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Agentic Commerce: Mastercard, Visa und Coinbase starten KI-Zahlungen

12.06.2026 - 10:24:36 | boerse-global.de

Mastercard, Visa und Pine Labs präsentieren Zahlungsprotokolle für KI-Agenten. Der Markt für Agentic Commerce wächst rasant.

Mastercard, Visa & Co.: Neue KI-Systeme für autonome Zahlungen
Agentic - A stylized, glowing AI brain or network overlaid on a blurred background of digital payment symbols, representing AI-driven payments. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Große Finanzkonzerne rüsten ihre Systeme für autonome Transaktionen durch Künstliche Intelligenz.

Innerhalb von nur zwei Tagen haben Mastercard, Visa und Pine Labs neue Zahlungsinfrastrukturen vorgestellt, die es KI-Agenten ermöglichen, eigenständig Transaktionen durchzuführen. Die Entwicklungen vom 10. und 11. Juni 2026 markieren einen Wendepunkt hin zum sogenannten „Agentic Commerce" – einem Handel, bei dem Software-Agenten Zahlungen ohne menschliches Eingreifen abwickeln.

Mastercard startet Zahlungsprotokoll für Maschinen

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Am 10. Juni 2026 präsentierte Mastercard sein System Agent Pay for Machines (AP4M) . Es erlaubt KI-Agenten, Transaktionen über Kreditkartennetzwerke, Bankkonten und Stablecoins zu autorisieren und abzuwickeln. Das Protokoll ist speziell für hochfrequente Kleinstzahlungen mit geringer Latenz ausgelegt.

Die Berechtigungen werden zunächst auf den Blockchains Polygon, Solana und Base gespeichert. Mehr als 30 Partner sind beteiligt, darunter Coinbase, Stripe, Adyen, RippleX und die Solana Foundation.

Bereits am 2. Juni 2026 hatte Mastercard in Europa die ersten autonomen Agenten-Käufe erfolgreich abgewickelt. Dazu gehörte der Ticketkauf für ein Konzert des Royal Concertgebouw Orchestra in den Niederlanden über ING und Worldline sowie eine Transaktion für ein Kaffeetester-Set in Finnland über Nordea.

Visa integriert Zahlungsnetzwerk in ChatGPT

Parallel dazu hat Visa am 10. Juni sein Zahlungsnetzwerk direkt in ChatGPT eingebunden. KI-Agenten im OpenAI-Ökosystem können nun bei allen Händlern einkaufen, die Visa akzeptieren. OpenAI stellt die Agententechnologie, Visa übernimmt Autorisierung und Betrugsüberwachung.

Das neue System ersetzt den bisherigen OpenAI Instant Checkout-Dienst, der eine Gebühr von vier Prozent verlangte und im März 2026 eingestellt wurde. Visa nutzt eine modifizierte Version seines Intelligent Commerce-Token-Frameworks, um Streitfälle und Sicherheitsfragen über bestehende Zahlungsregeln abzuwickeln.

Coinbase und Pine Labs erweitern das Angebot

Einen Tag später, am 11. Juni, brachte Coinbase einen speziellen Dienst für automatisierte Bots auf den Markt: Coinbase for Agents. Die Plattform erlaubt es Nutzern, isolierte Unterkonten für KI-Agenten zu erstellen. Diese können dann per Sprachbefehl handeln und Gelder verwalten. Zur Sicherheit gelten strenge Transaktions- und Abhebungslimits. Unterstützt werden Stablecoins und traditionelle Banküberweisungen. Für den Sommer sind Integrationen von Aktien und Prognosemärkten geplant.

Ebenfalls am 11. Juni stellte Pine Labs in Indien das Pine Labs Payment Protocol (P3P) vor – die erste KI-Zahlungsfähigkeit für das Unified Payments Interface (UPI). Das Protokoll erlaubt KI-Agenten, Transaktionen auf Basis vorab genehmigter Mandate auszuführen, etwa den Goldkauf bei Erreichen eines bestimmten Preises.

Das System läuft bereits live bei der Sparplattform Gullak und wird beim Elektronikhändler Vijay Sales getestet. Der Start erfolgt vor dem Hintergrund eines monatlichen UPI-Transaktionsvolumens von über 23 Milliarden im Mai 2026. P3P nutzt die bestehenden UPI-Strukturen für Mandate und Händlerzahlungen und fügt Identitäts- und Kontrollebenen hinzu, die Prüfpfade und Ausgabenlimits sicherstellen.

Milliardenmarkt mit Sicherheitsgarantien

Branchenanalysten beobachten ein rasantes Wachstum des globalen Marktes für Agentic Commerce. Einige Prognosen gehen davon aus, dass der Sektor bis 2033 ein Volumen von rund 65,47 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Die Entwicklung standardisierter Protokolle, die Maschinen ermöglichen, Preise auszuhandeln und Zahlungen autonom abzuwickeln, treibt dieses Wachstum maßgeblich an.

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Um Sicherheitsbedenken zu adressieren, setzen die neuen Protokolle von Mastercard, Visa und Pine Labs auf klare Sicherheitsvorkehrungen:

  • Genehmigte Mandate: Nutzer müssen vorab zustimmen, dass Agenten innerhalb bestimmter Parameter ausgeben dürfen.
  • Ausgabenlimits: Maximale Transaktionswerte und Gesamtbudgets werden vom menschlichen Kontoinhaber festgelegt.
  • Eingeschränkte Händler: KI-Agenten können auf Transaktionen mit verifizierten oder vorab genehmigten Verkäufern beschränkt werden.
  • Isolierte Umgebungen: Finanzinstitute nutzen Sandboxen und verschlüsselte Token, um unbefugten Zugriff auf die Hauptkonten der Nutzer zu verhindern.

Die Führungskräfte von Mastercard betonten, dass diese Rahmenwerke eine breite Palette neuer Geschäftsmodelle unterstützen sollen – während KI-Agenten sich von der reinen Informationsbeschaffung hin zur aktiven kommerziellen Ausführung entwickeln.

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