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Amazon Prime Air: Drohnenlieferungen sollen bis Ende 2026 fast 500 Orte erreichen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon plant eine deutliche Vergrößerung seines US-Drohnenliefernetzes; in Connecticut und Australien stehen weitere Genehmigungsschritte aus.

Amazon will Prime Air bis Jahresende auf fast 500 US-Orte ausweiten
Ein modernes Wohngebiet in der Abenddämmerung aus der Vogelperspektive mit ordentlichen Häuserreihen und ruhigen Straßen. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Onlinehändler Amazon treibt die Expansion seines Drohnenlieferdienstes Prime Air massiv voran. Wie das Unternehmen am 28. September 2026 bekannt gab, soll der Service bis Ende 2026 auf fast 500 US-Städte und -Orte ausgeweitet werden.

Gegenüber den bisher elf aktiven Hubs mit einem Radius von jeweils 175 Quadratmeilen wachse die Flächenabdeckung um das Sechsfache. Dadurch sollen zig Millionen weitere Verbraucher an das Flugzustellnetz angebunden werden.

Neue Metropolregionen und technische Vorgaben

Zu den neu erschlossenen Einsatzgebieten zählen laut Unternehmensangaben unter anderem Chicago, Syracuse, Cleveland, Atlanta und Boise. Bestellungen werden derzeit innerhalb von bis zu 30 Minuten ausgeliefert, die meisten Sendungen treffen binnen einer Stunde ein.

Laut Amazon sind rund 60 Prozent der meistbestellten Artikel lieferfähig. Für den Transport mit den Fluggeräten sind Pakete mit einem Maximalgewicht von bis zu 5 lb zugelassen, die in einen großen Schuhkarton passen müssen.

Das Drohnensystem verfügt über eine Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA und nutzt eine integrierte Technik zur Hinderniserkennung und -vermeidung. Prime-Mitglieder erhalten die Flugzustellung bei Bestellungen über 50 britische Pfund kostenlos.

Ausbau in den Bundesstaaten und lokale Genehmigungsverfahren

Flankiert wird die Großexpansion durch konkrete Eröffnungen und Standortanträge auf lokaler Ebene. Bereits am 24. September 2026 nahm Amazon seinen ersten Prime-Air-Stützpunkt im US-Bundesstaat Ohio in Betrieb. Am Standort North Randall sollen 21 Drohnen in einem Radius von 7,5 Meilen operieren; laut einem Bericht entstehen dort 55 Arbeitsplätze.

Auch dort gelten die Begrenzungen auf 5 lb und Schuhkartongröße bei einer angekündigten Lieferzeit von höchstens zwei Stunden. Die Gebührenstruktur sieht bei Prime-Mitgliedschaften ab einem Warenwert von 50 US-Dollar eine kostenlose Zustellung vor, kleinere Bestellungen von Mitgliedern kosten 2,99 US-Dollar, während Kunden ohne Prime-Abo 4,99 US-Dollar zahlen.

Eine wichtige juristische Hürde wurde am 26. September 2026 genommen, als die FAA-Frist zur Anfechtung der landesweiten Umweltgenehmigung ohne verzeichnete Klagen verstrich.

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Parallel dazu bemüht sich der Konzern um weitere Ausbauschritte an der Ostküste. Für einen geplanten Standort in North Haven im Bundesstaat Connecticut beantragte Amazon eine Bundesgenehmigung. Nach offiziellen Stadtangaben sind dort täglich bis zu 1.000 Lieferflüge im Umkreis von etwa 7,5 Meilen zwischen 6:00 und 22:30 Uhr an sieben Tagen pro Woche vorgesehen.

Die eingesetzten MK30-Drohnen wiegen rund 80 lb und sollen Waren bis 5 lb innerhalb einer halben Stunde ausliefern. Behördliche Unterlagen weisen FAA-Leithöhen von etwa 225 bis 400 Fuß aus, wenngleich Anwohner anderer Einsatzgebiete vereinzelt Flüge in Höhen von bis zu 150 Fuß dokumentierten.

Die Umweltbehörde von Connecticut prüft das Vorhaben derzeit im Hinblick auf das Küstenmanagementprogramm; öffentliche Stellungnahmen sind bis zum 1. Oktober 2026 möglich.

Kontroversen um Datenschutz und internationale Bestrebungen

Die rasche Vergrößerung der Drohnenflotte stößt vor Ort mitunter auf Vorbehalte hinsichtlich des Datenschutzes. Am 22. September 2026 hatte Amazon gegenüber dem Stadtrat von Pflugerville erklärt, die MK30-Drohnen könnten keine Bilder aufnehmen.

Auf Amazons eigener Betriebsseite heißt es demgegenüber, dass Kameras Menschen, Haustiere, Fahrzeuge sowie Objekte nahe den Landeplätzen aufzeichnen können und dieses Bildmaterial zur Dienstverbesserung genutzt werde.

In der texanischen Stadt herrscht erhöhte Sensibilität beim Thema Überwachung: Der Stadtrat hatte am 25. August 2025 einstimmig einen Überwachungsvertrag über 87.500 US-Dollar jährlich beendet, nachdem externe Behörden binnen sechs Monaten fast 1,6 Millionen Mal auf kommunale Kameradaten zugegriffen hatten.

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Gleichzeitig bereitet der Konzern Schritte außerhalb der USA vor. Laut einer aktuellen Stellenanzeige sucht Amazon eine Führungskraft für regulatorische Zulassungen in Australien, um dort Genehmigungsverfahren für Prime Air voranzutreiben.

Konkrete Märkte, Routen oder Starttermine für den australischen Markt wurden bislang jedoch nicht bekannt gegeben; vor einer kommerziellen Nutzung steht dort die Zulassung durch die zivile Luftfahrtbehörde CASA aus.

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