Akne, Zucker

Akne und Zucker: Hoher Konsum geht mit 2,3-mal höherer Inzidenz einher

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Antientzündliche Ernährung kann Hauttherapien ergänzen; bestimmte Lebensmittel und Lebensstilfaktoren beeinflussen Symptome und Schübe.
Frische pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Beeren, Grünkohl und Kurkuma auf einer rustikalen Holzoberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Fachleute aus Dermatologie und Ernährungswissenschaft diskutieren zunehmend die Rolle von Ernährungsfaktoren bei der Behandlung chronischer Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Akne und Neurodermitis. Eine angepasste, antientzündliche Kost gilt dabei nicht als Ersatz für etablierte medizinische Therapien, sondern als begleitender Ansatz zur Linderung von Krankheitsschüben und Symptomen.

Mechanismen bei Akne und Rosazea

Zu den häufig in dermatologischen Praxen behandelten Krankheitsbildern zählen Akne, Rosazea, Melasma, Ekzeme sowie Psoriasis. Wie der Dermatologe Diego López darlegt, kann die Ernährung bei entsprechender Veranlagung neue Schübe auslösen. Bei Akne begünstigen vor allem stark raffinierte Mehle und Zucker über Insulinspitzen sowie der Konsum von Milch das Auftreten von Hautunreinheiten.

Fachberichte verweisen darauf, dass übermäßiger Konsum von raffiniertem Zucker die Insulinausschüttung stimuliert und den Androgenspiegel erhöht, was wiederum die Talgdrüsenproduktion anregt. Eine in Fachquellen angeführte Untersuchung zeigt, dass Personen mit hohem Zuckerkonsum eine 2,3-mal höhere Akne-Inzidenz aufweisen als Personen mit niedrigem Konsum.

Neben dem Vermeiden von Milchprodukten – insbesondere Magermilch im Zusammenhang mit dem Wachstumsfaktor IGF-1 – raten Experten bei Rosazea zur Zurückhaltung bei scharfen Speisen, da diese eine Gefäßerweiterung auslösen und Rötungen verstärken können.

Psoriasis und die Rolle des Stoffwechsels

Bei Psoriasis handelt es sich um eine systemische Autoimmunerkrankung mit chronischen Entzündungsprozessen. Wie Fachmedien erläutern, kann eine antientzündliche Ernährung medikamentöse Therapien mit Substanzen wie Methotrexat, PDE-4-Hemmern wie Apremilast oder Biologika ergänzen und dazu beitragen, die Frequenz und Schwere der Schübe zu reduzieren.

López hebt hervor, dass eine hyperkalorische Kost vermehrt Fettgewebe aufbaut, welches entzündliche Botenstoffe freisetzt. Eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten kann den Schweregrad der Erkrankung entsprechend senken.

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Eine glutenfreie Ernährung wird von Fachleuten dabei nicht pauschal empfohlen, sondern sollte nur bei nachgewiesener Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit erfolgen.

Bei atopischer Dermatitis im Kleinkindalter liegt nach Angaben von López in etwa einem Drittel der Fälle eine spezifische Nahrungsmittelallergie gegen Auslöser wie Hühnerei, Kuhmilch oder Weizen vor. Neben der Kost spielen Lebensstilfaktoren wie Schlafmangel, chronischer Stress, Bewegungsmangel sowie Tabak- und Alkoholkonsum eine wesentliche Rolle.

Darmgesundheit und Nährstoffversorgung

Die Dermatologin Dr. Ivana Manola betont, dass anhaltender Stress Schlaf, Verdauung und Hormonhaushalt beeinträchtigen und das Mikrobiom sowie die Darmbarriere verändern kann. Eine Ernährung mit vielen ultraverarbeiteten Lebensmitteln und raffinierten Kohlenhydraten störe die Glukoseregulation.

Wissenschaftliche Übersichten im Fachjournal Frontiers in Nutrition beschreiben Nährstoffe als Regulatoren des mikrobiellen Milieus im Darm. Ballaststoffe dienen als Substrat für kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat, welche die epitheliale Barriere festigen.

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Für die Hautgesundheit empfehlen Ernährungsfachleute und Dermatologen gesunde Fette und Omega-3-Fettsäuren aus Quellen wie Lachs, Makrele, Walnüssen, Chiasamen und Leinsamenöl. Zur Aufrechterhaltung der Hautbarriere und Kollagensynthese tragen zudem Vitamine wie A und C sowie Zink aus Lebensmitteln wie Kürbiskernen oder grünem Gemüse bei.

Protokolle der funktionellen Medizin, wie das 2009 in Italien entwickelte Metodo Apollo von Dr. Salvatore Cusenza und Daniele Lo Mele, setzen ebenfalls auf spezifische Ernährungsumstellungen bei chronischen Hautleiden. Bei persistierenden Hautveränderungen raten Mediziner stets zu einer fachärztlichen Abklärung.

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