Zollbefreiung, Euro

Zollbefreiung aufgehoben: 3 Euro Festzoll pro Paket ab Juli

12.06.2026 - 06:43:49 | boerse-global.de

Die EU erhebt ab Juli 2026 einen Festzoll von 3 Euro auf Kleinsendungen unter 150 Euro, um Billigimporte zu regulieren.

EU-Zollreform: Neue Abgaben auf Billig-Pakete ab Juli 2026
Zollbefreiung - Ein kleines Paket mit Zollformular und Euromünzen, symbolisiert neue Zollgebühren. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Juli 2026 aufgehoben. Künftig fällt auf jedes Paket unter 150 Euro Warenwert ein Festzoll von 3 Euro pro Artikel an. Die Maßnahme richtet sich gezielt gegen große Online-Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress.

Festzoll trifft Schnäppchenjäger

Die neue Regelung gilt zunächst bis zum 1. Juli 2028. Wer drei Artikel bestellt, zahlt also 9 Euro extra. Ab November 2026 kommt eine separate Paketbearbeitungsgebühr hinzu – in Tschechien sind etwa 50 Kronen pro Sendung geplant.

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Ziel der Reform: faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Händler. Bisher umgingen viele Importeure die Zollpflicht durch Aufsplittung ihrer Lieferungen. Die EU will zudem die Einhaltung von Umwelt- und Sicherheitsstandards durchsetzen.

Jedes zweite Billigprodukt fällt durch Sicherheitschecks

Die Zahlen aus dem Jahr 2025 sind alarmierend. Über 60 Prozent der kontrollierten Billigprodukte in den Kategorien Kosmetika, Spielzeug, Elektronik und Schutzausrüstung entsprachen nicht den EU-Standards. Eine Testkampagne der EU-Kommission untersuchte 88 Funk-Spielzeuge – mehr als 60 Prozent verfehlten die europäischen Funknormen. 22 Produkte erhielten ein Verkaufsverbot.

Der Druck auf die Zollinfrastruktur wächst rasant. 2025 wurden 5,8 Milliarden Pakete auf dem EU-Markt registriert – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. EU-Kommissar Maroš Šef?ovi? spricht von einem „wichtigen Schritt zur Modernisierung der Zollunion“.

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Neue Kennzeichnungspflicht ab November

Ab dem 1. November 2026 wird eine Produktidentifikationsnummer (PID) für Importe verpflichtend. Die Nummer soll die Rückverfolgbarkeit verbessern und sicherstellen, dass Sicherheitsvorgaben eingehalten werden.

Gleichzeitig verlagert die EU die Haftung auf die Plattformen. Sie tragen künftig die Verantwortung für die Konformität der Produkte und die korrekte Abführung der Gebühren. Die wirtschaftliche Dimension zeigt eine Studie des EU-Amts für geistiges Eigentum: Allein in Deutschland verliert die Bekleidungsindustrie jährlich 2,9 Milliarden Euro durch Produktfälschungen, bei Uhren und Schmuck sind es rund 403 Millionen Euro.

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