Apple Intelligence: Siri nutzt Google-Gemini mit 1,2 Billionen Parametern
07.06.2026 - 19:45:39 | boerse-global.de
E-Mails, Nachrichten, Notizen und Benachrichtigungen sollen das System namens Apple Intelligence trainieren. Das geht aus aktuellen Berichten hervor.
Lokale Verarbeitung als Datenschutzversprechen
Der Konzern betont, dass die sensiblen Informationen direkt auf den Geräten verarbeitet werden – auf iPhones, iPads und Macs. Ein Hochladen auf zentrale Server findet demnach nicht statt. Wer nicht möchte, dass seine Daten für das KI-Training genutzt werden, kann dies in den Einstellungen deaktivieren. Der Weg dorthin führt über „Datenschutz & Sicherheit“ zu „Analytics & Verbesserungen“.
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Doch wie sicher ist das wirklich? Kritiker fragen sich, ob die lokale Verarbeitung allein ausreicht, um Missbrauch auszuschließen.
Hybrid-Architektur für komplexe Aufgaben
Für anspruchsvolle Anfragen setzt Apple auf eine Mischung aus lokaler und Cloud-Verarbeitung. Die sogenannte Private Cloud Compute (PCC) nutzt spezielle Server mit Apple-Silicon-Chips, Secure Enclave und Secure Boot. Branchenexperten beschreiben die Cloud-Komponente als „zustandslose“ Rechenumgebung: Nutzerdaten werden ausschließlich zur Beantwortung einer konkreten Anfrage verwendet, weder gespeichert noch protokolliert.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und anonymisierte Metadaten sollen verhindern, dass Apple-Mitarbeiter auf die Informationen zugreifen können. Forscher können zudem die öffentlichen Software-Images überprüfen – ein Schritt in Richtung Transparenz.
Siri-Revolution mit Google-Technologie
Der Fokus auf persönliche Daten fällt mit einem grundlegenden Umbau von Siri zusammen. Der Sprachassistent soll auf einer maßgeschneiderten Version von Googles Gemini-KI basieren – mit 1,2 Billionen Parametern. Apple zahlt dafür rund eine Milliarde Euro pro Jahr an Google, das Gesamtvolumen des Deals könnte fünf Milliarden Euro erreichen.
Die neue Siri wird als eigenständige App mit iMessage-ähnlichem Chat-Interface daherkommen. Ein „Suchen oder Fragen“-Panel in der Dynamic Island soll den Zugriff erleichtern. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen:
- Personenbezogener Kontext: Siri durchsucht E-Mails, Fotos und Nachrichten, um individuelle Fragen zu beantworten
- Bildschirmverständnis: Der Assistent erkennt, was aktuell auf dem Display angezeigt wird
- Mehrschritt-Ausführung: Komplexe Abläufe über verschiedene Apps hinweg werden möglich
Die aktualisierte Siri erscheint zunächst als Beta-Version. Interessenten müssen sich möglicherweise auf eine Warteliste setzen lassen.
Hardware-Hürden und iOS 27
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Die neuen KI-Funktionen stellen hohe Anforderungen an die Geräte. Ein iPhone 15 Pro oder neuer mit A17-Pro-Chip und mindestens acht Gigabyte Arbeitsspeicher sind Pflicht. Das kommende iOS 27, das ebenfalls am 8. Juni vorgestellt wird, lässt ältere Modelle wie die iPhone-11-Serie und das iPhone SE der zweiten Generation hinter sich.
Selbst das Basis-iPhone 15 könnte zwar das Update erhalten, aber ohne den vollen KI-Umfang auskommen müssen. Nach der Entwicklervorschau im Juni ist ein öffentlicher Release für den Herbst 2026 geplant.
Bleibt die Frage: Ist Apples Ansatz der lokal verarbeiteten Daten wirklich so sicher, wie der Konzern verspricht? Oder lauern die Risiken an anderer Stelle – etwa in der Cloud-Komponente oder der Partnerschaft mit Google? Die Antwort darauf wird die kommenden Monate zeigen.
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