Apple-Klage abgewiesen: EU-Gericht bestätigt Gatekeeper-Status
Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das EU-Gericht wies am 9. Juli 2026 gleich drei Klagen des US-Unternehmens ab – eine wegweisende Entscheidung für den digitalen Wettbewerb in Europa.
App Store ist kein Einzelfall
Ein zentraler Punkt von Apples Argumentation war die Aufspaltung seiner digitalen Marktplätze. Der Konzern hatte argumentiert, dass die fünf verschiedenen App Stores – für iPhone, iPad, Mac, Apple TV und Apple Watch – als eigenständige Dienste zu betrachten seien. Das Gericht folgte dieser Logik nicht und bestätigte die Einschätzung der EU-Kommission: Es handelt sich um einen einheitlichen Dienst.
Die Konsequenzen sind weitreichend. Apple muss nun Drittanbietern alternative Bezahlsysteme ermöglichen und Nutzern erlauben, Apps außerhalb des offiziellen Stores zu installieren. Für Entwickler und Verbraucher in der EU bedeutet das mehr Freiheit – und für Apple weniger Kontrolle über sein milliardenschweres Ökosystem.
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iMessage-Klage abgewiesen
Auch mit dem Versuch, seinen Messaging-Dienst iMessage aus den DMA-Regeln herauszuhalten, scheiterte Apple. Das Gericht erklärte die Klage für unzulässig. Der Zeitpunkt war entscheidend: Nach Ansicht der Richter können Unternehmen die Interoperabilitätsvorgaben erst dann anfechten, wenn konkrete Durchsetzungsmaßnahmen gegen sie ergriffen werden – nicht schon bei der grundsätzlichen Einstufung als Gatekeeper.
Rechtsexperten sehen darin einen Präzedenzfall. Die Entscheidung erschwert es künftig allen großen Plattformen, sich frühzeitig gegen die Regulierung zu stemmen.
Milliardenstrafen drohen
Der bestätigte Gatekeeper-Status setzt Apple massiv unter Druck. Bei Verstößen gegen die DMA-Regeln drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – bei Apple wären das mehrere Milliarden Euro. Bei wiederholten Verstößen könnten die Sanktionen sogar noch höher ausfallen.
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Doch damit nicht genug: In Europa laufen weitere Verfahren gegen den Konzern. Eine offene Geldstrafe von 500 Millionen Euro sowie Untersuchungen zu Siri und zur Interoperabilität von iOS stehen noch aus. Apple prüft nun eine Berufung vor dem Europäischen Gerichtshof, der höchsten Instanz der EU. Ein solcher Schritt würde sich allerdings auf Rechtsfragen beschränken – eine erneute Prüfung der Fakten ist nicht vorgesehen.
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