Zippel, Cosco

Zippel-Verkauf an Cosco untersagt: Bundesregierung stoppt chinesischen Einstieg

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 10:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung stoppt aus Sicherheitsgründen den geplanten Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco beim Hamburger Logistikunternehmen Zippel. Betroffen sind 80 Prozent der Unternehmensanteile.

Die chinesische Reederei Cosco will das Hamburger Logistikunternehmen Zippel kaufen. (Archivbild)  - Bild: Marcus Brandt/dpa
Die chinesische Reederei Cosco will das Hamburger Logistikunternehmen Zippel kaufen. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa

Die Bundesregierung untersagt wegen Sicherheitsbedenken den Verkauf von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco.

Kabinett entscheidet gegen Übernahme

Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte die Entscheidung nach der Kabinettssitzung. Damit darf Cosco die geplante Mehrheit an dem in Hamburg ansässigen Logistiker nicht übernehmen.

Sicherheitsbedenken ausschlaggebend

Weitere Einzelheiten zu den sicherheitsrelevanten Gründen nannte der Sprecher zunächst nicht. Im Zentrum der Entscheidung steht damit der Schutz strategisch bedeutsamer Logistikstrukturen vor einem mehrheitlichen Einstieg eines chinesischen Staatsunternehmens.

Signal für Investitionskontrolle

Der Vorgang unterstreicht die Bedeutung der staatlichen Prüfung ausländischer Beteiligungen an Unternehmen mit Bezug zu kritischer Infrastruktur. Für Zippel und den bisherigen Verkäufer ist nun offen, wie der geplante Anteilsverkauf fortgeführt oder ersetzt werden soll.

Teil einer härteren China-Politik

Das Verbot fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung den Umgang mit chinesischen Unternehmen und staatlich geprägten Wettbewerbsbedingungen neu justiert. Anfang Oktober forderten SPD-geführte Ministerien eine robustere Handelspolitik gegenüber China und eine Verschärfung der Regeln zur Investitionsprüfung. Im Mittelpunkt stehen dabei der Schutz von Know-how, geistigem Eigentum und deutschen Schlüsselindustrien.

Hafenlogistik als strategischer Bereich

Die Entscheidung betrifft nicht irgendeine Beteiligung, sondern ein Hamburger Logistikunternehmen. Hafen- und Transportinfrastruktur gelten als besonders sensibel, weil sie für Lieferketten, Versorgung und den Warenumschlag von strategischer Bedeutung sind. Mit dem Untersagen des Erwerbs von 80 Prozent der Zippel-Anteile setzt die Bundesregierung ein Signal, dass Sicherheitsinteressen bei ausländischen Übernahmen stärker gewichtet werden.

Folgen für Unternehmen und Standort

Für deutsche Firmen kann eine strengere Prüfung mehr Schutz vor politisch beeinflussten Übernahmen bieten, zugleich aber Transaktionen verlangsamen und den Zugang zu ausländischem Kapital erschweren. Für Hamburg steht zusätzlich die Frage im Raum, wie wirtschaftliche Verflechtung mit China und die Kontrolle kritischer Logistikstrukturen miteinander vereinbar bleiben. Die konkrete Begründung der Sicherheitsbedenken und die weiteren Schritte für Zippel sind nach der Kabinettsentscheidung besonders relevant.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70254490 |