Anorexia nervosa: Ketogene Diät hilft 72% der Patientinnen
04.06.2026 - 20:32:32 | boerse-global.de
Die Ergebnisse, veröffentlicht in „Communications Medicine“, überraschen.
Klinische Machbarkeit und Sicherheit
In einer 14-wöchigen Pilotstudie untersuchte das Team um Guido Frank die Durchführbarkeit einer fettreichen, kohlenhydratarmen Ernährung. 22 Frauen mit gesundem oder leichtem Untergewicht nahmen teil.
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Das Ergebnis: 18 der 22 Teilnehmerinnen (82 Prozent) schlossen das Programm erfolgreich ab. Entscheidend: Es gab keinen signifikanten Gewichtsverlust oder medizinisch bedenkliche Rückfälle. Die Methode scheint bei gewichtsnormalisierten Patienten sicher.
Psychische Verbesserungen
Die Daten zeigen deutliche Fortschritte im Krankheitsbild. 13 der 18 Absolventinnen (72 Prozent) erfüllten die Diagnosekriterien für Magersucht nicht mehr. Gemessen wurde das mit standardisierten Tests wie EDE-Q und EDI-3.
Auch die psychische Begleitsymptomatik besserte sich. Alle Teilnehmerinnen zeigten verbesserte Werte auf der Depressionsskala (BDI). Bei 72 Prozent lagen diese am Ende im klinischen Normbereich.
„Dieser metabolische Ansatz könnte im Vergleich zu Standardbehandlungen erhebliches Potenzial für die Genesung bieten“, sagt Guido Frank.
Hohe Krankheitslast
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Die Relevanz neuer Therapien ist enorm. Anorexia nervosa hat die höchste Sterblichkeitsrate aller psychischen Erkrankungen – das Sterberisiko ist 5,9-fach erhöht. In China stieg die Zahl der Betroffenen von 22,97 pro 100.000 Einwohner (1990) auf 33,71 (2021). Besonders betroffen: 15- bis 19-jährige Mädchen mit 158 Fällen pro 100.000.
Nächste Schritte
Die von der Baszucki Group finanzierte Studie dient als Grundlage für weitere Forschung. Eine Erweiterungsstudie läuft bereits – sie testet die ketogene Diät auch gegen Bulimia nervosa. Ziel ist es, die metabolischen Mechanismen hinter Essstörungen besser zu verstehen.
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