Anthropic überholt OpenAI: 965-Milliarden-Bewertung nach Rekordfinanzierung
29.05.2026 - 03:40:27 | boerse-global.de
Die Series-H-Runde über umgerechnet rund 65 Milliarden Euro treibt die Bewertung auf 965 Milliarden Euro. Damit überholt der ChatGPT-Konkurrent OpenAI, das auf umgerechnet etwa 852 Milliarden Euro kommt.
Angeführt wird die Finanzierungsrunde von den Investoren Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks Capital und Sequoia Capital. Seit 2021 hat Anthropic damit insgesamt über 130 Milliarden Euro eingesammelt. Die neue Bewertung hat sich im Vergleich zur Februar-Runde, die das Unternehmen noch mit 380 Milliarden Euro bewertete, fast verdreifacht.
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Umsatzexplosion und IPO-Gerüchte
Die aktuellen Geschäftszahlen lesen sich beeindruckend: Der annualisierte Umsatz liegt bei 47 Milliarden Euro – ein sprunghafter Anstieg von zehn Milliarden Euro im Jahr 2025 und rund neun Milliarden Euro zu Beginn des Jahres 2026. Gegenüber Investoren gab Anthropic bekannt, dass die Umsatzrate bis Ende Juni die 50-Milliarden-Euro-Marke überschreiten dürfte.
Allein für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen Erlöse von 10,9 Milliarden Euro. Angesichts dieser Entwicklung bereitet sich der Konzern offenbar auf einen Börsengang vor – möglicherweise bereits im Herbst dieses Jahres.
Milliarden für Rechenleistung und Infrastruktur
Die Series-H-Runde enthält 15 Milliarden Euro von Cloud-Anbietern. Amazon steuerte fünf Milliarden Euro bei, im Rahmen einer zugesagten Gesamtinvestition von 25 Milliarden Euro. Google plant sogar, bis zu 40 Milliarden Euro zu investieren, beginnend mit einer ersten Tranche von zehn Milliarden Euro.
Um den enormen Rechenbedarf zu decken, hat Anthropic mehrere Großverträge abgeschlossen:
- Rechenkapazität: Vereinbarungen mit Amazon über bis zu fünf Gigawatt neuer Kapazität
- Spezialhardware: Eine Partnerschaft mit Google und Broadcom für fünf Gigawatt TPU-Kapazität
- Cloud und Chips: Zusage, über die nächsten zehn Jahre mehr als 100 Milliarden Euro für AWS-Cloud-Technologien und Trainium-Chips auszugeben
- Komponentenlieferanten: Strategische Partnerschaften mit Micron, Samsung und SK Hynix
- GPU-Zugang: Eine Vereinbarung mit SpaceX für zusätzliche Grafikprozessor-Kapazitäten
Neue Modelle und Regierungszusammenarbeit
Parallel zur Finanzierungsrunde veröffentlichte Anthropic Claude Opus 4.8 und gab einen Vorgeschmack auf das neue Modell Claude Mythos. Bei internen Tests durchforstete Mythos über 1.000 Open-Source-Projekte und identifizierte dabei 6.202 Sicherheitslücken mit hohem oder kritischem Schweregrad.
Zudem einigte sich das Unternehmen mit dem Weißen Haus auf eine Kooperation. Bestimmte Regierungsbehörden dürfen künftig die Claude-Technologie für offizielle Zwecke nutzen.
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