Altersarmut: Senioren sparen 60% in Georgien statt Deutschland
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und einer stagnierenden Rentenentwicklung in Deutschland rückt die Abwanderung im Alter zunehmend in den Fokus der öffentlichen Debatte. Aktuelle Daten und Medienberichte vom Ende August 2026 zeigen, dass die finanzielle Belastung für Rentner in Deutschland ein kritisches Niveau erreicht hat, während alternative Wohnsitze im Ausland erhebliche Einsparungen versprechen.
Kostenvergleich und attraktive Zielregionen
Für Senioren mit geringen Rentenbezügen bieten insbesondere osteuropäische Länder sowie Georgien deutliche finanzielle Entlastungen. Marktanalysen beziffern die Lebenshaltungskosten in Georgien als um 60 Prozent niedriger im Vergleich zu Deutschland. Ähnliche Tendenzen zeigen sich in Rumänien mit einer Ersparnis von 46 Prozent und in Bulgarien mit 42 Prozent.
In Spanien, wo laut Erhebungen vom August 2026 etwa 43 Prozent der ausländischen Bevölkerung aus dem EU- oder EWR-Raum stammen, ziehen insbesondere Städte wie Torrevieja Zuwanderer an. Hier stehen neben dem Klima vor allem der erschwingliche Wohnraum und funktionierende öffentliche Dienstleistungen im Vordergrund.
Im Gegensatz dazu verschärfen sich die Bedingungen in traditionellen südeuropäischen Zielen. In Portugal, speziell in den Metropolen Lissabon und Porto sowie in der Algarve-Region, wurden zuletzt deutlich gestiegene Mieten verzeichnet. Ein Bericht zur Rentenreform in Portugal weist zudem darauf hin, dass das reale Defizit im Rentensystem im Jahr 2025 bei 1,94 Milliarden Euro lag, was langfristig zu sinkenden Ersatzquoten führen könnte.
Hürden und finanzielle Anforderungen am Beispiel Thailand
Ein Ruhestand in Fernost ist an spezifische finanzielle Voraussetzungen geknüpft. Für ein thailändisches Rentnervisa ist beispielsweise ein monatliches Einkommen von 65.000 Baht erforderlich, was etwa 1.900 Euro entspricht. Damit liegt die Hürde deutlich über der durchschnittlichen deutschen Altersrente, die Ende 2025 laut Sozialverband (SoVD) bei 1.195 Euro pro Monat lag (Männer 1.449 Euro, Frauen 994 Euro).
Ein beispielhaftes Monatsbudget für Thailand kalkuliert mit Mietkosten zwischen 300 und 450 Euro. Für Lebensmittel werden 180 bis 250 Euro veranschlagt, während Nebenkosten mit 70 bis 100 Euro und der Verkehr mit 20 bis 40 Euro zu Buche schlagen. Für Freizeitaktivitäten sollten Senioren zwischen 80 und 120 Euro einplanen.
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Steuerliche Rahmenbedingungen für den Wegzug 2026
Rentner, die im Jahr 2026 in den Ruhestand treten, müssen beachten, dass 84 Prozent ihrer Bruttorente steuerpflichtig sind; lediglich 16 Prozent verbleiben als Freibetrag. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt 2026 für Alleinstehende bei 12.348 Euro und für Paare bei 24.696 Euro.
Bei einer beispielhaften Monatsrente von 1.350 Euro (16.200 Euro Jahresbrutto) entfällt die Steuerpflicht somit auf einen Betrag von 13.608 Euro, wobei Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung die Last mindern können.
Eine pauschale Gebühr für Auswanderer existiert laut Bundesfinanzministerium nicht. Eine Wegzugsbesteuerung greift gemäß Außensteuergesetz lediglich bei wesentlichen Anteilen an Kapitalgesellschaften. Wichtig für Auswanderer bleibt die Einhaltung der zweiwöchigen Abmeldefrist in Deutschland, da bei Versäumnis Bußgelder von bis zu 1.000 Euro drohen können.
Politischer Kontext und soziale Absicherung
Die Motivation zur Auswanderung wird durch die angespannte Lage im deutschen Pflegesystem verstärkt. Im Jahr 2026 zahlt eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 3 in Bayern einen monatlichen Eigenanteil von 3.400 Euro, während die Pflegekasse lediglich 1.319 Euro übernimmt. Im Bundesdurchschnitt steigt dieser Eigenanteil jährlich um 256 Euro.
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Parallel dazu verschärfen sich die politische Diskussion um das Rentenniveau. Aktuelle Umfragen des ZDF-Politbarometers zeigen, dass 75 Prozent der Befragten eine Abschaffung der „Rente mit 63“ ablehnen. Trotz Warnungen der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi vor sozialen Einschnitten hält die Regierung unter Kanzler Merz an Reformplänen fest.
Seit 2015 entfielen etwa 30 Prozent der Rentenzugänge auf diese Regelung. Der SoVD fordert indes eine Stärkung der gesetzlichen Rente und lehnt eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ab, das im Jahr 2025 im Schnitt bei 64,7 Jahren lag.
