Alzheimer-Früherkennung: Bluttest mit 90% Genauigkeit jetzt verfügbar
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 07:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Mit der klinischen Einführung von pTau217-Bluttests in der EU und der Schweiz steht Medizinern ein Verfahren zur Verfügung, das Alzheimer-Ablagerungen mit über 90-prozentiger Genauigkeit nachweist – ohne invasive Eingriffe. Die Tests bieten eine kostengünstige Alternative zu PET-Scans oder Nervenwasseruntersuchungen.
Zulassungen und Akteure
Mehrere Medizintechnikunternehmen haben entsprechende Testverfahren auf den Markt gebracht. Ein bedeutender Hersteller erhielt für seinen Assay am 7. Juli 2026 die CE-Kennzeichnung unter der europäischen IVDR-Verordnung. Bereits seit Mai sind erste pTau217-Bluttests EU-weit zugelassen, seit Anfang Juli finden sie verstärkt Anwendung in Kliniken.
Zu den zentralen Anbietern zählen Roche, Fujirebio und Beckman Coulter. Sie stellen automatisierte Systeme bereit, die eine breite Labornutzung ermöglichen. Die Kosten pro Untersuchung liegen zwischen 100 und 150 Euro.
Fachleute betonen: Der Bluttest ist kein Massenscreening, sondern Teil eines umfassenden Diagnoseprozesses bei begründetem Verdacht. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten derzeit noch nicht.
Aktuelle Forschungsdaten
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Auf der Alzheimer’s Association International Conference (AAIC) Mitte Juli in London präsentieren Pharmaunternehmen neue Daten. Ein Schweizer Konzern stellt Ergebnisse zu seinem Portfolio vor – neben den pTau217-Tests auch Daten zur Phase-3-Studie eines neuen Antikörpers. Der Bluttest dient gezielt zur Identifikation geeigneter Teilnehmer für Studien zur präklinischen Alzheimer-Erkrankung.
Branchenvertreter demonstrieren die Leistungsfähigkeit ihrer Verfahren im Vergleich zum Amyloid-PET. Die Daten zeigen: Die Bluttests bieten besonders bei Personen ohne kognitive Beeinträchtigungen eine hohe Sicherheit in der Früherkennung. Ergänzend werden Langzeitdaten zu bereits zugelassenen Therapien wie Donanemab und Lecanemab diskutiert, die 2025 die EU-Zulassung erhielten.
Prävention und ergänzende Verfahren
Parallel zu den Bluttests gewinnen lebensstilbasierte Präventionsansätze an Bedeutung. Medizinische Berichte deuten darauf hin: Bis zu 45 Prozent der Demenzfälle könnten durch Lebensstilanpassungen vermeidbar sein.
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Bereits 3.000 Schritte täglich verlangsamen die Ablagerung von Tau-Proteinen und verzögern den Ausbruch um etwa drei Jahre. Die MIND-Diät senkt das Demenzrisiko um bis zu 35 Prozent. Pharmakologische Daten zeigen: SGLT2-Hemmer reduzieren das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Rezeptor-Agonisten um 33 Prozent.
Am LMU Klinikum in München kommt ein offener PET-Scanner zum Einsatz, der die Untersuchung für Patienten komfortabler gestaltet. Anfang Juli starteten Pilotprojekte in bayerischen Apotheken mit Gedächtnis-Checks für Menschen über 60. In Österreich führte man zeitgleich den digitalen Chatbot PIA ein, der Betroffene und Angehörige bei der Orientierung im Diagnosesystem unterstützt.
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