Altersvorsorgedepot: Bundestag beschließt Riester-Ablöse ab 2027
26.05.2026 - 20:30:34 | boerse-global.deWährend die traditionellen Sparformen zunehmend an Kaufkraft verlieren, locken neue gesetzliche Rahmenbedingungen und attraktive Zinsangebote die Bürger in die Kapitalmärkte. Eine aktuelle Commerzbank-Studie zeigt: 46 Prozent der Hessen sparen mittlerweile regelmäßig – ein deutlicher Anstieg von 39 Prozent vor zwei Jahren.
Die Riester-Ablöse kommt mit besseren Konditionen
Der Bundestag hat am 26. März 2026 das neue „Altersvorsorgedepot“ auf den Weg gebracht. Ab dem 1. Januar 2027 soll es die gescheiterte Riester-Rente ablösen – und das zu deutlich verbesserten Bedingungen als ursprünglich geplant.
Anzeige: Das neue Altersvorsorgedepot bringt bis zu 540 Euro Förderung pro Jahr – und löst die Riester-Rente ab. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie die Reform nutzen und mit den besten Zinsangeboten 2026 Ihre Rente sichern. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die Kernpunkte der Reform: Statt der im Dezember-Entwurf vorgesehenen 30 Cent gibt es künftig 50 Cent Grundzulage pro investierten Euro. Die maximale jährliche Förderung liegt bei 540 Euro. Wer monatlich 100 Euro einzahlt, erhält satte 390 Euro Zuschuss pro Jahr.
Auch die Kinderzulage wurde attraktiver gestaltet: Sie wird bereits ab einem monatlichen Beitrag von 25 Euro voll gewährt – statt der ursprünglich geforderten 100 Euro. Die Kostenobergrenze für diese Produkte sinkt von 1,5 auf 1,0 Prozent. Neu ist zudem ein öffentliches Standarddepot und die Öffnung der Förderung für Selbstständige.
Vier Prozent Zinsen – ein vorübergehendes Phänomen?
Während die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen für Bestandskunden deutscher Banken bei mageren 1,32 Prozent dümpeln, locken Neuanbieter mit Spitzenkonditionen. Die Digitalbank Chase (eine Tochter von JP Morgan) bietet Neukunden vier Prozent Zinsen für die ersten vier Monate, danach immerhin noch zwei Prozent. Die Einlagensicherung deckt bis zu 100.000 Euro ab, freiwillige Zusatzsicherungen sogar bis zu einer Million Euro.
Die Norisbank zieht nach: Vier Prozent Zinsen, garantiert vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2026. Auch Plattformen wie Raisin und Consorsbank locken mit 3,4 bis 3,5 Prozent für kürzere Festlegungszeiträume.
Doch Vorsicht: Bei einer Inflation von vier Prozent bedeutet eine nominale Rendite von drei Prozent auf 10.000 Euro einen realen Kaufkraftverlust von 100 Euro pro Jahr. Experten raten daher zunehmend zu Sachwerten wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffen – häufig vermittelt über kostengünstige ETFs.
Die junge Generation investiert anders
Die Commerzbank-Studie offenbart einen tiefgreifenden Generationenkonflikt beim Sparverhalten. Während ältere Sparer noch auf Sparbücher und Festgelder setzen, zeigt die Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2007) eine bemerkenswerte Affinität zu den Kapitalmärkten: 82 Prozent geben an, regelmäßig zu sparen, und 50 Prozent besitzen bereits Wertpapiere.
Besonders auffällig: Unter den Wertpapierbesitzern investieren 59 Prozent in ETFs – ein sprunghafter Anstieg von 33 Prozent vor zwei Jahren. Rund 66 Prozent halten zudem Einzelaktien. Die Geschlechterkluft bleibt jedoch bestehen: 59 Prozent der Männer investieren in Wertpapiere, aber nur 40 Prozent der Frauen.
Das Hauptmotiv fürs Sparen verschiebt sich ebenfalls: 47 Prozent der Befragten nennen mittlerweile die Altersvorsorge als wichtigstes Ziel – vor zwei Jahren waren es erst 38 Prozent. 69 Prozent der Teilnehmer unterstützen zudem das Konzept einer Frühstartrente.
Wertguthaben als Alternative zur Aktienanlage
Abseits von Depots und Sparkonten gewinnen sogenannte Wertguthaben an Bedeutung. Diese „Arbeitszeitkonten“ erlauben es Arbeitnehmern, Überstunden, ungenutzten Urlaub oder Teile des Gehalts anzusparen. Für das Jahr 2026 gilt: Mindestens 23.730 Euro müssen auf dem Konto sein, um die Guthaben bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses auf die Deutsche Rentenversicherung übertragen zu können.
Der Vorteil: Steuern und Sozialabgaben werden erst bei der Auszahlung fällig. Die monatlichen Zahlungen liegen zwischen 70 und 130 Prozent des bisherigen Durchschnittsverdienstes. Da die Anlage nicht von Börsenschwankungen abhängt, gilt sie als besonders sicher – bei jährlichen Verwaltungskosten von nur rund 0,2 Prozent.
Gold, Anleihen und der Blick nach Frankfurt
Am 25. Mai 2026 notierte Gold bei 4.562 Dollar pro Feinunze – ein Tagesplus von 1,2 Prozent. Zwar liegt der Goldpreis seit Ende Februar um 15 Prozent niedriger, doch auf Jahressicht beträgt das Plus immer noch beachtliche 37 Prozent. Eine Forsa-Umfrage zeigt: 30 Prozent der Anleger sehen Gold als attraktivste Langfristanlage (drei Jahre und mehr), gefolgt von Aktien (26 Prozent) und Fonds (17 Prozent).
Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am selben Tag bei 2,96 Prozent. Fallende Ölpreise dämpften die Inflationserwartungen und trieben den Euro-Bund-Future um 0,6 Prozent auf 126,18 Punkte nach oben.
Ausblick: Die EZB entscheidet im Juni
Anzeige: Inflation frisst Ihr Sparguthaben auf? Mit den richtigen ETF-Strategien und dem neuen Altersvorsorgedepot schützen Sie Ihr Vermögen. Der Ratgeber zeigt Ihnen die drei einfachsten Wege zur privaten Altersvorsorge. Ratgeber jetzt kostenlos sichern
Alle Augen richten sich nun auf die EZB-Sitzung am 11. Juni 2026. Marktbeobachter spekulieren über eine mögliche Leitzinserhöhung um 0,25 Prozent im Juli – das würde die Konditionen für Tages- und Festgeld weiter beeinflussen.
Im Unternehmenssektor laufen derweil Restrukturierungen: Biontech treibt den Verkauf mehrerer Produktionsstandorte voran, darunter in Marburg und Idar-Oberstein. Der Prozess soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein. Während sich das Unternehmen auf die Onkologie konzentriert, plant das Gründungsteam offenbar eine neue Firma.
Für private Sparer gilt: Die Zeiten des einfachen Sparens sind vorbei. Wer seine Kaufkraft erhalten will, kommt um eine durchdachte Mischung aus Tagesgeld, Wertpapieren und staatlich geförderten Produkten kaum herum.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
