ADHS: Koffein und L-Theanin verbessern Konzentration deutlich
25.06.2026 - 19:52:25 | boerse-global.de
Eine aktuelle Studie belegt: Die Kombination von Koffein und L-Theanin verbessert die Aufmerksamkeit von Jugendlichen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) deutlich.
Kombination aus Kaffee und Tee steigert Konzentration
Die doppelblinde und placebokontrollierte Studie aus Sri Lanka untersuchte 21 Jugendliche mit ADHS. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forscherteam im Mai 2026 in der Fachzeitschrift Nutritional Neuroscience.
Die Kombination beider Stoffe verbesserte die selektive Aufmerksamkeit der Probanden signifikant. Zudem reduzierten sich Fehlalarme bei Testaufgaben, und die Reaktionszeiten wurden kürzer. Die Forscher ordnen die Wirksamkeit dieser Kombination in einen Bereich ein, der mit herkömmlichen Stimulanzien wie Methylphenidat vergleichbar sei.
L-Theanin ist eine Aminosäure aus Teeblättern, die entspannt, ohne müde zu machen. Koffein steigert die Konzentration. Fachleute betonen jedoch: Die Ergebnisse können eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.
Kaffee schützt Zellen – und kann das Herz belasten
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Neben der direkten Wirkung auf die Aufmerksamkeit rücken weitere Inhaltsstoffe in den Fokus. Die Kaffeesäure wirkt stark antioxidativ und entzündungshemmend. In präklinischen Modellen zeigte sie Potenzial, oxidativen Stress zu reduzieren und das Risiko für chronische Erkrankungen zu senken. Klinische Studien zur Dosierung beim Menschen stehen allerdings noch aus.
Doch die Zubereitung entscheidet über gesundheitliche Risiken. Eine schwedische Untersuchung aus dem August 2025 zeigte: Maschinenkaffee enthält etwa 176 mg/L des cholesterinsteigernden Stoffes Cafestol. Filterkaffee kommt auf lediglich 12 mg/L. Regelmäßiger Konsum von ungefiltertem Kaffee kann das LDL-Cholesterin deutlich erhöhen. Filterkaffee dagegen wird mit einem bis zu 36 Prozent geringeren Herz-Kreislauf-Risiko über die gesamte Lebensspanne verbunden.
Bewegung als Therapie, Pestizide als Risiko
Parallel zur Erforschung natürlicher Inhaltsstoffe betonen Experten die Bedeutung von Lebensstilfaktoren. Der Psychiater Johannes Hennings verweist auf die positiven Effekte von Sport. Tägliche Einheiten von etwa 20 Minuten – ob Ausdauer, Kraft oder Koordination – fördern den Nervenwachstumsfaktor BDNF und unterstützen die Neuroplastizität.
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Die Universität Marburg untersucht derzeit in einem Projekt die Ursachen für späte ADHS-Diagnosen bei Mädchen und Frauen. Ziel ist es, die Versorgungslage zu verbessern.
Kritisch bewertet werden hingegen Rückstände im Kaffeeanbau. Ein Bericht der Deutschen Umwelthilfe mit dem Titel „Poison in Your Coffee“ identifizierte 159 verschiedene Pestizidwirkstoffe in Proben aus Brasilien, Vietnam und Kenia. 59 Prozent dieser Stoffe sind in der Europäischen Union verboten. Die Rückstände finden sich teilweise auch in geröstetem Kaffee wieder. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält fest: Ein täglicher Konsum ist nicht automatisch gesundheitsschädlich. Umweltorganisationen warnen jedoch vor den langfristigen Risiken krebserregender oder nervenschädigender Substanzen in der Lieferkette.
