Apple iPod wird 25: 1.000 Songs starten Apples Höhenflug
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 05:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSApples Weg vom iPod zum iPhone
- Steve Jobs stellte den ersten iPod am 23. Oktober vor.
- Das Gerät kostete 399 Dollar und war zunächst Mac-Nutzern vorbehalten.
- Bis Ende 2005 verkaufte Apple mehr als 40 Millionen iPods.
Der iPod macht digitale Musik mobil
Apple brachte vor 25 Jahren den ersten iPod auf den Markt und versprach Platz für 1.000 Songs in der Tasche. Der Musikplayer veränderte den Umgang mit digitaler Musik und bereitete den Weg für das iPhone.
Bei der Vorstellung am 23. Oktober kostete das Gerät 399 Dollar und war zunächst nur mit Apples Mac-Computern nutzbar.
Ein teurer Player mit klarer Idee
Der Markt stand damals unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 und wirtschaftlicher Unsicherheit. Zudem besaßen Apples Computer weniger als drei Prozent Marktanteil.
Der iPod löste dennoch ein konkretes Problem: MP3-Dateien machten große Musiksammlungen mobil, doch vorhandene Player boten wenig Speicher und waren häufig schwer zu bedienen.
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Bedienung wird zum Erfolgsfaktor
Bei der Präsentation zeigte Steve Jobs zunächst die iTunes-Software und holte den iPod erst danach aus seiner Jeans-Tasche. Das Gerät sortierte Musik nach Künstlern, Playlists und einzelnen Songs und ließ sich über ein Drehrad mit zentralem Auswahlknopf steuern.
iTunes bildete die Grundlage für diese Organisation. Apple wollte seine Computer als „Digitalen Hub“ für Musik, Fotos und Videos etablieren und entwickelte den iPod als eng mit der Software verbundenes Gerät.
Apple erweitert die Modellfamilie
Ab der zweiten Generation im Jahr 2002 erkannte ein Touch-Kreis die Fingerbewegungen. Gleichzeitig öffnete Apple den iPod für Windows-Rechner und vergrößerte damit den potenziellen Kundenkreis.
In den folgenden Jahren brachte Apple mehrere Varianten heraus. Dazu gehörten 2004 der günstigere iPod mini, 2005 der iPod Shuffle ohne Display und im selben Jahr der dünne iPod Nano mit Farbdisplay.
Der iPod ebnet den Weg zum iPhone
Bis Ende 2005 verkaufte Apple mehr als 40 Millionen iPods. Der Erfolg unterstützte auch den Absatz der Mac-Computer und machte den Musikplayer zu einem zentralen Baustein der Apple-Strategie.
Mit dem iPhone von 2007 begann das Ende der iPod-Ära. Den iPod Classic stellte Apple 2014 ein, den Nano 2017; den iPod touch gab es noch bis 2022.
99 Cent verändern das Musikgeschäft
Zwei Jahre nach dem ersten iPod startete Apple den iTunes Music Store. Nutzer konnten einzelne Titel für 99 US- oder Euro-Cent kaufen, statt komplette Alben erwerben zu müssen.
Das Modell ließ die Verkäufe einzelner Songs stark steigen und stellte die Bedeutung des Albums infrage. Spätere Streamingdienste verschoben das Geschäft erneut vom Einzelkauf hin zu monatlichen Abonnements.
Der iPod entstand in einer Phase, in der digitale Musik technisch bereits möglich, für viele Nutzer aber noch umständlich zu verwalten war. Apple verband den tragbaren Player mit iTunes und löste damit nicht nur ein Speicherproblem, sondern schuf ein geschlossenes Zusammenspiel aus Gerät, Software und später auch einem digitalen Musikladen.
Vom Einzelgerät zum Ökosystem
Entscheidend war die Verbindung von einfacher Bedienung und einem klaren Geschäftsmodell. Mit dem iTunes Music Store konnten Nutzer einzelne Titel kaufen, während Apple zugleich neue Einnahmen und eine engere Bindung an seine Geräte aufbaute. Die Öffnung für Windows-Rechner vergrößerte die Reichweite des Players deutlich.
Der iPod veränderte damit die Machtverhältnisse in der Musikbranche. Alben verloren als alleinige Verkaufseinheit an Bedeutung, einzelne Songs wurden zum digitalen Produkt und die Musikbibliothek wanderte vom Regal in die Hosentasche. Für Apple wurde der Erfolg zum wirtschaftlichen und strategischen Fundament für spätere Gerätegenerationen.
Das Erbe im Smartphone
Mit dem iPhone verschmolzen Musikplayer, Mobiltelefon und Internetgerät. Diese Entwicklung machte einen separaten Player für viele Nutzer überflüssig, übertrug aber zugleich zentrale iPod-Ideen wie die intuitive Bedienung, die zentrale Mediathek und das Zusammenspiel von Hardware und Diensten auf eine neue Produktklasse.

