Antisemitismus: Hotel lehnt israelische Gäste ab – Booking sperrt
03.06.2026 - 18:22:02 | boerse-global.deDas Hotel zum Hirschen lehnte eine Buchungsanfrage israelischer Touristen mit einer antisemitischen Begründung ab. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Booking.com sperrt Hotel – Gemeinde reagiert
Die Ablehnung erfolgte schriftlich über das Buchungsportal Booking.com. Die Nachricht, dass jüdische Gäste im Haus nicht gestattet seien, verbreitete sich rasant. Booking.com zog die Konsequenzen und deaktivierte die Listung des Hotels. Auch die Gemeinde Lam sperrte das Haus.
Die israelische Generalkonsulin Talya Lador-Fresher verurteilte den Vorgang scharf. Sie zog Vergleiche zu Diskriminierungen aus früheren Jahrzehnten und forderte ein deutliches Zeichen gegen Judenhass. Philipp Peyman Engel, Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, sprach von einem eindeutigen Ausdruck von Antisemitismus.
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Volksverhetzung im Raum
Die Justiz hat den Fall übernommen. Die Kriminalpolizei Regensburg und die Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle informierte die Behörden und übergab den Fall.
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, forderte eine konsequente strafrechtliche Überprüfung. Die Argumentation des Hotels sei schockierend, so Schuster. Er verlangte eine lückenlose Aufarbeitung.
Hotel entschuldigt sich – und nennt Gründe
Die Hotelleitung räumte ein, dass ein Mitarbeiter die Nachricht versendet hatte. Juniorchef Andreas Vogl entschuldigte sich. Die Haltung entspreche nicht dem Weltbild des Betriebes, betonte er. Als Grund nannte das Hotel Frustration über Fake-Buchungen und Phishing-Versuche der vergangenen Monate.
Um den Schaden zu begrenzen, lud das Haus die betroffenen Gäste zu einem kostenlosen Aufenthalt ein. Dennoch berichten die Betreiber von einer massiven Welle der Ablehnung. Das Hotel erhalte täglich Drohungen.
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Antisemitische Straftaten auf Rekordniveau
Der Vorfall in Bayern reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Im Jahr 2024 registrierten die Behörden über 6.200 antisemitische Straftaten – ein Rekordwert. Auch 2025 bleibt die Lage angespannt. Allein im ersten Halbjahr wurden bundesweit bereits mehr als 2.000 entsprechende Taten dokumentiert.
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