Apple, MacBook

Apple erwägt Aus für günstiges MacBook Neo

11.05.2026 - 11:38:50 | boerse-global.de

Steigende DRAM- und NAND-Preise gefährden das 699-Euro-Modell. Apple fokussiert sich auf margenstärkere Geräte und plant Partnerschaft mit Intel.

Apple erwägt Aus für günstiges MacBook Neo - Foto: über boerse-global.de
Apple erwägt Aus für günstiges MacBook Neo - Foto: über boerse-global.de

Der Einstieg in die Apple-Welt könnte deutlich teurer werden. Der iPhone-Konzern denkt offenbar über die Einstellung seines günstigsten Laptops nach – Schuld sind explodierende Speicherpreise.

Die Zeiten günstiger Apple-Laptops neigen sich dem Ende zu. Wie aus Branchenkreisen verlautet, erwägt der Technologieriese, das MacBook Neo in seiner Basisversion einzustellen. Der Grund: eine beispiellose Preisexplosion bei Speicherchips, die von Branchenkennern bereits als „RAMageddon" bezeichnet wird.

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Speicherpreise explodieren – „RAMageddon" belastet Margen

Die Zahlen sind atemberaubend: Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für DRAM-Speicher um 90 Prozent, im zweiten Quartal legten sowohl DRAM als auch NAND-Flash noch einmal um 50 Prozent zu. Für Geräte wie das MacBook Neo, bei denen Speicherchips inzwischen über 30 Prozent der Materialkosten ausmachen, wird das zum existentiellen Problem.

Apple-CEO Tim Cook bestätigte bereits im Rahmen der Quartalszahlen, dass das Unternehmen mit erheblichen Lieferengpässen und deutlich höheren RAM-Kosten kämpft. Während Konkurrenten wie Asus oder Lenovo bereits reagierten und die Endkundenpreise um zehn bis 25 Prozent anhoben, hält Apple bislang an den Lieferzeiten für das Neo fest – sie liegen derzeit zwischen 15 und 23 Tagen.

Doch das aktuelle Einstiegsmodell für 699 Euro (mit 256 GB Speicher und ohne Touch ID) lässt sich unter diesen Bedingungen kaum noch gewinnbringend verkaufen. Die Marktforscher von IDC prognostizieren zudem einen Rückgang des gesamten PC-Marktes um 11,3 Prozent für 2026 – Hersteller müssen sich zwischen Volumen und Profitabilität entscheiden.

Apple scheint sich für Letzteres zu entscheiden. Bereits im Frühjahr verschwand die 599-Euro-Version des Mac Mini aus dem Sortiment. Der Einstiegspreis für die Desktop-Reihe liegt nun bei 799 Euro – für ein Modell mit 512 GB Speicher.

Chip-Engpässe: Das A18-Pro-Dilemma

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Doch nicht nur die Speicherpreise bereiten Apple Kopfzerbrechen. Auch die Versorgung mit Prozessoren für das MacBook Neo gestaltet sich schwierig. Das Gerät nutzt eine Variante des A18 Pro-Chips, der traditionell aus der iPhone-16-Pro-Produktion stammt. Dabei werden Chips, die nicht die volle Leistungsspezifikation erreichen, für weniger anspruchsvolle Geräte umgewidmet – ein Verfahren namens „Binning".

Doch genau diese Chips werden knapp, da die iPhone-Produktion inzwischen ausgereift ist. Um die Produktion dennoch hochzufahren – Apple strebt eine Verdopplung von sechs auf zehn Millionen Einheiten an – greift das Unternehmen zu einem Trick: Es verbaut voll funktionsfähige A18-Pro-Chips mit sechs GPU-Kernen und deaktiviert per Software einen Kern. Das hält die Produktion am Laufen, treibt aber die Kosten pro Gerät in die Höhe.

Die naheliegende Lösung: Apple stellt das 699-Euro-Modell ein und macht die 799-Euro-Version mit 512 GB Speicher zum neuen Einstiegsmodell.

KI-Boom sorgt für Engpässe bei High-End-Macs

Während das MacBook Neo unter Kostendruck leidet, haben Apples High-End-Desktop-Computer ein gegenteiliges Problem: Überwältigende Nachfrage. Der Mac Mini und das Mac Studio verzeichnen derzeit die längsten Lieferzeiten seit Jahren – besonders bei Konfigurationen, die von KI-Enthusiasten und Entwicklern bevorzugt werden.

Im Mai 2026 liegen die Lieferzeiten für das Mac Studio mit M4-Max-Chip bei 63 bis 70 Tagen – ein drastischer Anstieg gegenüber den 22 bis 29 Tagen im Frühjahr. Noch extremer ist die Situation beim Mac Mini mit M4-Pro-Chip und 24 GB RAM: Hier müssen Kunden 70 bis 84 Tage warten.

Der Grund: Immer mehr Entwickler nutzen lokale KI-Modelle auf Apple-Hardware. Programme wie „ds4" ermöglichen es, große Sprachmodelle wie DeepSeek V4 Flash direkt auf dem Gerät auszuführen. Diese Anwendungen benötigen jedoch enorme Speichermengen – oft über 128 GB. Auf einem MacBook Pro mit M4-Max-Chip und 128 GB RAM erreichen solche Modelle Textgenerierungsgeschwindigkeiten von 31 Tokens pro Sekunde. Der Boom lokaler KI-Entwicklung hat das Angebot an hochkapazitiven RAM-Modulen weiter verknappt und verschärft die „RAMageddon"-Preisprobleme zusätzlich.

Strategische Neuausrichtung: Partnerschaft mit Intel

Apples möglicher Rückzug aus dem Budget-Segment ist Teil einer umfassenderen Strategie. Statt auf Masse setzt der Konzern auf margenstarke „Prosumer"-Geräte. Das kürzlich eingeführte M5 MacBook Air zum Startpreis von umgerechnet rund 850 Euro verkauft sich trotz des schwierigen Marktumfelds gut.

Um künftige Lieferkettenrisiken zu minimieren, hat Apple zudem eine grundsätzliche Vereinbarung mit Intel getroffen. Ab 2027 sollen Chips in den USA auf Intels 18A-Fertigungsprozess produziert werden. Das löst zwar die aktuellen Engpässe nicht, signalisiert aber einen langfristigen Kurswechsel in der Beschaffungsstrategie.

Ausblick: Wird 799 Euro das neue Einstiegsniveau?

Die Zukunft des MacBook Neo bleibt ungewiss. Sollte Apple das 699-Euro-Modell tatsächlich einstellen, würde die 799-Euro-Version zum neuen Einstieg in das Mac-Universum – eine Entwicklung, die sich bereits beim Mac Mini abzeichnet.

Preisbewusste Käufer weichen zunehmend auf Angebote oder den Gebrauchtmarkt aus. Händler boten kürzlich das 13-Zoll MacBook Air M4 für 799 Euro an – ein Preis, der dem mutmaßlichen neuen Einstiegsniveau des Neo entspricht, aber ein etablierteres Profi-Gehäuse bietet.

Ob Apple seine Produktionsziele von zehn Millionen Neo-Einheiten halten kann oder die „RAMageddon"-Krise einen dauerhaften Rückzug aus dem Markt unter 700 Euro erzwingt, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Der Trend zu 512 GB Speicher und höheren Einstiegspreisen scheint jedoch vorgezeichnet.

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