Amazon übernimmt Globalstar: 11,6-Milliarden-Deal gegen Starlink
28.05.2026 - 05:30:51 | boerse-global.deDer E-Commerce-Riese übernimmt Apples Anteile an Globalstar und baut sein Satellitengeschäft massiv aus. Ein 11,6-Milliarden-Dollar-Deal, der den Wettbewerb um weltweite Konnektivität neu entfacht.
Amazon treibt seine Expansion in die Satellitenkommunikation mit Macht voran. Der Konzern beantragte bei der US-Kommunikationsbehörde FCC die Genehmigung zur Übernahme von Apples 20-Prozent-Anteil an Globalstar. Die Transaktion ist Teil einer umfassenden Fusion, die mit rund 11,6 Milliarden Euro bewertet wird.
Vom iPhone zum Satelliten-Netzwerk
Anzeige: Wer die Auswirkungen des Amazon-Globalstar-Deals auf die eigene Konnektivitätsstrategie einordnen will, findet im kostenlosen Report die wichtigsten Hebel – von EU-Spektrum-Regulierung bis Anbieter-Vergleich. Jetzt kostenlosen Strategie-Report anfordern
Die Übernahme läuft über die Amazon-Tochter Grapefruit Acquisition Sub II. Bereits Mitte April 2026 hatte der Konzern seine Absicht erklärt, Globalstar zu übernehmen. Nun geht es um die Details: Amazon übernimmt jenes Fünftel der Anteile, das Apple seit 2022 aufgebaut hatte. Der iPhone-Hersteller hatte rund 450 Millionen Euro investiert, um sich 85 Prozent der Netzwerkkapazität zu sichern.
Für Apple-Nutzer ändert sich vorerst nichts. Amazon bestätigt, dass alle bestehenden Satelliten-Funktionen für iPhone und Apple Watch erhalten bleiben – darunter der Notruf SOS, Pannenhilfe, die „Wo ist?“-Funktion und Satelliten-Nachrichten. Darüber hinaus will Amazon die Infrastruktur ausbauen: Sprach-, Text- und Datenübertragung sollen deutlich leistungsfähiger werden.
48 Satelliten gegen Starlink und Co.
Das Herzstück des Deals ist die Globalstar-Flotte. Die C-3-Konstellation mit 48 Satelliten im niedrigen Erdorbit soll Amazon helfen, mit Elon Musks Starlink und dem Rivalen AST SpaceMobile mitzuhalten. Der Wettbewerb um globale Internetabdeckung aus dem All verschärft sich damit rasant.
Globalstar wird als eigenständiges Unternehmen verschwinden. Der vollständige Abschluss der Fusion wird für 2027 erwartet. Branchenbeobachter sehen darin einen strategischen Coup: Amazon sichert sich nicht nur Hardware und Netzinfrastruktur, sondern auch wertvolles Frequenzspektrum.
Europa zieht die Schranken hoch
Anzeige: Bereits ab 2027 schränkt die EU den Zugang zum Satelliten-Spektrum für Nicht-EU-Anbieter ein. Unternehmen, die jetzt nicht ihre Konnektivitätsstrategie anpassen, drohen Wettbewerbsnachteile. Dieser Report zeigt, wie Sie regulatorische Fallstricke umgehen und von der neuen Konkurrenz profitieren. EU-Spektrum-Checkliste jetzt sichern
Während Amazon in den USA seine Position ausbaut, zeichnen sich in Europa neue Hürden ab. Die EU-Kommission legte Ende Mai 2026 einen Vorschlag zur Neuordnung des 2-Gigahertz-Mobilfunksatelliten-Spektrums vor. Zwei Drittel dieser Frequenzen sollen europäischen Unternehmen vorbehalten bleiben – etwa für das heimische Projekt IRIS², das 2030 starten soll.
Ab 2027 dürfen nicht-europäische Firmen nur noch auf ein Drittel der verfügbaren Frequenzen bieten. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Auslaufen der aktuellen Lizenzen von Viasat und EchoStar zusammen. Ursprünglich hatten einige EU-Vertreter sogar einen kompletten Ausschluss ausländischer Anbieter gefordert. Der Kompromiss erlaubt Amazon und Starlink nun zumindest eine Teilnahme an den Versteigerungen des restlichen Spektrums.
Für die globalen Satellitenbetreiber bedeutet das: Wer bis Ende des Jahrzehnts weltweit präsent sein will, muss nicht nur Milliarden investieren, sondern auch durch ein regulatorisches Minenfeld navigieren.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
