Zippel, Cosco

Zippel-Verkauf an Cosco: Bund will Übernahme am Hafen stoppen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 07:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Bundesregierung will den Verkauf des Logistikunternehmens Zippel an den chinesischen Staatskonzern Cosco verhindern. Ausschlaggebend sind laut einem internen Vermerk erhebliche Sicherheitsbedenken und die Sorge vor strategischen Abhängigkeiten.

Bericht: Bund will chinesische Übernahme am Hamburger Hafen stoppen
Hamburger Hafen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung will den Verkauf des deutschen Logistikunternehmens Zippel an den chinesischen Staatskonzern Cosco verhindern. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ sprechen erhebliche Sicherheitsbedenken gegen die Übernahme, endgültig entschieden ist der Vorgang jedoch noch nicht.

Sorge vor strategischen Abhängigkeiten

Grundlage des Berichts ist ein als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestufter Vermerk aus der Bundesregierung. Darin wird demnach vor der Gefahr gewarnt, dass strategische Abhängigkeiten bei politischen Verwerfungen als Druckmittel genutzt werden könnten.

Insidern zufolge läuft das Verfahren darauf hinaus, dass Cosco Zippel nicht übernehmen wird. Das Bundeswirtschaftsministerium nahm zunächst nicht Stellung, Zippel beantwortete eine Anfrage nicht.

Hamburger Hafen im Mittelpunkt

Der Vorgang betrifft die innerdeutsche Logistik und damit nach Einschätzung der Bundesregierung auch die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Zippel ist im Hamburger Hafen tätig; eine Übernahme durch Cosco würde die Aktivitäten des chinesischen Staatskonzerns in der deutschen Hafen- und Logistikbranche ausweiten.

Wachsende Prüfung chinesischer Investitionen

Chinesische Staatsunternehmen haben in den vergangenen Jahren verstärkt strategische Unternehmen in Europa gekauft. In Berlin und Brüssel wächst deshalb die Sorge, dass Peking über solche Beteiligungen Einblicke in Lieferketten wichtiger Unternehmen gewinnen könnte, unter anderem bei sicherheitsrelevanten Transporten in die Ukraine.

Deutschland und andere europäische Staaten haben chinesische Investitionen in den vergangenen Jahren mehrfach aus Sicherheitsgründen gestoppt. Im Fall Zippel steht die formelle Entscheidung noch aus.

Die geplante Übernahme steht im Zusammenhang mit einer breiteren Neubewertung wirtschaftlicher Abhängigkeiten von China. Besonders sensibel sind Logistikunternehmen, weil sie nicht nur Waren bewegen, sondern auch Informationen über Lieferketten, Transportwege und kritische Kundenbeziehungen verarbeiten.

Der Hamburger Hafen ist dabei ein zentraler Knotenpunkt des deutschen Außenhandels. Cosco ist dort bereits über das Containerterminal Tollerort beteiligt. Die Beteiligung wurde 2022 trotz sicherheitspolitischer Bedenken genehmigt, allerdings in begrenztem Umfang. Der Fall Zippel würde deshalb nicht isoliert betrachtet: Entscheidend ist, ob durch die Übernahme zusätzliche Kontrolle über logistische Abläufe und deren Daten entstehen könnte.

Logistik als sicherheitspolitischer Faktor

Die Bedeutung reicht über den Hafenbetrieb hinaus. Transportunternehmen können für die Versorgung von Industrie, Bundeswehr und europäischen Partnern relevant sein. Gerade im Zusammenhang mit der Unterstützung der Ukraine gewinnt die Frage an Gewicht, ob einzelne ausländische Staatskonzerne Einblick in oder Einfluss auf strategische Transportketten erhalten.

Für Unternehmen bedeutet der Vorgang, dass Investitionen aus Staaten mit starkem staatlichem Einfluss in Deutschland künftig genauer unter Sicherheitsaspekten geprüft werden. Für die Bundesregierung entsteht zugleich ein Zielkonflikt: Sie muss offene Märkte und ausländisches Kapital gegen den Schutz kritischer Infrastruktur und die Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten abwägen. Da die Entscheidung im Fall Zippel noch nicht endgültig getroffen ist, bleibt neben dem sicherheitspolitischen Signal auch die konkrete Begründung einer möglichen Untersagung maßgeblich.

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