Alzheimer, Krafttraining

Alzheimer und Krafttraining: 24 Wochen Bewegung zeigen messbare Hirneffekte

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 17:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie verbindet Widerstandstraining mit besseren Gedächtnistests und geringerem Hirnabbau; Larranaga kombiniert Bewegung mit Lecanemab.

Alzheimer: Krafttraining zeigt in Studie mögliche Vorteile fürs Gehirn
Symbolbild: Schachbrett mit Figuren Illustration mit AI erstellt.

Körperliche Aktivität rückt in der neurodegenerativen Forschung zunehmend als ergänzender Ansatz in den Mittelpunkt. Am Beispiel von Jim Larranaga, einem 61-jährigen früheren Spitzenläufer aus Chanhassen im US-Bundesstaat Minnesota, wird deutlich, wie Betroffene versuchen, den Verlauf einer früh einsetzenden Alzheimer-Erkrankung durch gezieltes Krafttraining zu verlangsamen. Der Fall verknüpft individuelle Bewältigungsstrategien mit wissenschaftlichen Ansätzen zur Hirngesundheit.

Sportliche Aktivität trotz schwerer neurologischer Diagnose

Bei Larranaga wurde vor zwei Jahren eine früh einsetzende Form der Alzheimer-Krankheit diagnostiziert, die mit einer posterioren kortikalen Atrophie einhergeht. Diese spezifische Verlaufsform führt schrittweise zu funktioneller Blindheit, da die visuellen Verarbeitungszentren im Gehirn betroffen sind.

Trotz der gravierenden Einschränkungen hält der frühere Leistungssportler an einem intensiven Trainingsprogramm fest. Nach wie vor läuft er eine Pace von 5:31 Minuten pro Meile.

Neben dem Ausdauertraining setzt Larranaga verstärkt auf gezieltes Widerstandstraining. Ergänzt wird dieser Lebensstil durch moderne medikamentöse Therapien: An der renommierten Mayo Clinic in Rochester erhält er monatlich Infusionen des Antikörpers Lecanemab, der auf die Reduktion von Amyloid-Plaques im Gehirn abzielt.

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Wissenschaftliche Hinweise auf neuroprotektive Effekte

Die Hoffnung, den kognitiven Verfall durch Krafttraining abfedern zu können, wird durch klinische Daten gestützt. Eine US-Studie aus dem Jahr 2025 untersuchte die Effekte eines 24-wöchigen Widerstandstrainings bei 22 Personen, die unter einer milden kognitiven Beeinträchtigung litten.

Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen die trainierenden Teilnehmer nach Ablauf des Programms bessere Ergebnisse in standardisierten Gedächtnistests auf. Zudem stellten die Wissenschaftler bei den Probanden einen messbar geringeren Hirnabbau fest.

Fachleute sehen in solchen Interventionen wichtige Bausteine. Dr. Vijay Ramanan von der Mayo Clinic betonte in diesem Zusammenhang, dass ein gesunder Lebensstil einen wesentlichen Schutzfaktor für das Gehirn darstelle. Sportliche Betätigung und insbesondere Muskelaufbau gelten daher als vielversprechende Begleitmaßnahmen, um die neuronale Reserve zu stärken und degenerative Prozesse zu verlangsamen.

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Wachsende gesellschaftliche Herausforderung durch Demenzerkrankungen

Der Bedarf an wirksamen therapeutischen Konzepten wächst rasant. Statistische Prognosen zu den US-Demenzzahlen verdeutlichen die Dimension der gesundheitspolitischen Aufgabe: Demnach wird erwartet, dass die Zahl der Betroffenen in den USA innerhalb der kommenden 30 Jahre auf 14 Millionen Menschen ansteigen wird.

Vor diesem Hintergrund gewinnen Ansätze, die medikamentöse Behandlungen mit strukturierter Bewegung kombinieren, nicht nur für einzelne Patienten, sondern für die gesamte Versorgungslandschaft an Bedeutung.

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