Zollreform, Gebühren

Zollreform ab Juli: Neue Gebühren für chinesische Paketimporte

02.07.2026 - 17:33:03 | boerse-global.de

Peking appelliert an Deutschland für ausgewogene Handelsbeziehungen. Neue EU-Zollregeln belasten Importe aus China.

China fordert faire EU-Politik: Neue Zölle und Rohstoff-Dialog
Zollreform - Zwei Hände, eine mit chinesischem und eine mit deutschem/EU-Flaggenmotiv, treffen sich über einer Weltkarte, die Handelsspannungen darstellt. 02.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Hintergrund sind wachsende Handelsspannungen zwischen der EU und Peking.

Konsultationen zur Sicherung der Lieferketten

Chinas Handelsminister Wang Wentao traf am vergangenen Sonntag mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zusammen. Einen Tag später führte er Gespräche mit EU-Kommissar Maroš Šef?ovi?. Im Zentrum standen die chinesischen Exportkontrollen auf seltene Erden und Magnete – für die europäische Industrie von strategischer Bedeutung.

Wang sicherte dem EU-Kommissar zu, dass diese Maßnahmen die Lieferketten der Union nicht beeinträchtigen sollen. Gleichzeitig hoffe Peking, dass Deutschland innerhalb der EU eine aktive Rolle für eine rationale Haltung in den Handelsbeziehungen einnehme. Als konkretes Ergebnis vereinbarten Berlin und Peking die Wiederbelebung eines gemeinsamen Wirtschaftsausschusses.

Verschärfte Einfuhrbestimmungen und Handelsdefizite

Die Gespräche finden vor dem Hintergrund eines massiven Handelsungleichgewichts statt. Das EU-Handelsdefizit mit China belief sich 2025 auf rund 360 Milliarden Euro – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das erste Quartal 2026 weisen aktuelle Daten mit 98 Milliarden Euro den höchsten Wert seit zwei Jahren aus.

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Die EU reagierte mit neuen Zollbestimmungen, die am 1. Juli in Kraft traten. Die bisherige Freigrenze von 150 Euro für Sendungen aus Nicht-EU-Staaten fiel weg. Stattdessen gilt nun eine Zollpauschale von mindestens drei Euro pro Paket. Im vergangenen Jahr wurden rund 5,9 Milliarden Sendungen unter der 150-Euro-Grenze importiert – über 90 Prozent davon von chinesischen Plattformen.

Auch für die Stahlindustrie aktivierte die EU Schutzmaßnahmen. Seit Anfang Juli gilt eine zollfreie Einfuhrquote von jährlich 18,3 Millionen Tonnen für 26 Stahlkategorien. Überschreiten Importe dieses Volumen, werden sie mit 50 Prozent Zoll belegt. Zudem müssen Importeure künftig den Schmelz- und Gießort des Materials angeben.

Strategische Diversifizierung und internationale Kooperation

Parallel zu den Verhandlungen mit Peking treibt die Bundesregierung ihre Strategie zur Verringerung einseitiger Abhängigkeiten voran. Am 1. Juli unterzeichnete Außenminister Wadephul in Buenos Aires eine Absichtserklärung zur engeren Zusammenarbeit im Bergbau- und Rohstoffsektor mit Argentinien.

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Deutschland müsse sich angesichts zunehmender Handelskonflikte breiter aufstellen, erklärte Wadephul. Argentinien verfügt über bedeutende Vorkommen an Lithium, Kupfer, Gold und Silber. Ziel der Kooperation ist die Sicherung kritischer Mineralien und der Aufbau von Weiterverarbeitungskapazitäten vor Ort.

Trotz der aktuellen Reibungspunkte bemühen sich Brüssel und Peking um einen Fortbestand des Dialogs. Ein neuer Konsultationsmechanismus für Handel und Investitionen soll bis Oktober Fortschritte bei Themen wie geistigem Eigentum und Marktungleichgewichten erzielen. Für den Herbst ist zudem eine weitere Sitzung dieses Gremiums in China geplant – EU-Kommissar Šef?ovi? wurde bereits eingeladen.

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