Altern, Gene

Altern: Tausende Gene und hunderte Metabolite verlaufen individuell

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 19:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 335 Frauen zeigt individuelle Veränderungen von Genen, Metaboliten und Immunabwehr sowie Einflüsse durch Umweltfaktoren.

Studie zeigt: Molekulares Altern verläuft bei jeder Frau anders
Abstrakte mikroskopische Aufnahme organischer Zellstrukturen als Symbol für biologische Alterungsprozesse. Illustration mit AI erstellt.

Altern verläuft nicht bei allen Menschen gleich – und offenbar sogar auf molekularer Ebene deutlich unterschiedlicher, als bislang angenommen. Zu diesem Schluss kommt eine im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie, über die welt.de in einem Bericht vom 11. September 2026 berichtete. Untersucht wurden 335 Frauen im Alter zwischen 32 und 80 Jahren aus der TwinsUK-Kohorte, über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren.

Tausende Gene und hunderte Metabolite im Wandel

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie sich der Körper auf molekularer Ebene über die Zeit verändert. Laut welt.de veränderten sich über einen medianen Beobachtungszeitraum von sechs Jahren mehr als 5000 Gene und 181 Metabolite bei den Teilnehmerinnen.

Ein Bericht von livingwellstudy.com vom 10. September 2026 zu derselben Studie, die vom King's College London mitgetragen wurde, spricht von rund 16.000 untersuchten Genen und mehreren hundert gemessenen Metaboliten über den achtjährigen Untersuchungszeitraum.

Beide Quellen stimmen im zentralen Befund überein: Die molekulare Alterung verläuft von Person zu Person höchst individuell und lässt sich nicht auf ein einheitliches Muster reduzieren.

Auffällige Marker: TP53, CXCL9 und das Immunsystem

Besonders aufschlussreich sind laut welt.de die Verläufe einzelner molekularer Marker. So sank die Aktivität des Gens TP53, das eine zentrale Rolle bei der Zellregulation spielt, über die Beobachtungszeit hinweg.

Der Marker CXCL9, der mit der Alterung des Herzens in Verbindung gebracht wird, zeigte dabei stark unterschiedliche Verläufe zwischen den einzelnen Studienteilnehmerinnen – ein weiterer Beleg für die hohe Individualität des Alterungsprozesses.

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Die Studie an 335 Frauen aus der TwinsUK-Kohorte zeigt: Über sechs Jahre veränderten sich mehr als 5000 Gene und 181 Metabolite — aber bei jeder Frau anders. Pauschale Altersaussagen greifen also zu kurz. Wie Sie die individuellen Marker für sich einordnen, fasst dieser kostenlose Leitfaden zusammen. Kostenlosen Leitfaden zur individuellen Alterung anfordern

Auch das Immunsystem unterlag laut den Studienbefunden einem Wandel: Die adaptive Immunabwehr, die auf spezifische Erreger reagiert und Gedächtniszellen ausbildet, nahm über die Zeit ab.

Die angeborene Immunabwehr, die unspezifisch auf Bedrohungen reagiert, blieb hingegen erhalten oder nahm sogar zu. Diese gegenläufige Entwicklung der beiden Immunsystem-Zweige könnte nach Einschätzung der Studienautoren erklären, warum ältere Menschen anfälliger für bestimmte Infektionen werden, während chronisch-entzündliche Prozesse gleichzeitig zunehmen können.

Umwelteinflüsse hinterlassen molekulare Spuren

Die Studie zeigt zudem, dass nicht nur das Alter selbst, sondern auch äußere und zeitliche Faktoren Spuren in den molekularen Profilen hinterlassen. Laut welt.de wirkten sich sowohl Tages- als auch Jahreszeiten auf die gemessenen Werte aus.

Darüber hinaus korrelierten die Spiegel von PFAS – langlebigen, in der Umwelt weit verbreiteten Chemikalien – mit den molekularen Profilen der Teilnehmerinnen. Dieser Befund deutet darauf hin, dass Umweltbelastungen bei der Erfassung und Interpretation molekularer Alterungsmarker künftig stärker mitgedacht werden müssen.

Bedeutung für die Alternsforschung

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Chronische Entzündungen nehmen mit den Jahren zu, während die adaptive Immunabwehr abnimmt — die Studie beschreibt genau dieses gegenläufige Muster. Wer früh verstehen will, welche Rolle Immunmarker wie CXCL9 und Umweltfaktoren wie PFAS dabei spielen, findet hier die wichtigsten Ansatzpunkte. Immunbalance und Entzündungsrisiken verstehen

Die Ergebnisse unterstreichen, dass pauschale Aussagen über biologisches Alter an ihre Grenzen stoßen. Wenn sich Tausende Gene und hunderte Stoffwechselprodukte bei verschiedenen Menschen unterschiedlich verändern, lässt sich Altern kaum mehr als einheitlicher, linearer Prozess beschreiben.

Für die Forschung zu chronischen Entzündungen und altersbedingten Erkrankungen liefert die Studie damit einen Ansatzpunkt: Individuelle molekulare Profile – etwa bei Immunmarkern wie CXCL9 oder im Verhältnis von adaptiver zu angeborener Immunabwehr – könnten künftig helfen, Risiken für einzelne Personen genauer einzuschätzen, statt sich allein auf das chronologische Alter zu stützen. Die vollständige Studie ist unter der DOI 10.1126/science.aed6452 dokumentiert.

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