Akupunktur, Metaanalyse

Akupunktur: Neue Metaanalyse stellt Langzeitwirkung infrage

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 23:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt nur kurzfristigen Nutzen der Nadeltherapie bei chronischen Schmerzen. Reformen erhöhen Zuzahlungen für Heilmittel.

Akupunktur in der Orthopädie: Neue Studie hinterfragt Langzeitwirkung
Nahaufnahme des Rückens eines Patienten mit Akupunkturnadeln in einer modernen, sterilen Arztpraxis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Doch aktuelle Studien stellen die Langzeitwirkung infrage.

Orthopäden setzen die Nadeltherapie vor allem bei chronischen Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden und muskulären Verspannungen ein. In spezialisierten Zentren – etwa der OTOS Praxisklinik in Hildesheim oder Wahlarztzentren in Wien – ist Akupunktur fester Bestandteil der konservativen Therapie. Die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen ist in Deutschland an bestimmte Diagnosen geknüpft, insbesondere bei chronischen Beschwerden der Lendenwirbelsäule oder des Kniegelenks.

Was die Forschung wirklich sagt

Eine Metaanalyse von Prof. Dr. Daniel Belavý (Hochschule Bochum) sorgt für Diskussionen. Die Ende Juni 2026 im Fachjournal BMJ Medicine veröffentlichte Studie wertete 551 Studien mit über 71.000 Patienten aus.

Das Ergebnis: Sowohl passive Anwendungen wie Akupunktur und Massagen als auch aktive Bewegungstherapien lindern Schmerzen nur über einen begrenzten Zeitraum – rund 10 bis 12 Wochen. Nach einem Jahr zeigte sich kein klinisch relevanter Vorteil mehr gegenüber Kontrollgruppen. Zudem fanden die Forscher keinen signifikanten Unterschied zwischen passiven und aktiven Therapieformen.

Anzeige

Während die langfristige Wirkung klassischer Nadeltherapien debattiert wird, setzen viele Betroffene auf gezielte Selbsthilfe für den Alltag. Dieser bebilderte PDF-Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Arthrose-Beschwerden und Gelenkschmerzen durch bewährte Druckpunkte selbst aktiv lindern können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose kostenlos herunterladen

Der Studienleiter betont: Statt auf kurzfristig wirksame Interventionen zu setzen, braucht es langfristige Strategien zum Selbstmanagement der Patienten.

Gesundheitspolitik verändert die Rahmenbedingungen

Die orthopädische Versorgung steht unter Druck. Im Sommer 2026 verabschiedete Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhöhen die Zuzahlungen für Medikamente und Heilmittel – von 5 bis 10 Euro auf nun 7,50 bis 15 Euro pro Verordnung.

Gleichzeitig zentralisiert der Kliniksektor spezialisierte Eingriffe. Daten der AOK Nordwest zeigen: Die Zahl der Standorte für Knieprothesen sank um rund 30 Prozent, für Hüftimplantate um etwa 38 Prozent.

Anzeige

Angesichts steigender Zuzahlungen und seltenerer Klinikstandorte gewinnt die Eigeninitiative zur Schmerzlinderung an Bedeutung. Eine uralte Technik der Traditionellen Chinesischen Medizin erlebt hierbei gerade ein Comeback und zeigt, wie drei Finger in wenigen Minuten spürbare Linderung bringen können. Hier den kostenlosen Guide zum 3-Finger-Trick anfordern

In diesem Umfeld gewinnen transparente Qualitätsvergleiche und eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung an Bedeutung. Die Akupunktur bleibt in der ambulanten Praxis präsent. Doch die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin: Künftig wird die Integration solcher Verfahren stärker an langfristigen Erfolgskriterien und der Eigeninitiative der Patienten gemessen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69762214 |