Amazon investiert zehn Milliarden Euro in KI-Roboter für Europa
04.06.2026 - 14:01:46 | boerse-global.deAmazon baut sein europäisches Logistiknetz massiv aus. Am Mittwoch gab der Konzern ein Investitionspaket von mehr als zehn Milliarden Euro bekannt – mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz und Robotik der nächsten Generation. Die neue Technologie soll ab 2027 in den europäischen Lagern zum Einsatz kommen.
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Proteus 2.0: Der Roboter, der Sprache versteht
Herzstück der Ankündigung ist der weiterentwickelte Proteus-Roboter. Das autonome Lagerfahrzeug kann künftig natürliche Sprachbefehle von Mitarbeitern verstehen und umsetzen. Ab der ersten Jahreshälfte 2027 soll der Roboter flächendeckend in den europäischen Amazon-Standorten eingeführt werden.
Proteus navigiert eigenständig durch die Logistikzentren, plant seine Routen selbst und priorisiert Aufgaben dynamisch. Mit einer Traglast von bis zu 400 Kilogramm kann er schwere Lasten bewegen, ohne auf menschliche Steuerung angewiesen zu sein.
Parallel zur Hardware-Offensive investiert Amazon eine Milliarde Euro in die Weiterbildung seiner Lagerbelegschaft. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Gesamtinvestition 25.000 neue Arbeitsplätze in Europa schaffen wird.
Fühlende Roboter und schnelle Lieferungen
Neben Proteus kommen zwei weitere Robotersysteme zum Einsatz: Vulcan und STARK. Vulcan ist der erste Amazon-Roboter mit Tastsinn – er ist bereits im Hamburger Logistikzentrum im Einsatz. Das System erkennt, greift und verstaut Artikel in dicht bestückten Regalen und bearbeitet rund 75 Prozent aller Produkttypen in vergleichbarem Tempo wie menschliche Mitarbeiter. Der Vorteil für die Belegschaft: Weniger körperlich belastende Tätigkeiten wie das Klettern auf Leitern.
Der kollaborative Roboter STARK soll bis 2027 an 15 verschiedenen Standorten implementiert werden.
Gleichzeitig baut Amazon sein Liefernetz aus: Der 30-Minuten-Lieferservice „Amazon Now" kommt nach Manchester und Birmingham. Mehr als 25 „Sub-Same-Day"-Lieferzentren entstehen 2026 in ganz Europa.
Deutsche Forschung: Menschliche Roboter in Duisburg
Auch andere Unternehmen treiben die Logistik-Innovation voran. Am Dienstag starteten Accenture, Vodafone Procure & Connect und SAP ein Pilotprojekt für humanoide Roboter in einem Vodafone-Lager in Duisburg.
Die Roboter führen dort visuelle Inspektionen von Inventar und Anlagen durch. Sie sind direkt mit SAP-Systemen verbunden und melden ihre Ergebnisse in Echtzeit. Die Partner wollen die Ergebnisse auf der Hannover Messe 2026 präsentieren.
Kühllager: Automatisierung für die Lebensmittelbranche
Der Trend zur Hightech-Logistik erfasst auch Spezialbereiche wie die Lebensmittellagerung. Swisslog erhielt den Auftrag für ein zweites automatisiertes Tiefkühllager für Magnavale im britischen Avonmouth. Der Rahmenvertrag zwischen den Unternehmen sieht den Bau von bis zu acht automatisierten Lagern in Großbritannien und der EU vor – ein klares Zeichen für die wachsende Bedeutung automatisierter Systeme in komplexen Lieferketten.
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