Apple erhöht Mac- und iPad-Preise: Speicherkrise treibt Kosten
29.06.2026 - 03:33:54 | boerse-global.de
Apple hat die Preise für Macs und iPads deutlich angehoben – Grund ist eine beispiellose Verteuerung von Speicherchips. Die gesamte Branche leidet unter der Knappheit.
Am 25. Juni 2026 zog der iPhone-Konzern die Preisschraube kräftig an. Betroffen sind nahezu alle Modelle – vom Einsteiger-Gerät bis zum Profi-Notebook. Der Grund: Die Kosten für Arbeitsspeicher sind explodiert. Branchenexperten sprechen von einer regelrechten Speicherkrise, ausgelöst durch den KI-Boom.
Die neuen Preise im Überblick
Die Anpassungen fallen je nach Gerät unterschiedlich aus. Das MacBook Neo kostet nun 699 Euro statt 599 Euro. Noch härter trifft es Käufer des 13-Zoll MacBook Air mit M5-Chip: Hier stieg der Einstiegspreis um 200 Euro auf 1.299 Euro.
Besonders deutlich wird der Aufschlag bei den Profi-Modellen. Das 14-Zoll MacBook Pro verteuerte sich von 1.599 auf 1.999 Euro. Beim 16-Zöller kommen 300 Euro obendrauf. Im Desktop-Bereich schlägt das Mac Studio mit satten 500 Euro mehr zu Buche – High-End-Konfigurationen verteuern sich sogar um bis zu 1.300 Euro.
Auch die iPad-Reihe bleibt nicht verschont. Das 11-Zoll iPad Air kostet jetzt 749 statt 599 Euro. Beim 256 GB iPad Pro stieg der Preis von 999 auf 1.199 Euro. Selbst der kleine HomePod Mini wurde um 30 Euro teurer.
Apple-Chef Tim Cook bezeichnete die Anpassungen als unvermeidbar. Die aktuelle Preissituation bei den Komponenten sei schlicht nicht tragbar, ließ er verlauten.
KI-Boom treibt Speicherpreise in die Höhe
Hinter der Preisexplosion steckt ein globales Problem: Die Hersteller von Speicherchips haben ihre Produktion massiv auf High-Bandwidth Memory (HBM) umgestellt – jene Speicher, die in KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Für normale Verbraucher-DRAM bleibt weniger Kapazität übrig.
Die Folgen sind dramatisch. Zwischen Oktober 2025 und Anfang 2026 haben sich die RAM-Preise mehr als verdoppelt. Ein 32-GB-DDR5-Riegel kostete im dritten Quartal 2025 noch 94 Euro – im ersten Quartal 2026 waren es bereits 282 Euro.
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Laut Marktforschern von TrendForce werden die Vertragspreise für DRAM im zweiten Quartal 2026 um 58 bis 63 Prozent steigen. RAM macht inzwischen rund 35 Prozent der Materialkosten eines PCs aus – historisch waren es 15 bis 18 Prozent, wie etwa HP berichtet.
Die Analysten von IDC rechnen mit einer mehrjährigen Knappheit. Für das vierte Quartal 2026 werden weitere Preiserhöhungen von 30 bis 40 Prozent erwartet. Auch 2027 soll es zweistellige Zuwächse geben.
Branchenweit steigen die Preise
Apple steht mit den Preiserhöhungen nicht allein da. Die gesamte Technologiebranche kämpft mit den gestiegenen Kosten. Microsoft hat die Preise für Xbox-Konsolen um 100 bis 150 Euro angehoben – der dritte Aufschlag binnen 13 Monaten. Auch Dell, HP, Lenovo und Asus zogen nach.
Besonders hart traf es Gamer: Valve erhöhte die Preise für das Steam Deck im Mai 2026 um 40 Prozent. Und Nintendo will den Preis der Switch 2 ab September 2026 weltweit anheben.
Apple sucht unterdessen nach Auswegen. Der Konzern soll bei der US-Regierung lobbyieren, um Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT einkaufen zu dürfen. Das Problem: CXMT steht auf der schwarzen Liste des Pentagon. Ende Mai 2026 wandte sich Apple an das Handelsministerium, um Ausnahmegenehmigungen zu erwirken. Der Vorstoß stieß jedoch auf Kritik im Repräsentantenhaus.
Börse reagiert nervös – iPhone-Preise noch stabil
Die Ankündigung der Preiserhöhungen ließ die Apple-Aktie einbrechen. Die Papiere verloren zwischen 4,5 und 6,15 Prozent und schlossen bei umgerechnet rund 275 Euro. Der Börsenwert schmolz um etwa 263 Milliarden Euro.
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Die iPhone-Preise blieben in dieser Runde unangetastet. Analysten erwarten jedoch, dass Apple auch hier nachziehen wird. Für die iPhone 17 Pro-Modelle werden Aufschläge von bis zu 200 Euro prognostiziert.
Die hohen Preise dürften die Nachfrage bremsen. Gartner rechnet für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 10,4 Prozent bei PCs und 8,4 Prozent bei Smartphones. Ob sich die Speicherkrise bald entspannt, ist offen – die Prognosen der Branchenexperten lassen jedenfalls wenig Hoffnung auf schnelle Entlastung.
