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Agentic Payments Alliance: Visa und Mastercard setzen Standards für KI-Zahlungen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Visa, Mastercard und Fiserv gründen mit 23 weiteren Mitgliedern eine Allianz für Standards bei autonomen KI-Transaktionen und Sicherheit.

Visa, Mastercard und Fiserv bündeln Kräfte für KI-Zahlungen
Moderne Serverinfrastruktur in einem Rechenzentrum mit blauer Beleuchtung, die technologische Basis für KI-Zahlungssysteme. Illustration mit AI erstellt.

Die führenden Zahlungsdienstleister Visa, Mastercard und Fiserv haben gemeinsam mit weiteren Branchengrößen die Agentic Payments Alliance (APA) ins Leben gerufen. Das Bündnis zielt darauf ab, verbindliche Standards für Transaktionen festzulegen, die autonom durch KI-Agenten ausgeführt werden. Damit reagiert die Finanzindustrie auf das enorme Marktpotenzial des sogenannten Agentic Commerce.

Ende August gaben Visa, Mastercard und Fiserv die Gründung der Agentic Payments Alliance bekannt. Dem Zusammenschluss gehören insgesamt 26 Mitglieder an, darunter namhafte Akteure wie Circle, die Solana Foundation und der Finanzdienstleister Remitly.

Ziel der Allianz ist die Schaffung eines regulatorischen und technischen Rahmens für Zahlungen, die ohne unmittelbare menschliche Interaktion von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Die Schwerpunkte der APA liegen dabei auf den Bereichen Identitätsprüfung, Betrugsprävention, Loyalitätsprogramme und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Ein Marktvolumen im Billionenbereich

Die Notwendigkeit einer Standardisierung wird durch aktuelle Marktprognosen unterstrichen. Analysten von McKinsey schätzen, dass das Marktvolumen für den KI-gestützten Handel bis zum Jahr 2030 einen Wert zwischen 3 und 5 Billionen US-Dollar erreichen könnte. Parallel dazu prognostizieren Marktforscher von Grand View Research für den Zeitraum von 2026 bis 2033 eine jährliche Wachstumsrate von 35,7 % für diesen Sektor.

Dass die technologische Umsetzung bereits fortgeschritten ist, zeigen aktuelle Anwendungen. So wurde Ende August der Launch von PayBox innerhalb des Chatbots Grok auf der Plattform X bekannt gegeben. Die von MoonPay entwickelte Lösung ermöglicht es Nutzern, Krypto-Transaktionen – wie den Kauf oder Tausch von digitalen Währungen wie USDC oder PYUSD – direkt in natürlicher Sprache abzuwickeln.

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Unterstützt werden dabei unter anderem Solana sowie EVM-kompatible Blockchains. Zur Sicherung dieser Prozesse werden Technologien wie Multi-Party Computation (MPC) und Trusted Execution Environments (TEEs) eingesetzt.

Strategische Partnerschaften und technologische Integration

Neben der APA forcieren einzelne Mitglieder eigene Initiativen zur KI-Integration. Visa unterzeichnete Absichtserklärungen mit der Shinhan Financial Group sowie dem Unternehmen Dunamu, um Pilotprojekte für Stablecoin-Zahlungen und KI-gesteuerte Handelsdienstleistungen zu entwickeln. Dabei wird unter anderem die Nutzung des OUSD-Stablecoins unter einem offenen Standard-Framework geprüft.

Auch andere Marktteilnehmer positionieren sich: Der Zahlungsdienstleister Circle meldete, dass sein Stablecoin USDC im zweiten Quartal 2026 rund 99,3 % des Volumens bei KI-Zahlungen über das x402-Protokoll abwickelte.

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Die USDC-Zirkulation belief sich zuletzt auf 73,3 Milliarden US-Dollar, was einem jährlichen Zuwachs von 19 % entspricht. Der Vorsitzende von Alipay, Han Xinyi, bezeichnete Kryptowährungen im Rahmen des China Payment and Clearing Forums als einen von vier zentralen Pfaden für die Zukunft von KI-Zahlungen.

Herausforderungen bei Sicherheit und Compliance

Mit der Zunahme automatisierter Zahlungen steigen die Anforderungen an die Sicherheit. Solowin Holdings gab die Entwicklung einer speziellen Compliance-Engine für KI-Zahlungen bekannt, die unter dem Namen „Know-Your-Agent“ firmiert. Das Unternehmen, das im Geschäftsjahr 2025/26 einen Umsatz von 28,05 Millionen US-Dollar erzielte, arbeitet hierfür mit SC Ventures zusammen.

Auch die Neobank Revolut präsentierte mit PRAGMA ein neues KI-Modell, das darauf ausgelegt ist, Betrugsfälle präziser zu erkennen. Laut Unternehmensangaben konnte die Genauigkeit bei der Betrugserkennung gesteigert werden, nachdem Revolut bereits im Jahr 2024 Fraud-Verluste in Höhe von über 700 Millionen Euro verhindert hatte.

Die Relevanz präziser Sicherheitssysteme verdeutlichen Daten des Merchant Risk Council. Demnach schätzen 65 % der Händler ihre Rate an fälschlicherweise abgelehnten Transaktionen für das Jahr 2026 auf 2 bis 10 %.

Die globalen Verluste durch solche Fehlentscheidungen könnten 2026 die Marke von 231 Milliarden US-Dollar überschreiten – ein Vielfaches des tatsächlich prognostizierten Kartenbetrugs von 39,6 Milliarden US-Dollar. Visa reagierte bereits im Frühjahr 2026 auf diese Entwicklung und senkte die Schwellenwerte in seinem Überwachungsprogramm für Acquirer deutlich ab.

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