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18 Studien zum Meal Sequencing: Blutzucker-Effekt hält nicht dauerhaft an

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine DDZ-Auswertung findet nur vorübergehende Veränderungen des Blutzuckers; die Studienlage reicht nicht für allgemeine Ernährungsempfehlungen.

Essensreihenfolge und Blutzucker: DDZ-Analyse zeigt kurzfristige Effekte
Frisches, rohes Gemüse wie Brokkoli und Gurken auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das Konzept des sogenannten Mahlzeiten-Timings und der gezielten Reihenfolge beim Essen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Populäre Empfehlungen, wie sie unter anderem von der Biochemikerin und Bestseller-Autorin Jessie Inchauspé vertreten werden, raten dazu, Ballaststoffe und Proteine vor stärke- oder zuckerhaltigen Komponenten zu verzehren. Dadurch soll die Zuckeraufnahme verlangsamt und Glukosespitzen im Blut abgeflacht werden.

Eine am 2. September 2026 im Fachjournal Clinical Nutrition veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) liefert nun eine wissenschaftliche Einordnung dieser Ernährungsstrategie.

Kurzfristige Dämpfung ohne dauerhaften Effekt

Für die Auswertung analysierte ein Forschungsteam um Dr. Alexander Lang und Erstautorin K. Kampmann-Gongoll insgesamt 18 randomisierte kontrollierte Studien mit erwachsenen Teilnehmern.

Die Auswertung ergab, dass das Vorziehen von Gemüse den Blutzuckerverlauf unmittelbar nach der Mahlzeit messbar beeinflusst: 30 Minuten nach dem Essen lag der Blutzuckerspiegel in der Gemüse-zuerst-Gruppe im Mittel um 1,21 Millimol pro Liter (mmol/l) niedriger als in den Vergleichsgruppen. Nach 60 Minuten betrug die Differenz noch 0,52 mmol/l zugunsten der Interventionsgruppe.

Dieser dämpfende Effekt hielt jedoch nicht an. Nach 120 Minuten lag der Blutzuckerspiegel in der Gruppe, die zuerst Gemüse verzehrt hatte, um 0,24 mmol/l höher als in den Kontrollgruppen.

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Die Reihenfolge beim Essen beeinflusst den Blutzucker direkt nach der Mahlzeit — doch nach zwei Stunden dreht sich der Effekt um. Wer verstehen will, was das für die eigene Ernährung bedeutet, findet hier die Einordnung: Kostenlosen Praxisleitfaden jetzt anfordern

Ein ähnlicher Verlauf zeigte sich beim Insulinspiegel: Während dieser unmittelbar nach der Mahlzeit zunächst niedriger geblieben war, fiel er nach zwei Stunden ebenfalls höher aus. Ein dauerhaft niedrigerer Blutzuckerspiegel ließ sich durch die veränderte Reihenfolge somit nicht nachweisen; die Glukoseaufnahme wird primär zeitlich verschoben.

Begrenzte Evidenz und methodische Einschränkungen

Bei Personen mit Typ-2-Diabetes zeigten sich in der Literatur zwar Hinweise auf einen stärkeren Rückgang des Nüchternblutzuckers sowie des Langzeitblutzuckerwerts HbA1c. Allerdings basieren diese Resultate laut dem DDZ auf jeweils nur einer einzigen Studie mit methodischen Mängeln.

In der Untersuchung zum HbA1c sank der Wert über einen Zeitraum von 24 Monaten zwar von durchschnittlich 8,3 auf 6,8 Prozent, jedoch war die verzehrte Gemüsemenge zwischen den Vergleichsgruppen nicht identisch.

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Zudem weist die Datenbasis der Übersichtsarbeit erhebliche qualitative Grenzen auf. Von den 18 einbezogenen Untersuchungen wiesen zehn ein moderates und acht ein hohes Verzerrungsrisiko auf. Die Evidenz für die kurzfristigen Effekte auf den Blutzucker stufte das DDZ daher als sehr niedrig beziehungsweise sehr unsicher ein.

Da der Großteil der Studien zudem aus Japan stammt und überwiegend an jungen, gesunden Erwachsenen durchgeführt wurde, lässt sich nach Einschätzung der Wissenschaftler daraus keine allgemeine Empfehlung für den Alltag ableiten.

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