Anthropic: 965-Milliarden-Bewertung überholt OpenAI deutlich
29.05.2026 - 15:28:19 | boerse-global.deDer KI-Entwickler Anthropic hat sich in einer Finanzierungsrunde 65 Milliarden Euro gesichert und ist nun das wertvollste KI-Startup im Silicon Valley. Damit überholt das Unternehmen seinen Rivalen OpenAI.
Die Series-H-Runde, die Ende Mai 2026 abgeschlossen wurde, katapultiert Anthropic auf eine Bewertung von knapp 965 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der deutsche DAX-Schwergewicht SAP bringt es aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 280 Milliarden Euro.
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Investoren aus aller Welt
Angeführt wurde die Runde von den US-Fonds Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia. Mit dabei sind auch Tech-Giganten wie Google, Amazon, Micron, Samsung und SK Hynix. Allein Amazon hat mittlerweile rund fünf Milliarden Euro in Anthropic investiert.
Explosives Wachstum in Rekordzeit
Die aktuelle Bewertung ist eine Steigerung von rund 150 Prozent seit Februar, als das Unternehmen noch mit etwa 380 Milliarden Euro bewertet wurde. Der Grund: rasant steigende Umsätze. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 vervierfachte sich der Umsatz.
Die annualisierte Umsatzrate liegt nun bei 47 Milliarden Euro. Einige interne Prognosen gehen davon aus, dass diese Marke bis Ende Juni auf über 50 Milliarden Euro steigen könnte. Im zweiten Quartal 2026 erzielte Anthropic einen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro.
Doch der Erfolg hat seinen Preis: Zwar war das Unternehmen zeitweise profitabel, unterm Strich schreibt es aber noch Verluste. Die Kosten für den Ausbau der Infrastruktur und die Skalierung der Geschäfte sind enorm.
Mit der aktuellen Bewertung liegt Anthropic vor seinem größten Konkurrenten OpenAI, der im März 2026 mit 852 Milliarden Euro bewertet wurde. Gegründet wurde Anthropic 2021 von ehemaligen OpenAI-Managern. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 5.000 Mitarbeiter.
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Neues KI-Modell und politische Spannungen
Parallel zur Finanzierungsrunde brachte Anthropic sein neuestes KI-Modell Claude Opus 4.8 auf den Markt. Wegen der hohen Nachfrage hat das Unternehmen in Spitzenzeiten Nutzungsbeschränkungen eingeführt.
Doch nicht nur kommerziell ist Anthropic aktiv. Das Unternehmen führt Gespräche mit dem Weißen Haus über Cybersicherheitsprotokolle für ein Modell namens „Mythos“. Zudem soll die Arbeit von Anthropic Einfluss auf eine päpstliche Enzyklika zur KI-Regulierung gehabt haben.
Gleichzeitig gibt es juristische Konflikte: Anthropic liegt im Streit mit der US-Regierung über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Kriegsführung.
Börsengang in Sicht
Die gigantische private Bewertung nährt Spekulationen über einen baldigen Börsengang. Branchenbeobachter erwarten, dass die IPOs von Anthropic, OpenAI und SpaceX die Aufmerksamkeit der Anleger von den sogenannten „Magnificent Seven“ – den sieben dominierenden Tech-Aktien – ablenken könnten.
Die Nasdaq hat bereits reagiert und will ihre Regeln für die Indexaufnahme beschleunigen, um großen Neuzugängen Platz zu machen. Während OpenAI noch mit rechtlichen Hürden kämpft – darunter eine Klage von Elon Musk, die zwar abgewiesen wurde, aber in Berufung geht –, treibt Anthropic seine Vorbereitungen für den Gang an die Börse weiter voran.
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