.258709).
Mit den ständigen System-Updates kommen auch immer wieder neue Funktionen und Fachbegriffe auf iPhone-Nutzer zu. Wer bei Begriffen wie AirDrop oder Lightning nicht den Faden verlieren möchte, findet in diesem kompakten Lexikon klare Erklärungen für den digitalen Alltag. Die 53 wichtigsten iPhone-Begriffe kostenlos sichern
FCC verschärft Regeln gegen Robocalls
Die US-Kommunikationsbehörde FCC hat am 5. Mai strengere „Know Your Customer“-Regeln vorgeschlagen. Telekommunikationsanbieter müssen demnach die Identität ihrer Kunden – inklusive Name, Ausweis und Adresse – vor der Aktivierung von Diensten überprüfen. FCC-Chef Brendan Carr erklärte, die Maßnahme ziele auf die Bekämpfung illegaler Robocalls ab. Die Strafen für Anbieter sollen sich künftig an der Zahl betrügerischer Anrufe aus ihren Netzen bemessen.
Vodafone übernimmt Three komplett
Der britische Telekommunikationsmarkt konsolidiert sich weiter. Am 5. Mai gab Vodafone bekannt, die restlichen 49 Prozent an VodafoneThree von CK Hutchison für umgerechnet rund 5,3 Milliarden Euro zu übernehmen. Der Gesamtwert des zusammengelegten Unternehmens wird auf etwa 15,9 Milliarden Euro geschätzt – ein Rückgang gegenüber früheren Bewertungen. Vodafone will die vollständige Kontrolle nutzen, um seine Infrastrukturpläne im Vereinigten Königreich zu beschleunigen. Die regulatorische Genehmigung wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Ausblick: WWDC als Schlüsselmoment
Der Erfolg des „Extensions“-Frameworks wird maßgeblich davon abhängen, wie reibungslos sich Drittanbieter-Modelle integrieren lassen – ohne Abstriche bei Datenschutz und Geschwindigkeit, die Nutzer von Siri gewohnt sind. Die WWDC im Juni wird zeigen, ob Apple den Spagat zwischen Offenheit und Kontrolle meistert. Klar ist: Der Konzern verlässt seinen bisherigen „walled garden“ – und betritt Neuland.
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