Zollregeln, Euro

Zollregeln ab Juli: 3 Euro Pauschale für Kleinsendungen unter 150 Euro

30.06.2026 - 16:46:10 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 entfällt die Zollfreiheit für Pakete unter 150 Euro aus Nicht-EU-Staaten. Eine Pauschale von 3 Euro pro Warengruppe wird fällig.

Neue EU-Zollregeln: Pauschalabgabe für Kleinsendungen ab Juli 2026
Zollregeln - Ein Stapel kleiner Pappversandkartons in einem Lager oder Zollamt, symbolisiert neue Zollregeln und den Warenimport. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 1. Juli 2026 greifen neue Zollregeln für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten. Für Pakete unter 150 Euro Warenwert wird eine pauschale Abgabe von 3 Euro pro Warengruppe fällig. Die bisherige Zollfreiheit für solche Sendungen entfällt damit.

Maßnahmen gegen die Flut an Billigimporten

Der Schritt kommt nicht überraschend. 2025 registrierte die EU rund 5,9 Milliarden Sendungen – viermal so viele wie 2022. Rund 90 Prozent davon stammen aus China.

Die neue Pauschale wird pro Produktkategorie erhoben. Bestellt jemand ein Kleidungsstück und ein elektronisches Kleinteil im selben Paket, fallen 6 Euro Zoll an. Die Regelung gilt zunächst als Übergangslösung bis zum 1. Juli 2028.

Danach plant die EU, den Zollfreibetrag komplett abzuschaffen. Ab dann wäre jede Sendung ab dem ersten Euro Warenwert regulär zu verzollen. Zusätzlich ist ab dem 1. November 2026 eine Bearbeitungsgebühr geplant.

Branchenkenner rechnen mit drastischen Folgen. Roman Koidl, CEO des Dienstleisters eClear, erwartet einen Markteinbruch von bis zu zwei Dritteln bei Kleinpaketen. Erste Reaktionen sind schon sichtbar: Die China Post soll keine E-Commerce-Pakete mehr für den EU-Markt annehmen. Große Plattformen wie Shein bauen stattdessen eigene Logistikzentren in Europa auf – unter anderem in Polen.

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Frankreich geht gegen Ultra-Fast-Fashion vor

Flankierend zu den EU-Regeln hat Frankreich nachgelegt. Der Senat verabschiedete am 29. Juni 2026 ein Gesetz, das Ultra-Fast-Fashion-Plattformen massiv unter Druck setzt.

Ab dem 1. Januar 2027 gilt in Frankreich ein umfassendes Werbeverbot für solche Anbieter. Das betrifft nicht nur die Unternehmen selbst, sondern auch Influencer. Bei Verstößen drohen Strafzahlungen. Zudem müssen die Plattformen einen Umweltbeitrag pro verkauftem Produkt leisten. Zum Vergleich: 2024 wurden in Frankreich rund 885.000 Tonnen Kleidung eingeführt.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die neuen EU-Zollregeln als wichtiges Signal für fairen Wettbewerb. Doch reicht das? DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sieht das kritisch: Solange keine strengeren nationalen Textilgesetze mit Umweltkriterien existieren, seien die wahren Kosten nicht im Preis abgebildet.

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Vietnam setzt auf Blockchain für Agrarexporte

Während Europa den Import von Billigwaren erschwert, setzt Vietnam auf mehr Transparenz bei eigenen Exporten. Das Land stellte am 30. Juni ein neues Rückverfolgbarkeitssystem für Agrarprodukte vor – basierend auf Blockchain-Technologie und internationalen GS1-Standards.

Zum Start sind bereits 18.500 Produkte von 170 Unternehmen aus 24 Provinzen erfasst. Ein Pilotprojekt zur Überwachung von Durian-Exporten nach China lief erfolgreich. Das System ist auf hohe Kapazitäten ausgelegt: Bis zu 1.000 Suchanfragen pro Sekunde und rund 85 Millionen Scans täglich sind möglich.

Ziel ist es, die Qualität vietnamesischer Exporte zu sichern und internationale Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Ein smarter Schachzug in Zeiten globaler Handelskonflikte.

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