Antientzündliche, Kost

Antientzündliche Kost: Neue Studie senkt Demenzrisiko um 29%

01.07.2026 - 11:51:22 | boerse-global.de

Eine Langzeitstudie belegt den Schutz durch antientzündliche Ernährung, selbst bei erhöhten Alzheimer-Biomarkern.

Antientzündliche Kost senkt Demenzrisiko um 29 Prozent
Antientzündliche - Eine Nahaufnahme einer gesunden Mahlzeit mit bunten Früchten und Gemüse, während Hände nach einer Schale greifen. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet zeigt: Wer konsequent auf antientzündliche Kost setzt, kann sein Demenzrisiko deutlich senken – besonders bei biologischer Vorbelastung.

Die im Fachmagazin JAMA Network Open veröffentlichte Untersuchung begleitete 1.865 Schweden über 60 Jahre hinweg bis zu 15 Jahre lang. In dieser Zeit traten 240 Demenzfälle auf. Das Ergebnis: Eine antientzündliche Ernährung reduzierte das Risiko um bis zu 29 Prozent.

Besonders beeindruckend: Der Effekt hielt auch bei Probanden, die bereits erhöhte Alzheimer-Biomarker im Blut aufwiesen – darunter p-tau217, Neurofilament Light Chain (NfL) und das saure Gliafaserprotein (GFAP). Experten wie Liron Sinvani betonen, dass herkömmliche Konzepte wie die Mittelmeerdiät vor allem bei niedrigem Risiko wirken. Der antientzündliche Ansatz (rEDII) schützt dagegen auch Menschen mit nachgewiesener Vorbelastung.

Diabetes-Medikamente und Impfungen als Schutzfaktoren

Neben der Ernährung rücken auch bestimmte Arzneimittel in den Fokus der Forschung. Daten des National Institutes of Health (NIH) und britische Langzeitstudien zeigen signifikante Effekte: SGLT2-Hemmer, die primär gegen Typ-2-Diabetes eingesetzt werden, senken das Alzheimerrisiko um 43 Prozent. Bei GLP-1-Agonisten liegt die Reduktion bei 33 Prozent.

Britische Daten aus dem Zeitraum 2007 bis 2021 untermauern diese Beobachtungen. Die Demenzrate bei Patienten mit GLP-1-Präparaten sank auf 2,3 Fälle pro 1.000 Personenjahre – gegenüber 3,1 Fällen in der Kontrollgruppe.

Auch Impfungen scheinen zu schützen. Eine Studie aus Wales und Daten der Brown University deuten darauf hin, dass die Gürtelrose-Impfung (Shingrix) das Demenzrisiko über sieben Jahre um 20 bis 24 Prozent senken könnte. Bei Hochdosis-Grippeimpfungen wurde in einem zweijährigen Beobachtungszeitraum sogar eine Risikoreduktion von knapp 55 Prozent festgestellt.

Anzeige

Die neue Langzeitstudie zeigt: Eine antientzündliche Ernährung kann Ihr Demenzrisiko um bis zu 29% senken – selbst wenn bereits frühe Alzheimer-Biomarker im Blut nachweisbar sind. Holen Sie sich jetzt den praktischen Leitfaden mit 7-Tage-Plan, Checkliste und einfachen Rezepten. Jetzt kostenlosen Ernährungsplan sichern

Blutdruck als zweischneidiges Schwert

Die Forschung unterstreicht zudem die Bedeutung der Blutdruckeinstellung. Eine Analyse der Hallym-Universität mit 1,74 Millionen Datensätzen zeigt: Bluthochdruck erhöht das Risiko um den Faktor 1,57 – zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) sogar um den Faktor 2,74. Forscher der University of Miami stellten fest, dass ein diastolischer Wert über 90 mmHg bei Erwachsenen ab 50 Jahren mit vermehrten Läsionen der weißen Substanz im Gehirn einhergeht.

Zusätzliche Risiken gehen von bestimmten Medikamenten aus. Anticholinergika werden mit einer Risikoerhöhung von 54 Prozent in Verbindung gebracht, Protonenpumpenhemmer steigern das Risiko um 44 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) identifizierte bereits 2019 zwölf modifizierbare Risikofaktoren – darunter soziale Isolation, Hörverlust, Luftverschmutzung und geringe Bildung.

Nahrungsergänzungsmittel enttäuschen

Anzeige

Verwirrt von widersprüchlichen Ernährungsempfehlungen? Die Forschung ist klar: Antientzündliche Kost schützt Ihr Gehirn – und das ganz ohne teure Nahrungsergänzungsmittel. Starten Sie noch heute mit unserem 7-Tage-Plan und den 5 einfachsten Rezepten für den Alltag. 7-Tage-Plan jetzt anfordern

Trotz der positiven Effekte gezielter Ernährung scheinen isolierte Präparate weniger wirksam. Eine am 30. Juni 2026 in eBioMedicine veröffentlichte Studie der University of Southern California (USC) untersuchte 365 Teilnehmer mit erhöhtem Alzheimerrisiko. Über zwei Jahre hinweg konnte die tägliche Einnahme hochdosierter Omega-3-Präparate weder die Gedächtnisleistung verbessern noch das Schrumpfen des Hippocampus verlangsamen. Fachleute empfehlen weiterhin die Aufnahme über natürliche Nahrung im Rahmen einer mediterranen Diät.

Parallel zur Präventionsforschung hat sich die therapeutische Landschaft in Deutschland verändert. Seit Juni 2026 stehen mit Lecanemab und Donanemab zwei neue Antikörpertherapien zur Verfügung, die gezielt gegen Amyloid-Plaques im Gehirn wirken. Schätzungen zufolge kommen sie für etwa 120.000 der bundesweit 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten infrage. Unterstützt wird die Versorgung durch Fortschritte in der Diagnostik: KI-gestützte Netzhautscans erkennen Anzeichen für ein erhöhtes Risiko bis zu 8,5 Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome.

de | wissenschaft | 69666740 |