Immobilienpreise, Wohnungsmarkt

Immobilienpreise steigen langsamer – Eigentumswohnungen in Top-Städten günstiger

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal erneut teurer geworden, doch der Preisanstieg hat sich deutlich abgeschwächt. In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen leicht – bezahlbarer Wohnraum bleibt dennoch knapp.

  • In vielen Regionen müssen Käufer für Wohneigentum tief in die Tasche greifen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
    In vielen Regionen müssen Käufer für Wohneigentum tief in die Tasche greifen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Begehrtes Eigenheim: Die Immobilienpreise in Deutschland sind sieben Quartale in Folge gestiegen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
    Begehrtes Eigenheim: Die Immobilienpreise in Deutschland sind sieben Quartale in Folge gestiegen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa
  • Bundesbauministerin Verena Hubertz will über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau in Schwung bringen. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Bundesbauministerin Verena Hubertz will über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau in Schwung bringen. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa
In vielen Regionen müssen Käufer für Wohneigentum tief in die Tasche greifen. (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Begehrtes Eigenheim: Die Immobilienpreise in Deutschland sind sieben Quartale in Folge gestiegen. (Archivbild) - Bild: Sven Hoppe/dpa Bundesbauministerin Verena Hubertz will über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau in Schwung bringen. (Archivbild) - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland sind im zweiten Quartal 2026 weiter gestiegen, haben sich aber deutlich langsamer erhöht als zuvor.

Nur noch 0,6 Prozent über Vorjahr

Wohnimmobilien kosteten nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes durchschnittlich 0,6 Prozent mehr als im zweiten Quartal des Vorjahres. Es war der siebte Anstieg in Folge. Zugleich schwächte sich die Dynamik weiter ab.

Den Wert für das erste Quartal korrigierten die Wiesbadener Statistiker von 1,4 auf 1,2 Prozent nach unten. Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 verteuerte sich Wohneigentum im Frühjahr um 0,3 Prozent.

Eigentumswohnungen in Top-Städten günstiger

In Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf gaben die Preise für Eigentumswohnungen im zweiten Quartal sowohl binnen Jahresfrist als auch gegenüber dem Vorquartal nach. Im Jahresvergleich lag der Rückgang bei 0,4 Prozent, im Quartalsvergleich bei 0,5 Prozent.

Das Preisniveau in den sieben größten Städten bleibt allerdings vergleichsweise hoch. In kreisfreien Großstädten außerhalb dieser Metropolen verteuerten sich Wohnungen dagegen um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 0,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.

Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land

In dicht besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Preise für Eigentumswohnungen. Sie lagen 1,8 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals und 1,3 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals.

Bau-Turbo soll Wohnungsbau beschleunigen

Die Bundesregierung will mit schnelleren Genehmigungen mehr neue Wohnungen ermöglichen. Eine Vorgängerregierung hatte jährlich 400.000 neue Wohnungen in Aussicht gestellt, dieses Ziel aber nicht erreicht. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland etwa eine Million Wohnungen.

Private und professionelle Bauherren kämpfen zugleich mit stark gestiegenen Baupreisen. Auch die Kreditzinsen sind im Zuge des Iran-Kriegs und von Inflationssorgen auf mehr als vier Prozent gestiegen. Der knappe Wohnraum bleibt damit trotz der nachlassenden Preissteigerungen eine zentrale Herausforderung.

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Preise steigen, Eigentum bleibt schwer erreichbar

Der Anstieg um 0,6 Prozent im zweiten Quartal zeigt eine Beruhigung des Wohnimmobilienmarktes, aber keine grundlegende Entspannung. Entscheidend ist das weiterhin hohe Preisniveau in den großen Städten, während Zinsen, Baukosten und Kaufnebenkosten die Finanzierung zusätzlich belasten.

Die regionalen Unterschiede gewinnen dadurch an Bedeutung. In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen leicht, doch selbst ein Rückgang verbessert die Lage für viele Haushalte nur begrenzt, wenn Einkommen und Kreditspielraum nicht im gleichen Maß wachsen. Außerhalb der Top-Metropolen stiegen die Wohnungspreise in kreisfreien Großstädten weiter.

Wohnungsangebot bleibt der entscheidende Engpass

Der Markt wird nicht allein durch Preise, sondern auch durch das knappe Angebot bestimmt. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland etwa eine Million Wohnungen. Schnellere Genehmigungen durch den Bau-Turbo können Verfahren verkürzen, lösen aber weder hohe Material- und Herstellungskosten noch die Finanzierungsschwierigkeiten privater Haushalte.

Für Mieterinnen und Mieter bedeutet die Entwicklung, dass moderatere Kaufpreise nicht automatisch sinkende Mieten bringen. Für Kaufinteressierte verbessert sich die Ausgangslage in einzelnen Regionen zwar, doch die Kombination aus begrenztem Angebot, hohen Baukosten und teureren Krediten hält die Zugangshürden hoch. Eine nachhaltige Entlastung hängt deshalb vor allem davon ab, ob dauerhaft mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Merkur: „Niedrigster Stand seit 20 Jahren: Immer weniger Deutsche leben im Eigenheim – und die Politik schaut zu“ (22.09.2026)

Der Bericht hebe hervor, die Wohneigentumsquote in Deutschland liege laut einer Studie des Pestel-Instituts bei 43,5 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Als Ursachen nenne er hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und politische Rahmenbedingungen; damit setze der Artikel den Schwerpunkt stärker auf die langfristig erschwerte Eigentumsbildung als die dpa-Meldung auf die aktuelle Preisentwicklung. Zugleich bleibe offen, wie schnell der geplante Bau-Turbo das Wohnungsangebot vergrößern könne.

Der Bericht ordne die aktuelle Preisberuhigung damit in einen längerfristigen Rückgang der Eigentumsbildung ein: Selbst stagnierende oder sinkende Kaufpreise machten Wohneigentum für viele Haushalte nicht automatisch erschwinglich. Die dpa-Meldung bestätige den Einfluss von Baupreisen und Kreditzinsen, liefere jedoch zusätzlich die regional aufgeschlüsselten Preisbewegungen im zweiten Quartal.

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