Alzheimer-Prävention: Bluthochdruck ist größerer Risikofaktor als Omega-3
25.06.2026 - 01:05:38 | boerse-global.de
Das zeigt eine neue Studie aus den USA.
Forschende der Keck Medicine (University of Southern California) untersuchten 365 Teilnehmer zwischen 55 und 80 Jahren über zwei Jahre. Alle Probanden nahmen zu Beginn weniger als 200 Milligramm Omega-3-Fettsäuren pro Tag zu sich. Fast die Hälfte (47 Prozent) trug das APOE4-Gen – einen der stärksten Risikofaktoren für Alzheimer.
Die Hälfte der Gruppe erhielt täglich 2.000 Milligramm DHA, die andere ein Placebo. Das Supplement wirkte: Der DHA-Spiegel in den roten Blutkörperchen stieg von 4,9 auf 11 Prozent. In der Rückenmarksflüssigkeit nahmen die Werte nach sechs Monaten um 17 Prozent zu. Die Fettsäuren überwanden also die Blut-Hirn-Schranke.
Kein Effekt auf Gedächtnis und Hirnvolumen
Trotz der nachweislichen Aufnahme blieb der kognitive Effekt aus. Ein kognitiver Score zeigte 2,76 Punkte Veränderung in der DHA-Gruppe, 2,67 Punkte in der Placebo-Gruppe – statistisch bedeutungslos. Auch das Volumen des Hippocampus, einer zentralen Gedächtnisregion, schrumpfte in beiden Gruppen gleichermaßen.
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Die Aussagekraft der Studie leidet unter einer hohen Ausfallrate von 38 Prozent. Die Autoren führen das unter anderem auf die COVID-19-Pandemie zurück.
Blutdruck als unterschätzter Risikofaktor
Parallel veröffentlichte Daten der DO-HEALTH-Studie zeigen: Ein Gramm Omega-3 täglich kann die biologische Alterung um 2,9 bis 3,8 Monate verlangsamen. Ein direkter Schutz vor Alzheimer lasse sich daraus aber nicht ableiten, so die Forscher.
Deutlich wichtiger scheint der Blutdruck. Analysen zufolge erhöht Bluthochdruck das Alzheimer-Risiko um den Faktor 1,57. Ein zu niedriger Blutdruck steigert es sogar um den Faktor 2,74.
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Was wirklich hilft: Mediterrane Kost statt Kapseln
Angesichts der enttäuschenden Ergebnisse raten Fachleute von isolierten Hochdosis-Präparaten ab. Stattdessen empfehlen sie eine mediterrane Ernährung mit regelmäßigem Fischverzehr. Die natürliche Kombination der Nährstoffe scheint wirksamer als isolierte Fettsäuren.
Möglicherweise setzt eine Supplementierung im fortgeschrittenen Alter einfach zu spät an. Oder die komplexe Alzheimer-Pathologie lässt sich nicht allein durch Fettsäuren beeinflussen. Die Devise der Forscher: eine multimodale Strategie aus Ernährung und Kontrolle der Gefäßrisiken.
