Akupressur gegen Stress: Baihui und Fengchi sollen innere Unruhe lindern
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ratgeber zur traditionellen fernöstlichen Heilkunde erläutern vermehrt die Anwendung von Akupressur zur Reduktion von Stress, Nervosität und Angstgefühlen. Die gezielte manuelle Stimulation bestimmter Leitpunkte des Körpers soll dabei helfen, das vegetative Nervensystem zu beruhigen und innere Anspannung abzubauen. Vor allem Punkte wie Baihui am Scheitel sowie Fengchi am Hinterkopf stehen dabei im Mittelpunkt von Selbsthilfeanleitungen.
Gezielte Reizung klassischer Akupressurpunkte
Die Methode basiert auf dem Prinzip, ausgewählte Punkte am Kopf oder Nacken durch sanften Fingerdruck zu aktivieren. Der Punkt Baihui, der sich am höchsten Punkt des Schädels befindet, wird in der Praxis häufig zur Linderung von mentaler Unruhe und kreisenden Gedanken empfohlen.
Ergänzend dazu zielt der Punkt Fengchi, gelegen in den Vertiefungen an der Schädelbasis unterhalb des Hinterhauptknochens, auf die Entlastung des Nackenbereichs und die Dämpfung stressbedingter Spannungen ab. Anwender können diesen Druck selbstständig und ohne Hilfsmittel über wenige Minuten ausüben, um in akuten Belastungssituationen Beruhigung zu finden.
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Ohr-Akupressur als Trend im Handel
Neben der manuellen Massage etabliert sich zunehmend auch der Einsatz von speziellen Hilfsmitteln. Besondere Aufmerksamkeit erhielt zuletzt die Ohr-Akupressur durch Produkte wie die Patches des Start-ups Zenny. Gründerin Jelena Meyer Vicente warb in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ um 100.000 Euro für einen Unternehmensanteil von 10 Prozent.
Wie die Münchner tz Anfang Oktober berichtete, waren die Ohr-Patches bei der Drogeriekette Rossmann für 7,99 Euro erhältlich – gegenüber dem regulären Preis von 11,90 Euro im firmeneigenen Webshop – und zeitweise vergriffen.
Jedes dieser wasserfesten Patches verfügt über ein mit 24-karätigem Gold plattiertes Metallkügelchen, das kontinuierlichen Druck auf Reflexpunkte im Ohr ausüben soll. Vorgesehen ist eine Tragedauer von drei bis fies Tagen, gefolgt von einer Pause.
Der Hersteller vermarktet das Angebot als reines Wellness-Produkt und grenzt es ausdrücklich von medizinischen Behandlungen ab. Zu den adressierten Anwendungsbereichen zählen laut Unternehmensangaben Gedankenwirbel, unruhige Nächte, hektische Tage, Heißhungerattacken sowie Konzentrations- und Fokuslücken.
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Richtwerte für Akupressurmatten und wichtige Kontraindikationen
Für eine großflächigere Reizung kommen häufig Akupressurmatten zum Einsatz, die mit zahlreichen Kunststoffspitzen besetzt sind. Ratgeber empfehlen Einsteigern meist drei bis vier Einheiten pro Woche mit einer Dauer von 5 bis 15 Minuten, bei Bedarf abgemildert durch ein dünnes Tuch oder eine weichere Unterlage. Fortgeschrittene Nutzer dehnen die Anwendung oft auf 15 bis 40 Minuten an vier bis sieben Tagen in der Woche aus.
Für Büroangestellte mit ausgeprägten Nacken- und Schulterverspannungen werden drei bis sechs Anwendungen wöchentlich über jeweils 10 bis 20 Minuten beschrieben. Auch die Kombination mit Yoga gilt als Option, etwa zur Vorbereitung der Muskulatur, während passiver Entspannungshaltungen oder zur anschließenden Regeneration.
Trotz der einfachen Handhabung betonen Experten bestehende Gegenanzeigen. Von der Nutzung abgeraten wird bei offenen Wunden, akuten Entzündungen, Infektionen, Thromboseverdacht, frischen Knochenbrüchen, starker Osteoporose sowie Bandscheibenproblemen.
Ebenso ist bei Diabetes mit Sensibilitätsverlust, Herzschrittmachern oder der Einnahme von Blutverdünnern ärztlicher Rat erforderlich. Schwangere sollten auf Druck im Bauch- sowie unteren Rückenbereich verzichten und die Nutzung vorab mit einer Hebamme oder medizinischem Fachpersonal abklären.

