Apple einigt sich auf 250 Millionen Euro Vergleich wegen KI-Versprechen
06.05.2026 - 04:22:53 | boerse-global.de
Rund 36 Millionen Kunden sollen entschädigt werden.
Apple hat sich in einem Sammelklage-Verfahren zu einer Zahlung von umgerechnet rund 250 Millionen Euro bereit erklärt. Der Konzern soll Kunden mit übertriebenen Versprechungen zur künstlichen Intelligenz des iPhones getäuscht haben. Konkret geht es um die Funktionen „Apple Intelligence" und eine personalisierte Version des Sprachassistenten Siri, die in der Werbung als verfügbar dargestellt, aber nie ausgeliefert wurden. Die endgültige gerichtliche Zustimmung zu dem Vergleich steht noch aus – sie ist für den 17. Juni 2026 angesetzt.
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Wer bekommt wie viel Geld?
Der Vergleich betrifft rund 36 Millionen Besitzer bestimmter iPhone-Modelle. Anspruchsberechtigt sind alle, die zwischen dem 10. Juni 2024 und dem 29. März 2025 eines der folgenden Geräte gekauft haben: iPhone 15 Pro, iPhone 15 Pro Max sowie sämtliche Modelle der iPhone 16-Serie – vom Standardmodell über das Plus bis hin zu Pro und Pro Max.
Pro Gerät sollen zwischen 25 und 95 Euro ausgezahlt werden. Die genaue Summe hängt von der Zahl der eingereichten Ansprüche sowie den abzuziehenden Rechts- und Verwaltungskosten ab. Apple betont, dass man mit der Zahlung kein Fehlverhalten eingestehe. Der Vergleich diene lediglich dazu, weitere kostspielige Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Die Frist für die Einreichung von Ansprüchen beträgt 45 Tage, sobald die vorläufige Genehmigung erteilt ist.
Der Fall: Überhöhte Erwartungen an Siri
Im Kern der Auseinandersetzung standen Werbematerialien für die iPhone-15- und iPhone-16-Serien. Diese erweckten den Eindruck, hochentwickelte KI-gestützte Siri-Funktionen seien bereits nutzbar. Tatsächlich waren diese entweder erheblich verspätet oder zum Zeitpunkt des Kaufs gar nicht vorhanden. Die Kläger sprachen von einer „Täuschung der Verbrauchererwartungen".
Bereits im Juni 2025 hatte ein Aktionär namens Eric Tucker Klage wegen der Verzögerung des „personalisierten Siri" eingereicht. Zuvor hatte Peter Landsheft im Jahr 2024 ebenfalls geklagt. Die rechtlichen Schritte gewannen an Fahrt, nachdem die Nationale Werbeabteilung der Better Business Bureau (BBB NAD) feststellte, dass Apples Werbematerialien fälschlicherweise den Eindruck erweckt hatten, der KI-gestützte Siri sei „verfügbar".
Interne Zeitpläne, die im Rahmen des Verfahrens bekannt wurden, zeigen: Apple hatte versprochen, die verbesserten Siri-Funktionen bis Ende 2024 auszuliefern. Am 7. März 2025 bestätigte das Unternehmen dann eine unbestimmte Verzögerung. Marktforscher wie Morgan Stanley hatten die „Enhanced Siri"-Funktion als das am meisten erwartete Upgrade für die iPhone-16-Serie bezeichnet – ein Grund für die hohe Anzahl früher Käufe.
Apples Software-Offensive trotz Rechtsstreit
Parallel zum Vergleich arbeitet Apple weiter an der Aufholjagd. Am 4. Mai 2026 veröffentlichte der Konzern die sogenannten Release-Candidate-Versionen (RC) von iOS 26.5 und macOS 26.5 Tahoe für Entwickler und öffentliche Tester. Die vollständigen personalisierten Siri-Funktionen sind zwar noch nicht enthalten, doch es gibt mehrere lang erwartete Neuerungen.
Eine der wichtigsten: iOS 26.5 führt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für RCS-Nachrichten zwischen iPhones und Android-Geräten ein. Die Funktion befindet sich in der Beta-Phase und ist für unterstützte Mobilfunkanbieter standardmäßig aktiviert – erkennbar an einem Vorhängeschloss-Symbol. Die Entwicklung folgt der Zusammenarbeit mit der GSMA zur Einführung des RCS Universal Profile 3.0.
Zudem bereitet iOS 26.5 die Karten-App auf neue kommerzielle Integrationen vor. Ein im RC entdeckter Splashscreen deutet darauf hin, dass „Vorgeschlagene Orte" ab Sommer 2026 in den USA und Kanada Werbung einblenden werden. Weitere Neuerungen: das „Pride Luminance"-Hintergrundbild und acht neue Emojis für macOS.
Der Blick geht bereits nach vorne: Am 8. Juni 2026 wird auf der WWDC die erste Beta von iOS 27 erwartet. Insidern zufolge soll Apple dort endlich die vollständigen Siri-Updates präsentieren.
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Ein Präzedenzfall für die gesamte Branche
Der Vergleich ist ein seltenes Eingeständnis Apples, für verspätete Softwarefunktionen finanziell geradezustehen. Branchenbeobachter sehen die 250 Millionen Euro als notwendige Ausgabe, um die Markentreue zu erhalten und den Imageschaden in Sachen KI-Innovation zu begrenzen. Der Fall zeigt die Risiken, Softwarefunktionen anzukündigen, die auf komplexen maschinellen Lernintegrationen basieren und zum Zeitpunkt des Hardware-Starts noch nicht fertig sind.
Für Verbraucher ist die Auszahlung pro Gerät eine symbolische Anerkennung der Kluft zwischen Marketingversprechen und tatsächlicher Lieferung. Für die gesamte Technologiebranche setzt der Fall einen Präzedenzfall: KI-bezogene Werbung muss sich künftig stärker an der tatsächlichen Verfügbarkeit messen lassen – insbesondere, da Aufsichtsbehörden wie die BBB NAD ihre Kontrolle über Versprechungen zu neuen Technologien verschärfen.
Mit der für nächste Woche erwarteten öffentlichen Veröffentlichung von iOS 26.5 bleibt die Frage: Kann die nächste Softwaregeneration die Erwartungen erfüllen, die vor fast zwei Jahren geweckt wurden?
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