Apple App Store: Klage über 1,8 Mio. USD wegen Wallet-Betrug
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In einer ungewöhnlichen Aktion hat der Gründer der Krypto-Analyseplattform DeFiLlama, bekannt unter dem Pseudonym 0xngmi, eine Sicherheitslücke im Ökosystem von Apple aufgezeigt.
Um den betrügerischen Charakter einer im offiziellen App Store gelisteten Anwendung zu belegen, ließ er eine kleine digitale Geldbörse (Wallet) gezielt durch die gefälschte DeFiLlama-App leeren. Dieser Vorfall wirft erneut Fragen zur Wirksamkeit der Identitätsprüfungen und Sicherheitskontrollen des Technologiekonzerns auf.
Umgehung von Sicherheitskontrollen durch Scheinfirmen
Die betrügerische Anwendung, die sich als offizielles Produkt von DeFiLlama ausgab, forderte Nutzer zur Eingabe ihrer sogenannten Seed-Phrasen auf. Dabei handelt es sich um sensible Zugangsschlüssel, die Dritten niemals zugänglich gemacht werden dürfen.
Berichten zufolge gelang es den Hintermännern des Betrugs, die Identitätsprüfung (Know Your Customer, KYC) von Apple zu umgehen, indem sie die Identitäten bereits aufgelöster Unternehmen nutzten. In einem Fall soll dafür ein ehemaliger Schuhladen als Tarnung gedient haben.
Obwohl Nutzer bereits über Monate hinweg Beschwerden über die Anwendung eingereicht hatten, reagierte Apple erst vor wenigen Tagen. Innerhalb kurzer Zeit nach dem durch 0xngmi erbrachten Beweis wurde die App schließlich aus dem Store entfernt. Für DeFiLlama hatte die Präsenz der gefälschten Anwendung auch geschäftliche Konsequenzen: Der Start der tatsächlichen, offiziellen iOS-App des Unternehmens musste um mehrere Monate verschoben werden.
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Systemische Probleme mit gefälschten Wallet-Apps
Der Fall DeFiLlama ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine Serie von Sicherheitsvorfällen im App Store ein. Experten des Sicherheitsunternehmens Kaspersky identifizierten bereits im April insgesamt 26 betrügerische Wallet-Apps auf der Plattform.
Die finanziellen Schäden für betroffene Anleger sind erheblich. So verlor der Musiker G. Love durch eine gefälschte App des Hardware-Wallet-Anbieters Ledger fast 6 BTC, was einem Gegenwert von etwa 420.000 US-Dollar entspricht.
Auch Nutzer der dezentralen Börse Uniswap wurden Ziel von Phishing-Angriffen. Eine Kopie der Uniswap-App erbeutete im Mai 2026 schätzungsweise 400.000 US-Dollar von Tradern, was zum damaligen Zeitpunkt etwa 146 ETH entsprach.
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Juristisches Nachspiel für Apple
Aufgrund der zunehmenden Vorfälle sieht sich Apple inzwischen mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert. Ende Juli reichten drei Bitcoin-Halter eine Klage gegen den Konzern ein.
James Ramirez, ein Kläger namens Ellis und ein weiterer Betroffener namens Delgado fordern Schadensersatz in Höhe von insgesamt 1,8 Mio. US-Dollar. Die Kläger gaben an, erhebliche Summen durch eine gefälschte Version der Sparrow-Wallet-App verloren zu haben, die zwischen Mai und August 2025 zum Download bereitstand.
Im Detail bezifferte James Ramirez seinen Verlust auf zirka 875.000 US-Dollar, während Ellis einen Schaden von etwa 840.000 US-Dollar und Delgado rund 120.000 US-Dollar geltend machten.
Die unter der Fallnummer 5:26-cv-07713 geführte Klage wirft Apple Betrug, fahrlässige Falschdarstellung sowie Verstöße gegen Verbraucherschutzgesetze in den Bundesstaaten Kalifornien, Louisiana und Massachusetts vor. Die Kläger argumentieren, dass das Vertrauen in die Sicherheitsversprechen des App Stores zu den massiven finanziellen Verlusten geführt habe.
